Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und es guttenbergt gar sehr / SZ-Kommentar zum Borders-Debakel

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Das Thema allüberall: Guttenberg und die Plagiatsvorwürfe. Die NZZ hat am pfiffigsten reagiert und eine Eigenwerbung für sich geschaltet: „NZZ am Sonntag. Summa cum laude. – Universität Bayreuth“.

Frankfurter Rundschau

„Das Leben danach“: Erik Orsenna Lied für eine geliebte Frau (C.H. Beck).

Joanne K. Rowlings Leben soll verfilmt werden. Die Autorin hat aber die TV-Biographie noch nicht autorisiert.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Wie heißt doch gleich mein Nachfolger?“ – Joschka Fischer stellt den zweiten Band seiner Autobiographie (KiWi) vor. Mit Häme gegen zu Guttenberg sollte er allerdings aufpassen: In der Einladung zur offiziellen Buchvorstellung der Guttenberg-Biographie in Berlin (am 28. Februar) hat er gesalbte Worte für das Werk gefunden…

Wohin mit unserem E-Müll? Nach Ghana zum Beispiel. Die können sich eh nicht wehren. Pieter Hugo hat in seinem Buch Permanent Error (Prestel) die erschreckenden Folgen unseres Entmüllungs“konzepts“ enthüllt.

Hintergründe einer Poetik: Herta Müller im Gespräch mit Michael Lentz über die Atemschaukel: Lebensangst und Worthunger (Suhrkamp).

Annotationen
Nora Gomringer Nachrichten aus der Luft (Voland & Quist)

Christian F. Zander Gestorben wird immer (DRW Verlag)

James C. McCann Stirring the Pot (Hurst & Company)

Rainer Bayreuther Was ist religiöse Musik? (Bachmann)

Die Welt

„Opa hat es richtig gemacht“, titelt die WELT und bildet das bei Seewald erschienene Memoiren-Buch von Guttenbergs Großvater ab, das zu allem Unglück Fußnoten heißt. Klara Obermüller, eine von zu Guttenberg – ähem – zitierte Journalistin (86 Zeilen immerhin, aber OHNE Fußnote), fordert im Feuilleton: „Zeigen Sie Stil, Herr zu Guttenberg!“ Böse Absicht unterstellt sie dem Minister nicht, aber an ein bloßes Versehen mag sie auch nicht glauben. Kläglicher als das Abschreiben findet sie, wie Guttenberg bislang versucht hat, sich aus der Affäre rauszureden.

Süddeutsche Zeitung

Patrick Bahners große Streitschrift wider die Islamkritik Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam (C.H. Beck).

Florian Kessler über den Untergang der Buchhandelskette Borders [mehr…] – nun gelte es, in Deutschland nicht dieselben Fehler zu machen.

„Von Sodom bis Abu Ghraib“: Susan Neiman Moralische Klarheit (Hamburger Edition).

Jörg Häntzschel zum 80. Geburtstag von Toni Morrison.

Das Pech des frühen Redaktionsschlusses: Gestern abend noch ging über den Ticker, daß der neu Vargas Llosa nun doch nicht bei Rowohlt erscheint [mehr…]. Camilo Jiménez rezensiert das neue Werk El sueno del celta (Santillana Ediciones).

„Geklaute Auflage“: Vielleicht wäre in China noch Platz für Guttenberg. Zum Beispiel bei der Zeitung Cankao Xiaoxi. Diese schreibt ihre internationalen Artikel hauptsächlich aus internationalen Blättern ab. Sie droht aber jedem mit Strafen, die das gleiche mit ihren selbst recherchierten Artikeln aus dem eigenen Land macht, das hat die SZ jetzt wohl am eigenen Leib erfahren. Und Cankao Xiaoxi scheint nicht die einzige Zeitung zu sein, die nach diesem Prinzip verfährt. Immerhin bietet die staatliche Zeitung (sic!) gleich vorab eine Entschuldigung an, für jeden, der sich bei ihr meldet: Da paart sich das Prinzip Guttenberg mit dem Prinzip Google. Die Regierung hat eine Clinton-Formel gefunden: Kopieren sollte man fördern, aber geistiges Eigentum sollte nicht verletzt werden, heißt es.

Neues Deutschland

Dietmar Dath mit einem Kommentar zum heute beginnenden Prozess gegen linke Buchhändler. Hier lesen

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