Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und es wird nach Suhrkamp „kälter am Main“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie heute schon wissen, nach welchem Buch Ihre Kunden morgen fragen oder wenn Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch suchen.

Frankfurter Rundschau

Der Betriebsrat von Suhrkamp will gegen den Umzug klagen – alles gleich auf den Seiten zwei und drei im allgemeinen Teil des Blattes, ist ja auch ein Frankfurt-Thema und nicht nur ein – wie wir lesen – „Verrat am Erbe Siegfried Unselds“.

Interessiert da noch das neue Tagebuch von Grass? Offensichtlich die Kritikerin Ina Hartwig, aber sie meint: „Glück sieht anders aus.“

Burkhard Spinnen (von ihm kommt bald sein zweiter Kinder- und Jugendroman Müller hoch drei weint „Keine Krokodilstränen“ – wir „alle haben Märklin auf dem Gewissen“: Es geht noch nicht um seinen Roman, sondern um deren Insolvenz. Und „Der Vorleser“ überzeugt auch im Kino.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das „Ende einer Frankfurter Legende“ ist Thema schon auf der Titelseite, auf S. 33 geht’s dann zu Sache Suhrkamp – die Verlegerin steht Felicitas von Lovenberg Rede und Antwort – und im Kommentar klingt an, der Umzug hat auch damit zu tun, dass der Verlag sich dann bald wieder „ganz selbst gehören“ könnte.

Drei Hörbuch Tipps:
„Nimm eine Pille, und leg Dich hin“: Wolfram Koch hat eingelesen Arthur C. Clarke 2001-Die Odyssee im Weltraum (Der Audio Verlag) – seine „trocken-lakonische Lesart entspricht der faszinierenden Kühle dieses Meisterwerkes“ meint Wolfgang Schneider.

„Kehlmanns Pausenklau“ meint Ulrich Matthes, der im Booklet bekennt, er habe beim Einlesen von Ruhm dem Dichter selbst die Pausen geklaut, auch seine Intonation imitiert (Deutsche Grammophon).

Unter „Entdeckt und Verloren“ wird noch vorgestellt Anna Maria Jokl Die Perlmutterfarbe (Der Hörverlag).

„Die Legende vom Widerstand“: Oliver Jungen schreibt über Erwin Strittmatters „schmutzigen Krieg – er war nach neuen Erkenntnissen stärker als bisher bekannt in NS-Verbrechen verstrickt“.

In der Beilage „Bilder und Zeiten“ geht’s um Stewart O´Nan : Alle, alle lieben Dich (Rowohlt) (Alexander Müller: „Ein bewegender Roman“). Und um Karl-Heinz Ott Ob wir wollen oder nicht (Hoffmann und Campe). Edo Reents lobend: Ott habe „einen Heimatroman und Krimi geschrieben, der erste und letzte Fragen so elegant wie abgründig löst“.

„Sie mailen wieder“: Sandra Kegel findet, Daniel Glatthauer „entlässt sein E-Paar ins Leben“ in Alle sieben Wellen (Deuticke).

Clemens Brentanos Gedicht Der Spinnerin Nachtlied macht Lust auf die Gesamtausgabe bei Hanser (Ulrich Greiner erklärt „Der Spinnerin Blues“) und Melanie Mühl besucht den Autisten und Autor Daniel Tammet und fragt den Patmos-Autor (Wolkenspringer): „Wie sieht Ihr Kopf von innen aus?“

Die Welt

Auch hier: Der Vorleser überzeugt auch im Kino, ein Kommentar zum Suhrkamp-Umzug… In der Beilage „Die Literarische Welt“ trauert Ian McEwan um John Updike; Buch der Woche ist Empörung von Philip Roth – und die Seite acht liefert eine prima Idee für einen Büchertisch „Auf der Suche nach der italienischen Mafia“: Vorgestellt von Felix Müller werden Bücher aus der Welt der Paten.

Süddeutsche Zeitung

„Der Main wird kälter“ meint Lothar Müller zum Suhrkamp-Umzug… und Monika Maron „Die Unke hat geirrt“ zu Günter Grass, der „meinte zu wissen , was die Ostdeutschen wollen müssten“.

Wieder eine schöne Seite Kinder- und Jugendliteratur:

Marjolijn Hof „überzeugt mit ihrem ersten Kinderbuch“ Tote Maus für Papas Leben (Bloomsbury); dazu John Green Die erste Liebe(nach 19 vergeblichen Versuchen) (Hanser), Edwartd van de Vendels Gedichtband Superguppy) (Boje), Iva Procházková Die Nackten) (Sauerländer), Hilke Rosenboom Wayne und die Nacht der echten Cowboys) (Boje).

„Gut und günstig“ die Taschenbücher:
Linda Newberry Katzenaugen) (dtv Reihe Hanser),
Andreas Steinhöfel Dirk und ich) (Carlsen).

Ach ja, Dirk Rumberg, bis Ende 2008 dort Leiter der Abteilung „Neue Produkte“, meldet sich bei der SZ zurück, aber nur mit seinem Lieblingsbuch – aber das ist dann gleich eine ganze Bibliothek, zu viel für den Chronisten heute morgen, nehmen Sie darauf Rücksicht, Herr Rumberg!

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.