Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und im Kehlmann-Prozess Rowohlt gegen Spiegel wird Einigung vorgeschlagen

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Nach 30 Jahren kehrt Monika Maron auf den Schauplatz ihres ersten Romans zurück: Bitterfelder Bogen ist bei S. Fischer erschienen.

Mit dem Tagebuch seines Urgroßvaters reist Ulrich Ladurner an den historischen Ort der Schlacht von Solferino (Residenz).

Geistvoll und graziös erzählt Irene Dische vom Innenleben eines orientalischen Killers: Ein Job (Hoffmann und Campe).

Auf der letzten Seite: „König der Krabbeltiere“ – Boris Halva würdigt Eric Carle zum 80.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wenn man von deutschen Gerichten mal einen klaren Spruch erwartet – wie zum Beispiel im Prozess Rowohlt gegen den SPIEGEL in Sachen Kehlmann-Vorabdruck – dann wird auch das nix. Das LG Hamburg, sonst eigentlich bekannt für presserechtlich sehr erstaunliche Urteile, rät zur gütlichen Einigung. Bis 2. August haben die beiden Parteien nun Zeit, sich wieder lieb zu haben.

Die Geschichte der Talkshow in DeutschlandHarald Keller hat sie im Fischer Tb veröffentlicht, und bei all dem televisionären Gequatsche ist es nicht verwunderlich, dass er kann 500 Seiten dafür gebraucht hat.

Christoph Albrecht hat Current Issues in Computing and Philosophy (IOS Press Amsterdam) gelesen.

Und Tilmann Lahme rezensiert Matthias Zschokkes Erzählung Auf Reisen (Ammann).

Neue Zürcher Zeitung

Was für ein „Schmutziges Handwerk“ der Krieg ist, das stellt Anton Holzer in Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914–1918 bei Primus-Verlag dar.

„Buenos días, Argentina“: „Zweimal Juni“ von Martín Kohans bei Suhrkamp ist ein Roman über Fußball in Zeiten der Diktatur, über Triumpfe und die Frage, ab wann ein Kind gefoltert werden könne.

„Kein schöner Tod“: David Foster Wallace erklärt ihn „Am Beispiel des Hummers“ im Arche-Literatur-Verlag.

„Umgekehrte Initiation“: In I love Dollars und andere Geschichten aus China, spottet Zhu Wen über Chinas Boom (A1-Verlag).

Es gibt sie, die „Nichtwissensgesellschaft“ und sie ist gewollt. Denn große Unternehmen lassen Studien zur gezielten Produktion von Ignoranz erstellen. Nach dem Motto, solange nichts bewiesen ist, kann man fröhlich weiter verkaufen, zum Beispiel Zigaretten. Herausgeber Robert Proctor und Londa Schiebinger haben das in Agnotology: The Making and Unmaking of Ignorance bei Stanford University Press mal beleuchtet. Leider auf Englisch.

Die Welt

Hendrik Werner schlägt augenzwinkernd vor, für die Videoporträts der Teilnehmer am Wettbewerb um den Bachmann-Preis einen eigenen Preis auszuschreiben: „Auf einen Preis mehr kommt es auch nicht mehr an.“

Im Rechtsstreit zwischen dem Spiegel und Rowohlt wegen eines Artikels zu Kehlmanns Ruhm vor Ablauf der Sperrfrist wird eine gütliche Einigung angestrebt.

Süddeutsche Zeitung

Wilhelm von Sternburg hat bei Kiepenheuer & Witsch eine Biografie zu Joseph Roth veröffentlicht: „Diese wunderbare Biographie …“

Neuer Stadtschreiber in Bergen-Enkheim wird Ulrich Peltzer.

Peter Handke hat den serbischen Literaturorden erhalten.

„Vom Faschismus erzählen in Form einer Liebesgeschichte.“ Jean-Michel Beuriot zeichnet zu Philippe Richelles Dialogen den Comic-Roman Unter dem Hakenkreuz. Band 1 ist bei Schreiber & Leser erschienen.

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