Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und eine Herbstbücherschau in der FAZ

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Christian Thomas blickt auf die Literaturgeschichte der Mondlandungen. Bischof Godwins Schelmenroman Der Mann im Mond aus dem Jahr 1638 für eine „naturwissenschaftliche Pioniertat und literarische Heldentat“.

James Tully „mobilisiert“ in seinem Werk Politische Philosophie als kritische Praxis (Campus) „ein anderes Verständnis von Bürgerschaft, demzufolge die Bürger vor allem durch ihre politische Handlungsfähigkeit und durch die faktische Teilnahme an der gemeinschaftlichen Selbstbestimmung charakterisiert sind.“

„Ein liebevoll gestalteter Katalog“ zur Ausstellung Herlinde Koelbl Fotografien 1976-2009 im Martin-Gropius-Bau ist bei Steidl erschienen.

Als „Nachfolger Musils und Thomas Bernhards“ sieht Sibylle Cramer Thomas Stangl nach der Lektüre von dessen Roman Was kommt bei Droschl.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Felicitas von Lovenberg bietet eine Vorschau auf Herbstneuerescheinungen. „Die besten“, findet sie.
David Foster Wallace: Unendlicher Spaß, Kiepenheuer & Witsch
Thomas von Steinaecker: Schutzgebiet, Frankfurter Verlagsanstalt
Roberto Bolaño: 2666, Hanser
Sibylle Berg: Der Mann schläft, Hanser
Silvia Bovenschen: Wer weiß was, S. Fischer
Herta Müller: Atemschaukel, Hanser
Peter Stamm: Sieben Jahre, S. Fischer
Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche, Hanser
Reif Larsen: Die Karte meiner Träume, S. Fischer
Andrew Sean Greer: Geschichte einer Ehe, S. Fischer
Rose Tremain: Der weite Weg nach Hause, Suhrkamp
A. L. Kennedy: Was wird, Wagenbach
David Nicholls: Zwei an einem Tag, Kein & Aber
Hörbuch: Lyrikstimmen, Hörverlag

„Historienschinken“, den „die zugleich pikareske und quichoteske Figur des Halbyankees Mack Chinchilla rettet“, die „das Zeug zum unsterblichen Romanhelden hat.“ Florian Borchmeyer über Der himmlische Gemahl von Francisco Goldman bei Rowohlt.

„Geschwätzig aufgequollener Quark“ ist Liane Dirks` Der Koch der Königin bei Arche für Martin Halter.

Kritik in Kürze:

Kristof Magnusson: Dänne lügen nicht. Kuriose Geschichten aus Skandinavien, Piper

Youssef Bazzi: Yassir Arafat sah mich an und lächelte. Erinnerungen eines Kämpfers, Diaphanes

Süddeutsche Zeitung

„Mehr als Frau Walter Jens“: Im Alter von 82 Jahren hat die Literaturwissenschaftlerin Inge Jens ihre Unvollständigen Erinnerungen herausgebracht (Rowohlt). Gustav Seibt findet, der Band sei patent und unverschnörkelt geschrieben, sachlich und nüchtern und bis zum Ende „hell“.

„Jeans gehen auch“: Kristina Maidt-Zinke bespricht Joseph von Westphalens Zur Phänomenologie des arbeitenden Weibes. Zwölf Eroberungsversuche und zwei Dreingaben, erschienen bei Haffmans. Maidt-Zinke: „Im Übrigen braucht der Leser – und noch mehr die Leserin, die hier leicht eine Macho-Verschwörung wittern könnte – die Gaben eines Trüffelschweins und eines Perlenfischers, um im wuchernden verbalen Beiwerk die komischen Highlights aufzuspüren. Von Zeit zu Zeit (aber nicht unbedingt öfter) macht man sich diese Mühe gern.“

Bis zum 1. November ist das fotografische Werk von Herlinde Koelbl im Martin-Gropius-Bau Berlin zu sehen. Der Katalog zur Ausstellung (Herlinde Koelbl. Fotografien 1976 – 2009) erscheint bei Steidl.

„Die Sprache ist allen bekannt und ein Geheimnis“: Lothar Müller äußert sich heute dazu, dass die Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm 2012 beim Buchstaben „F“ enden wird.

Gestern wurden in Brüssel die ersten Preisträger des Europäischen Literaturpreises genannt. Überreicht werden die mit 5000 Euro dotierten Auszeichnungen am 28. September. Preisträger sind: Paulus Hochgatterer (Österreich), Emmanuelle Pagano (Frankreich), Karen Gillece (Irland), Daniele Del Giudice (Italien), Mila Pavicevic (Kroatien), Laura Sintija Cerniauskaite (Litauen), Carl Frode Tiller (Norwegen), Jacek Dukaj (Polen), Dulce Maria Cardoso (Portugal), Pavol Rankow (Slowakei) und Szecsi Noemi (Ungarn).

Das Buch Die doppelte Pippielotta (Märchenbuchverlag) wurde vom Landgericht Hamburg als Plagiat der Pippi Langstrumpf– Geschichten von Astrid Lindgren eingestuft und per einstweiliger Verfügung verboten.

Kanzlerin Angela Merkel wird an der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober teilnehmen. Der Börsenverein ließ mitteilen, die Zusage bestätige „die Wichtigkeit, die unsere Politik dem kulturellen Gespräch mit China beimisst“.

Die Welt

Gemeldet wird, dass Frankreichs „großer Historiker“ Emmanuel Le Roy Ladurie 80 Jahre alt wird. Ihn habe zunehmend die politische Correctness bei Deutschen und Franzosen gestört und er habe immer wieder „unkonventionelle Beobachtungen“ zu politischen Ereignissen beigesteuert. Zum Beispiel wenn er Le Pen nicht erfreulich findet, aber der sei auch nicht Hitler, „das müssten die Deutschen ja am besten wissen“.

Unter „Raubritter im Netz“ beklagt Hendrik Werner die gestrige Tagung Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit (wir berichteten, [mehr…], dass die Vertreterin der Bundesregierung nur vage Absichtserklärungen hören ließ, ohne eine konkrete juristische Strtegie zu formulieren. Kritisiert wird auch, dass von VG Wort und Börsenverein klare Worte fehlten, „auf welcher Grundlage rechtliche Schritte gegen den Google-Vergleich eingeleitet werden sollen“. Und meint, gemessen an den kulturellen und finanziellen Werten, die auf dem Spiel stehen, seien Eile und Klartext geboten.

„Die längste Geschichte der Welt“ wude um Perry Rhodan gestrickt, der Quastenflosser des Science Fiktion. Heute liegt der 2500. Band am Kiosk und die Welt fragte Andreas Eschbach, der zugibt nur die Hälfte gelesen zu haben. Aber seine erste Veröffentlichung habe auf der Leserkontaktseite eines entsprechenden Heftes stattgefunden und wird einen weiteren Gastroman für die Moewig Serie geschrieben. Der trägt dann die Nummer 2503 (nach 1935 und 2295). Von Eschbach erschienen Der haarteppichknüpfer und Jesus Video, im September kommt Ein König für Deutschland auf den Markt.

Financial Times Deutschland

Vorgestellt wird Philip Haußmann, Vorstandssprecher der Klett AG.

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