Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und ein italienischer Kafka

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch. Und wenn Sie eine spannende Rezension anderswo finden: Schicken Sie uns schnell eine Mail?

Frankfurter Rundschau

– Der mit 25.000 € dotierte Kythera-Kulturpreis der Kythera-Kulturstiftung geht an Verleger und Schriftsteller Michael Krüger.

„Die äußerste Grenze der Wirklichkeit“: Kurze Sätze, straffe Dialoge – Der Italiener Dino Buzzati (1906-1972) erzählt schnörkellos von den Grenzen des Schreckens. „Der Kafka Italiens?“
Dino Buzzati, Die Tatarenwüste (Die Andere Bibliothek)
Dino Buzzati, Aus richtung der unsichtbaren Urwälder (Wagenbach)

„Nehmen, was man kriegen kann“: Joseph Stiglitz hat ein „grundvernünftiges und natürlich auch wichtiges Buch“ über die Ungleichheit in den USA geschrieben.
Joseph Stiglitz, Der Preis der Ungleichheit (Siedler)

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Riesenknie“: Wolfgang Bächlers Lyrik wirkt größtenteils „heute noch erstaunlich unverbraucht“.
Wolfgang Bächler, Gesammelte Gedichte (S. Fischer)

„Die letzten Tage von Odessa“: Nach über siebzig Jahren liegt Vladimir Jabotinskys großartiger Roman Die Fünf erstmals auf Deutsch vor. Dass kann „der Anderen Bibliothek gar nicht hoch genug angerechnet werden“.
Vladimir Jabotinsky, Die Fünf (Die Andere Bibliothek)

„Entriegelt sei die Erinnerung“: Eine „ungemein berührende ‚Überlebensgeschichte'“.
Pierre Draïs, Das Erstaunen (Verlag André Thiele)

Neue Sachbücher
„An der Bombe vorbei“: Richard von Schirach über deutsche Physiker im zweiten Weltkrieg. „Eine lesbare Studie über das Innenleben, die Motive und die Moral von Wissenschaftlern im Dritten Reich“.
Richard von Schirach, Die Nacht der Physiker. Heisenberg, Hahn, Weizsäcker und die deutsche Bombe (Berenberg)

„Der Kopf ist kein Laufwerk“: „Überraschende Blickwinkel“ mit „wesentlichen Fragen des Lebens“ verwoben – das Buch ist Douwe Draaismas „bestes und originellstes“.
Douwe Draaisma, Das Buch des Vergessens. Warum Träume so schnell verlorengehen und Erinnerungen sich ständig verändern (Galiani)

„Totenköpfe sind auch nicht mehr, was sie einmal waren“: Schädelkult ist eine umfassende Darstellung, wie es sie bisher nicht gab – die Autoren decken alle Facetten des Themas ab.
Alfried Wieczorek / Wilfried Rosendahl (Hg.), Schädelkult. Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte der Menschen (Verlag Schnell + Steiner)

„Dem Blick der anderen ist nicht auszuweichen“: Konzepte der Verantwortung in verschiedenen Kulturen.
Maria-Sibylla Lotter, Scham, Schuld, Verantwortung. Über die kulturellen Grundlagen der Moral (Suhrkamp)

Die Welt

„Goethe gibt’s ermäßigt“: Wieland Freund über die Debatte um den Mehrwertsteuersatz für E-Books. Er sieht den Börsenverein mit seiner Forderung nach einem ermäßigten Satz seine „politische Überzeugungsarbeit“ aufs E-Book ausweiten – „auf die Gefahr hin, sowohl den stationären Buchhandel als auch die professionelle Kulturkritik zu vergrätzen“.

Süddeutsche Zeitung

„Agfa, nicht Kafka“: Dietmar Dath stellt einmal mehr „all sein Wissen aus“, mit „Bildungsboxen“ und „Spex-Blabla“.
Dietmar Dath, Kleine Polizei im Schnee (Verbrecher Verlag)

„Einschiffung nach Kamtschatka“: Robert Calassos Buch über Charles Baudelaire ist „keine Lektüre für Schnell-, Digital- und Vertikalleser“. Aber wer sich darauf einlässt, wird „reich belohnt“.
Robert Calasso, Der Traum Baudelaires (Hanser)

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