Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und gestorben sind Francisco Ayala und Claude Lévi-Strauss

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Reinhard Jirgl im Interview über den Mauerfall vor 20 Jahren.

Christoph Schröder hat einen ganz besonderen Abend verlebt: Ror Wolfs Werkausgabe Schöffling & Co. wurde in Frankfurt präsentiert (die ersten beiden Bände), und der Meister kam selbst zu einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte.

Robin Celikates rezensiert Ethische Experimente von Kwame Anthony Appiah (C.H. Beck).

Überall sterben die Plattenläden. Nur nicht Rough Trade in London. Der Laden wächst stetig. Serge Debrebant hat sich umgesehen. Wie machen die denn das? Mit Service und Angeboten jenseits des Mainstreams – so einfach. Können wir uns doch was abgucken, oder?

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Wortkarg, aber aufregend“: Kjell Askildsens Ein schöner Ort (Luchterhand).

„Verrostete Welt“: Andrzej Stasiuks Erzählungen Winter (Insel).

Axel Schildt und Detlef Siegfried haben eine Deutsche Kulturgeschichte von 1945 bis zur Gegenwart verfasst (Hanser).

Die Erforschung der Klangwahrnehmung: Daniel J. Levitin Der Musik-Instinkt (Spektrum Akademischer Verlag).

Ernst Horst rezensiert Langenscheidts Hä?? Jugendsprache unplugged 2010. Klar, dass er „Vollhorst“ reichlich albern findet. Aber nicht nur er…

Erst vor ein paar Jahren für den deutschen Markt entdeckt (Manesse) – und was für ein Autor: Francisco Ayala! Jetzt ist er mit 103 Jahren in Madrid gestorben. Paul Ingendaay mit einem Nachruf.

Auch hier: Der Ror Wolf-Abend von Schöffling & Co.. Schön, dass sowohl FR und FAZ den Artikel mit dem gleichen Zitat beschließen. Da sind wir doch auch so frei: „Lieber Klaus, so ist es gut. Herzlich, Dein Ror“.

Die Welt

Claude Lévi-Strauss ist gestorben, nur wenige Tage vor seinem 101. Geburtstag (28. November). Wolf Lepenies würdigt den großen Philosophen mit einem Nachruf auf der Aufmacherseite.

Philip Roth will fünf Kurzromane schreiben. Mit Demütigung ist der zweite erschinen – und sicher spielt der Titel nicht darauf an, dass er auch in diesem Jahr bei Nobelpreis leer ausgegangen ist.

Süddeutsche Zeitung

Auch hier ist Claude Lévi-Strauss der Aufmacher; Fritz Göttler hat den Nachruf geschrieben.

Tobias Lehmkuhl mit einem Nachruf auf Francisco Ayala.

Jens-Christian Rabe rezensiert Slavoj Zizek Auf verlorenem Posten (Suhrkamp).

„Graphische Erzählungen über Erinnerungen an das geteilte Land“: Flix Da war mal was (Carlsen), Claire Lenkova Grenzgebiete (Gerstenberg), Simon Schwartz Drüben! (Avantgarde).

Neue Zürcher Zeitung

Der Nobelpreis für Herta Müller habe der bisher eher vernachlässigten rumäniendeutschen Literatur ein neues Interesse beschert, schreibt Ex-Ehemann Richard Wagner heute in der NZZ. Er beschreibt wie sich ein in den achtziger Jahren vom Banat nach Berlin umgesiedelter Autor als Deutscher erlebt.

„O Lust am Greifbaren“: Eine Hommage an den Dichter Peter Rühmkorf im norddeutschen Rendsburg, dessen Nachlass jetzt auch nach „Takatukaland“ (Joachim Kersten), sprich nach Marbach abwandern wird.

„Bruder Hitler, Führer Freud?“: Mark Edmundson versucht sich in Sigmund Freud. Das Vermächtnis der letzten Jahre(Deutsche Verlagsanstalt) an Sigmund Freuds letzten Jahren, lasse aber wesentliche Fragen undiskutiert, so Ludger Lütkehaus.

Im Wirtschaftsteil gibt es eine Seite Empfehlungen zu internationalen Wirtschaftstiteln

Die Wirtschaftskrise habe vielerorts Fragen nach der Rolle der Ordnungspolitik an die Oberfläche gebracht. Einen eigenen Stellenwert nimmt sie in den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Lehren Wilhelm Röpkes ein, wie in dem Buch herausgegeben von Heinz Rieter und Joachim Zweynert Wort und Wirkung – Wilhelm Röpkes
Bedeutung für die Gegenwart
, Metropolis-Verlag, nachzulesen ist.

Die Integration der EU ist mit Zentralisierung verbunden. In seinem Buch The European Institutions as an Interest Group. The Dynamics of Ever-Closer Union (Institute of Economic Affairs) bietet Roland Vaubel die Erklärung, dass Bürokraten und Politiker diese im eigenen Interesse forcieren.

Wie Hoover und Roosevelt die Depression verlängerten: Einen unorthodoxen Blick auf die Krise der dreißiger Jahre wirft Amity Shlaes in The Forgotten Man – A New History of the Great Depression, Harper Perennial.

Annotiert wird in Kürze unter der Überschrift:
„Dichterfürst als Unternehmensberater“: Stefan Küthe / Monika Schuch: Goethe für Manager, Linde-Verlag
„Ansichten des Visionärs Soros“: George Soros: Die Analyse der Finanzkrise … und was sie bedeutet – weltweit, Finanzbuch-Verlag

Heute mit Kinder- und Jugendbuchseite:

„Ein Museum für Bilder und Wörter“: Die Prager Künstlerin Květa Pacovská spricht über ihr Bilderbuch Hänsel und Gretel, erschienen bei Minedition.

„Gemalte Botschaften des Vaters“: Briefe an ein verstecktes jüdisches Kind sind dokumentiert in Tami Shem-Tov: Das Mädchen mit den drei Namen, Verlag Fischer Schatzinsel und
Jacob van der Hoeden: Lienekes Hefte, Verlag Jacoby & Stuart

„Die Schatten der Sonnenseite“: Der Altmeister Klaus Kordon erreicht mit seinem Ost-West-Roman Auf der Sonnenseite (Verlag Beltz & Gelberg) wieder einmal das Herz der Rezensentin.

Annotiert wird in Kürze:
„Familiensinn“: Jutta Langreuter (Text), Reinhard Michl (Illustrationen): Ein Zuhause für den kleinen Wolf, Sauerländer-Verlag.
„Versöhnliches Wettrennen“: Rotraut Susanne Berner (Text und Illustration): Hund & Hase, Verlag Jacoby & Stuart.

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