Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und für Gerhard Steidl sind Bücher der großen Verlage „Qualitätsimitationen“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Noch einmal MRR: „Oja, Du hast viele Freunde“, Marcel Reich-Ranicki wird in der Frankfurter Paulskirche mit der Börne Medaille geehrt, Harald Schmidt sang laut FR „sehr ordentlich“ Bertold Brechts „Erinnerungen an die Marie A.“ und MRR: „Ich habe getan, was mir im Leben Spaß gemacht hat.“

„Eine schön aufgemotzte Leiche“: Verleger Gerhard Steidl im Interview über die Zukunft von Buch und Tageszeitung. „(Viele deutsche Buchverleger) haben es leicht, sich vom Buch zu verabschieden. Sie verkaufen Buchimitate. Fadenheftung gibt es nicht mehr. Stattdessen Klebebindung. Standardpapiere. Machen Sie den Schutzumschlag ab, gibt es in der Regel kein Leinen mehr, sondern Papier. Von der Qualität des Buches haben sich die Verlage schon lange verabschiedet. Sie freuen sich darauf, sich jetzt auch, von den Kosten der Qualitätsimitation verabschieden zu können.

Das Berliner Poesiefestival, das noch bis zum 12. Juni währt, widmet sich dem Mediterranen.

„Vom Hexagramm zum Judenstern“: Gershom Sholems klassische Darstellung der Geschichte vom Davidsschild bei Suhrkamp neu aufgelegt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Verleihung der Börne-Medaille an MRR begegnet auf der Titelseite der FAZ und im Feuilleton mit den Redebeiträgen von Frank Schirrmacher („Literatur ist ein Überlebensmittel“), Henryk M. Broder](„Die großen Katastrophen liegen noch vor uns“) und Thomas Gottschalk („Du hast mir eine Bürde abgenommen“).

„Mit kreolischen Dribblings muss die Revanche gelingen“: In Für Messi sterben? führt Pablo Alabarces vor Augen, wie eng der Fußball in Argentinien mit dem Selbstverständnis nationaler Eigenheiten verknüpft ist (Suhrkamp).

„Kein Leben in der Hutschachtel“: Pünktlich zur heutigen hundertsten Wiederkehr ihres Geburtstages erinnert die Biographie Monika Mann von Karin Andert an die Thomas-Mann-Tochter (Mareverlag).

Annotiert wird in Kürze unter der Überschrift:
> „Für Louise“: Harald Fricke, Texte 1990 – 2007, Merve
> „Kurzfilmerfahrung“: Daniel Fritsch: Georg Simmel im Kino, transcript

„Junge Vampire sind eben so“: Die neue Folge des Errfolgszyklus Twilight von Stephenie Meyer fällt aus dem Rahmen.

Süddeutsche Zeitung

Kein MRR

„Die Mafia, wie sie mordet und singt“: Der Bildband des Fotografen Alberto Giuliani Malacarne. Leben mit der Mafia bei Edel, Earboks Hamburg sorgt für Empörung, weil es das Verbrechen anklagt und zugleich mit einer beigeleegten Mafialieder-CD bewundert.

„Lust auf Seelenstrips“: Der 14. Comic-Salon in Erlangen reflektiert das Medium in Zeiten des Internet.

„Metternich als Prophet“: Millionen vermiedene Tote. In Metternich. Staatsmann zwischen Restauration und Moderne liefert Wolfram Siemann eine „brilliante Darstellung eines europäischen Staatsmannes“ ab (C.H.Beck).

„Bescheidwissen im Alltagsdickicht“: Armin Nassehi erzählt in Mit dem Taxi durch die Gesellschaft (Murmann) soziologische Stoffe.

„Wenn Zauberperlen zu viel schwimmen“: Jostein Garder hat in Die Frau mit dem roten Tuch (Hanser) aus den schweren Fragen, wo kommen wir her, wo gehen wir hin und wer sind wir überhaupt, einen Roman gebastelt, „der nicht viel wiegt“.

„Zur Welt bringen“: Otto Sander las in Berlin William Carlos William, was Lothar Müller zu einer Vorstellung des Arzt-Autors veranlasst – ohne Titel zu nennen.

Die Welt

Notizen vom MRR-Festakt von Uwe Wittstock.

Dafür größer (und damit vor lauter MRR dem Vergessen entrissen) eine Lobrede von Eva Manesse, die sie am Sonntag auf Georg Kreisler hielt, der kein Liedermacher sein will und doch der größte ist. Kreisler erhielt den Hölderlin-Preis [mehr…].

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