Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und eine Diskussion über Rückführung von Raubkunst

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Christian Schlüter zum 25. Todestag von Michel Foucault.

Hanne Hiob, Schauspielerin und älteste Tochter Brechts, starb mit 86 Jahren in München.

Peter Handke erhält den Serbischen Literaturorden „Goldenes Kreuz des Fürsten Lazar“.

Annotationen
Duden. Von HDL bis BUBIDODO (Dudenverlag)

Franz Hohler, Nikolaus Heidelbach Das große Buch. Geschichten für Kinder (Hanser).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Max Hollein, Leiter des Städel Museums, und Raphael Gross, Direktor des Jüdischen Museums (beide Frankfurt) über den Streit um die Rückgabe jüdischen Eigentums: „Wir wollen nichts Geraubtes in unseren Museen“. Das sehen leider nicht alle so.

100 Jahre Film und Kino im Gedicht – daraus haben Jan Volker Röhnert und Andreas Kramer bei der Edition AZUR das Buch Die endlose Ausdehnung von Zelluloid gemacht.

Alexander Müller rezensiert Tao Lin Gute Laune (DuMont).

Annotationen
Jean-Michel Maulpix Eine Geschichte vom Blau (Erata Literaturverlag) und Fritz Mauthner Nach berühmten Mustern. Parodistische Studien (Wehrhahn Verlag).

Und ein Filmbuch: Dirk Naguschewski, Sabine Schrader Kontakte, Konvergenzen, Konkurrenzen. Film und Literatur in Frankreich nach 1945 (Schüren).

Die Welt

Freiheit im Gastland der Buchmesse? Noch immer nicht: In China ist der Schriftsteller und Menschenrechtler Liu Xiaobo festgenommen. Wegen Verdachts auf Umsturz.

Eric Carle, Schöpfer der Raupe Nimmersatt, wird 80.

Vielleicht muss Klagenfurt den Bachmann-Wettbewerb austragen, um wenigstens ein wenig Literatur in die Stadt zu holen. Nach den 70 Millionen, die das Stadion für drei Europameisterschaftsspiele gekostet hat, ist leider immer noch kein Geld für eine Stadtbücherei in einer 100.000-Einwohner-Stadt da. Josef Winkler hat den Wettbewerb eröffnet mit einer Rede, die gekürzt in der WELT zu finden ist.

Vor 25 Jahren starb Michel Foucault – neue Bücher aus diesem Anlass:
Michel Foucault: Die Hauptwerke, Suhrkamp
Clemens Kammeler u. a. (Hgg.): Foucault-Handbuch, Metzler
Paul Veyne: Der Philosoph als Samurai, Reclam
Philip Sarasin: Darwin und Foucault: Genealogie und Geschichte, Suhrkamp
René Aguigah: Michel Foucault, Suhrkamp
Reiner Keller: Michel Foucault, UVK

Der albanische Schriftsteller Ismail Kadare erhält den Prinz von Asturien-Preis in der Sparte Literatur. 2008 erschien bei Ammann Der Raub des königlichen Schlafs. Kleine Romane und große Erzählungen.

Süddeutsche Zeitung

Hans-Ulrich Lehmann hat mit Hermann Krone. Die Photographien. Werksverzeichnis einen voluminösen Band herausgebracht, der sich dem vielschichtigen Schaffen Krones widmet. Florian Welle findet, die Photographien fügen sich zu einem universalen Bildgedächtnis des 19. Jahrhundert und schon die frühen Selbstbildnisse zeugen vom Selbstbewusstsein Krones als Wissenschaftler, Tüftler und Photograph. Erschienen im Deutscher Kunstverlag.

„Die verlassenen Wohnungen“: Hans-Peter Kunisch macht sich auf die Suche nach Joseph Brodsky, Anna Achmatowa und Vladimir Nabokov in St. Petersburg. Für den 1997 verstorbenen Nobelpreisträger Brodsky sollte eigentlich ein Museum entstehen, bisher gibt es noch keines.

Andrian Kreye rezensiert Arkadi Babtschenkos Ein guter Ort zum Sterben, erschienen bei Rowohlt. Babtschenko erzählt darin vom Tschetschenienkrieg: „Nur wenige Texte schaffen es, die Realität im Kampf so wiederzugeben, dass man als Leser wenigstens einen Hauch vom Leerlauf, von der Angst und Verzweifelung nachvollziehen kann, die einen Soldaten an der Front zermürben. Der russische Autor Babtschenko schreibt solche Texte.“

Der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge erhält den diesjährigen Theodor-W.-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main, der mit 50.000 Euro dotiert ist und am 11. September im Frankfurter Römer vergeben wird.

Und Roswitha Budeus-Budde ehrt Eric Carle zum 80. Geburtstag: „Schöpfer einer heiteren Bilderwelt“.

Neue Zürcher Zeitung

„Im Treibhaus des Opportunismus“ befindet sich der Leser mit Nora Bossongs Geschichtsroman Webers Protokoll (Frankfurter Verlagsanstalt) über ein schwüles Diplomatenleben im Zweiten Weltkrieg, den Michael Braun alles in allem lobt.

„Negatives Volumen“: Ein Buch über die Bauten Erwin Heerichs für Architekturfans gibt es unter dem Titel Museum Insel Hombroich. Kann man das bauen? Die begehbaren Skulpturen Erwin Heerichs. Hrsg. von Christel Blömeke, Verlag Hatje Cantz.

Kurz besprochen wird unter:
> „Schwarz lesen“: Egon Schwarz: (Mit) Schwarz lesen. Essays und Kurztexte zum Lesen und Gelesenen, Herausgegeben von Jacqueline Vansant, Praesens-Verlag
> „Luft in der Luft sein“: Elfriede Gerstl: Lebenszeichen. Gedichte, Träume, Denkkrümel, Droschl-Verlag
> „Doppeltes Margrittchen“: Daniel Badraun: Rheinfall, Roman, Limmat-Verlag
> „Raubgerümpel“: Helga M. Novak, solange noch Liebesbriefe eintreffen. Gesammelte Gedichte Hrsg. von Rita Jorek. Verlag Schöffling & Co

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