Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und gestritten wird über Open Access

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Interview mit der Autorin Bliss Broyard, deren Familiengeschichte Philip Roth zum Menschlichen Makel inspiriert hat.

„Die Sucher nach der blauen Beere“: Liane Dirks hat mit Der Koch der Königin (Arche) einen „üppig exotischen Roman“ geschrieben.

Im Protest gegen Open Access manifestiere sich ein diffuses Unbehagen am Internet: Matthias Spielkamp und Florian Cramer jonglieren in ihrem Artikel wieder mächtig mit „Freiheit der Kunst“ durch die Gegend. Aber: „Google Books hat mit Open Access etwa soviel zu tun wie eine Buchclub-Drückerkolonne mit einer öffentlichen Bibliothek“. http://fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1726814_Open-Access-Die-Autoren-werden-gestaerkt.html, Aber lesen Sie selbst! Und wenn Sie dann die FR daraufhin nicht mehr kaufen, haben sie eine Wirkungsweise von Open Access kapiert.

Annotationen
Guillermo Martínez Roderers Eröffnung (Eichborn) und Ingrid Law Schimmer (Carlsen).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der „Heidelberger Appell“ [mehr…] geht nach Berlin. Roland Reuß fordert von der Bundeskanzlerin ein politisches Signal für die Wahrung des Urheberrechts. Hoffentlich findet Frau Bundeskanzlerin vor lauter Bankenretterei Zeit dazu.

Ein „spannendes Kammerspiel“: Oliver Pfohlmann meint Erwin Kochs Roman Nur Gutes (Nagel & Kimche).

Gina Thomas schreibt einen Nachruf auf den britischen Schriftsteller J.G. Ballard, der am letzten Wochenende im Alter von 78 Jahren gestorben ist.

Die Welt

Lüttich baut einen neuen Bahnhof und das Museumszentrum Jean Curtius. Der Bestand des Zentrums ist zu bewundern in 7000 ans d’art et d’histoire au Grand Curtius in den Editions Luc Pire – Patrimoine.

Erst wollte Christoph Schlingensief der Welt verbieten, über seine Krebserkrankung zu sprechen. Jetzt präsentiert er das Tagebuch dieser Zeit: So schön wie hier kanns im Himmel gar sein bei Kiepenheuer & Witsch.

Ariel Nabrings ist Leiter des Archivzentrums des Landschaftsverbandes Rheinland und hofft im Interview, das Unglück von Köln führt zu mehr Bewusstsein für den Wert der Archive.

Süddeutsche Zeitung

In die Entstehung von Gustav Flauberts Madame Bovary bekommt man nun genaueste Einblicke: Das Centre Flaubert der Universität Rouen stellt eine Edition des Manuskriptes ins Netz. Unter bovary.univ-rouen.fr/ ist die „philologisch mustergültige Edition“ abrufbar.

In Pawel Huelles neuestem Roman Das letzte Abendmahl herrscht kalte Wut in Polen. Florian Kessler rezensiert das bei C. H. Beck erschienene Buch: „Pawel Huelles verzweifelt humanistisch erzählter Roman zerbricht am Aufprall mit der Gegenwart.“

Der Philologe Roland Reuß hält in Die Editionsphilologie und das gedruckte Buch ein flammendes Plädoyer für „das Buch als Primärmedium zur Veröffentlichung von Editionen“, erschienen Ende letzten Jahres in Text. Kritische Beiträge, Heft12 bei Stroemfeld/Roter Stern.

Thomas Karlauf erinnert unter dem Titel „Meine Jahre im Elfenbeinturm“ an die Stefan-George-Zeitschrift Castrum Peregrini und seine Zeit in Amsterdam. Erschienen sind die Erinnerungen in Sinn und Form, herausgegeben von der Akademie der Künste, 2. Heft/2009.

Zum Tod des britischen Schriftstellers James Graham Ballard, der am Sonntag im Alter von 78 Jahren an einem Krebsleiden in London gestorben ist, erinnert Petra Steinberger an sein Lebenswerk.

Und Dietmar Daths Roman Waffenwetter wird im Nationaltheater Mannheim aufgeführt.

Neue Zürcher Zeitung

„In der Endlosschlaufe der Geschichte“: Reinhard Jirgl schafft in dem Roman Die Stille ein beeindruckendes Panoramabild Deutschlands im 20. Jahrhundert, schreibt Roman Bucheli über das Buch aus dem Carl-Hanser-Verlag.

„Film noir in Romanform“ bietet der Titel Das absolut perfekte Verbrechen von Tanguy Viel aus dem Wagenbach Verlag, so Franziska Meier.

„Der weite Weg zurück nach Hause“: Doris Lessing schreibt mit Alfred und Emily (Hoffmann & Campe) ein bewegendes Buch über ihre Eltern, so Bernadette Conrad.

Kurz besprochen werden unter
> „Zürcher Intimitäten“: Hans Rudolf Schinz, Von Not und Glück einer Vernunftheirat im Zürich des Jahres 1775. Ein Tagebuch, herausgegeben von Anton Gälli und Jakob Werner, Jutta-Gälli-Verlag
> „Lessing wird inspiriert“: Martin Kessler: Dieses Buch von einem protestantischen Frauenzimmer. Eine unbekannte Quelle von Lessings «Erziehung des Menschengeschlechts», Wallstein
> „Kulturpessimistische Blicke“: Stefan Ritter, Alle Bilder führen nach Rom. Eine kurze Geschichte des Sehens, Klett-Cotta.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.