Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und die Wiederentdeckung des sizilianischen Literaturnobelpreisträgers Salvatore Quasimodo

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Professionelle Camouflage“: Ahlrich Meyers Studie nimmt einen unentbehrlichen Platz in dem bisherigen wissenschaftlichen Bemühen um das Verstehen des Holocaust ein. Sie zeigt, wie das Wissen darum bei Tätern und Opfern verschleiert wurde.
Das Wissen um Auschwitz, Ahlrich Meyer (Schöningh)

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Notgemeinschaft“: Die anstehende Kooperation von Eichborn und Aufbau ist keine Liebesheirat,wie auch immer sie genau aussehen wird. Nach Meinung der FAZ tun sich hier zwei Geschwächte zusammen, die vom Programm her ohnehin leicht verwechselbar sind.

„Nie wurde Poesie ernster genommen“: Auch im Archiv der Securitate in Bukarest sind Spitzel-Täter und -Opfer nicht leicht zu unterscheiden.

„Eine Angelegenheit zwischen Mann und Mann“: Katharina Mommsen deutet das Verhältnis von Goethe und Schiller neu: Nämlich als durchaus homoerotisch bewegt.
Kein Rettungsmittel als die Liebe. Schillers und Goethes Bündnis im Spiegel ihrer Dichtungen, Katharina Mommsen (Wallstein)
Liber amicorum. Festschrift – K. Mommsen zum 85. Geburtstag (Bernstein)

„Sorge dich nicht umd dein Ich“: Katharina Hacker über Anna Maria Jokl, die am Sonntag hundert Jahre alt geworden wäre.

Kritik in Kürze
Gute Literatur sucht man hier vergebens: Unter dieser furchterregenden Sonne, Carlos Busqued (Kunstmann).

Süddeutsche Zeitung

Der Bundesgerichtshof hat gestern im Übersetzerstreit geurteilt. Wie schon in seinem Urteil vom Oktober 2009 hat das Gericht ab der Schwelle von 5000 verkauften Exemplaren eine Beteiligung der Übersetzer an den Nettoverkaufserlösen in Höhe von 0,8 Prozent bei Hardcovern und 0,4 Prozent bei Taschenbüchern festgesetzt. Was die Beteiligung der Übersetzer an den Nettoerlösen von Nebenrechten betrifft, soll der Übersetzer ein Fünftel des Anteils erhalten, den der Originalautor erhält.

Der Erste Vorsitzende des Verbandes der deutschsprachigen Literaturübersetzer (VdÜ), Hinrich Schmidt-Henkel, kommentierte das neue Urteil in einer ersten Stellungnahme wie folgt: „Der wichtigste Punkt bleibt für uns, dass auch dieses Urteil eine mit den Verlagen auszuhandelnde Vergütungsregel nicht ersetzt. Wir werden mit diesem Ziel wieder auf die Verlage zugehen. Es bleibt dabei: Die Verkaufsbeteiligung ließe viele Übersetzende leer ausgehen; die Nebenrechtsbeteiligung mag für die Verlage weniger hart sein als die Regelung im letzten BGH-Urteil, sie ist immer noch eklatant mehr, als bislang je an Nebenrechtsbeteiligung gezahlt wurde. Erst wenn eine Gemeinsame Vergütungsregel steht, herrscht in der Branche wieder Rechtssicherheit.“

„Und gleich ist es Abend“: Der sizilianische Literaturnobelpreisträger Salvatore Quasimodo ist in einer neuen Werkausgabe der Dietrich’schen Verlagsbuchhandlung zu entdecken.

„Bewundert viel und nie gescholten sei dieses Übersetzerin, auf immerdar“: In seinem Buch Nur keine Sentimentalitätten feiert Ernst Horst die Übersetzerin Erika Fuchs, die entenhausen nach Deutschland verlegte (Blessing).

„Der Index der Lega Nord“: Venetien will Bücher kritischer Autoren aus den Bibliotheken entfernen.

Das Schiller Nationalmuseum und das Literaturmuseum der Moderne verzeichnen mit 87.000 Besuchern einen Rekord.

Das SZ-Magazin hat wichtige Kölner einen Tag lang in die Kneipe gebeten. KIWI-Verleger Helge Malchow war auch dabei und hat den Bayern erklärt wie das mit dem Kölsch-Trinken und dem Karneval geht.

Financial Times Deutschland

Amazon kauft den Videoverleiher Lovefilm. Ofenbar will Amazon jetzt auch im Verleihgeschäft mitmischen. Erst vor knapp zwei Jahren hatte Amazon ein eigenes Verleihgeschäft an Lovefilm verkauft, nun hat es sich die Aktivitäten ganz ins eigene Haus zurückgeholt.

Neue Zürcher Zeitung

„Ein paar zusammengerollte Pergamentfetzen“: Aldo Kehl über Island – Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse – und die bewegte Geschichte seiner Sagen.

„Die falsche Stimme“: Die faszinierende Kulturgeschichte des Vocoders. How to wreck a nice beach. The Vocoder from Word War II to Hip-Hop, Dave Tompkins (Stop Smiling Books, Chicago)

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