Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und jede Menge „Bücher zum Verschenken“, bei FOCUS und Süddeutsche

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Die Verleihung von drei Preisen füllt die Nachrichtenspalte in der FR heute morgen.

1. Die Universität Bern hat John le Carré die Ehrendoktorwürde verliehen, heißt es heute morgen. Die Universität hat sich erinnert, dass der Autor, der mit bürgerlichem Namen David John Moore Cornwell heißt dort einst studierte. Der Student habe seiner Alma mater alle Ehre gebracht, weil er den Spionageroman von Grund auf erneuert habe, heißt es.

2. Immerhin mit Ehre plus 5.000 Euro ist der George-Konell-Preis versehen, den die Stadt Wiesbaden an Silke Scheuermann verliehen hat. Ihre wichtigsten Werke sind der Lyrikband Über Nacht ist es Winter (Schöffling) und der Roman Die Stunde zwischen Hund und Wolf (Goldmann).

3. Mit 10.000 Euro ist der Mara Cassens-Preis dotiert, mit dem Lukas Bärfuss für sein Debüt Hundert Tage (Wallstein) geehrt wird.

„Heimat und Elend“, so lautet der Bogen der Lyrik von Ulrike Draesner in ihrem Buch berührte orte, das bei Luchterhand erschienen ist.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gemeldet wird, dass das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst den Robert-Gernhardt-Förderpreis ausgelobt habe. Ausgestattet mit 24.000 Euro Preisgeld soll er zukünftig alle zwei Jahre an zwei in Hessen lebende Autoren vergeben werden.

„Ein Fake mit Fortüne“, so titelt die FAZ die Besprechung zu Alban Lefrancs Angriffe, das bei Blumenbar erschienen ist und in dem sich Lefranc über die selbstzerstörerischen Biografien von Rainer Werner Fassbinder, Bernward Vesper und Nico wundert.

„Der Engel ist gefallen“: Connie Palmen vermische auch in ihrem neuen Roman Luzifer bei Diogenes wieder Wirklichkeit und Fiktion trickreich und spannend.

„Staat und Mafia ergänzen sich prächtig“, so ist der Blick in die literatischen Zeitschriften übertitelt, das sich lettre International 82 und Merkur 12 annimmt.

Annotiert wird unter „Rasender Verworter“ Catherine Frieds Erinnerungen über Erich Fried in Über kurz oder lang (Wagenbach).
Unter „Rasches Verstummen“ Jutta Reichelts Nebenfolge aus dem Heinrich-Verlag Hamburg, ein Roman mit banaler Anmutung, der aber die Falltür zu Abgründigem öffne.

Um neue Sachbücher geht es auf einer Extra-Seite:

„Wer schont die Mörder von Siegfried Buback?“ lautet die offene Frage über eine Rezension von Michael Bubacks Der zweite Tod meines Vaters, das bei Droemer Knaur erschienen ist.

„Ausgebrannte Rhetorik im Kraftwerk der Kulturen“ sei das Buch von Klaus-Dieter Lehmann unter dem Titel Bild, Buch und Arche (bup). Das enthalte zwar Vernünftiges, aber im Buch vom Leiter des Goetheinstitutes sei auch viel Zwang zur Repräsentation zu spüren.

Unter „Anerkennung – da lacht Hegel“ geht es um den neuen Sammelband Hegels Phänomenologie des Geistes (Suhrkamp).

Süddeutsche Zeitung

Nach dem Engagement der Süddeutschen müsste diese Woche nun endgültig das Weihnachtsgeschäft in Schwung kommen. Denn sie kommt mit einer 16-seitigen Literaturbeilage.

„Gelächter im Dunkel“: Der Film Gomorrha nach dem gleichnamigen Buch schlage bei den Europäischen Filmpreisen zu, heißt es heute morgen im Feuilleton. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches, auf deutsch bei Hanser, habe in fünf Kategorien abgeräumt, darunter beste Regie und bestes Buch.

„Das intellektuelle Baumspektakel“: Das Buch Die Platane von João Rodrigues de Sá de Meneses sei eine „humanistische Einladung“ unter denselben Baum zum spielerischen Philosophieren.

„Ein Steinbruch der Kongresse“ finde sich in Caroline Neubaurs Psychoanalyseberichte, die als Buch unter dem Titel Psychoanalyse auf der Spur bei Vorwerk 8 erschienen sind.

„Proust light“ sei L.P.Hartleys The Go-Between, das bei der Edition Epoca erschien, meint Voker Breidecker und findet das Buch hinreißend.

„Bade auch in Lübeck“ ist eine Spalte überschrieben, mit der dem Literaturwissenschaftler Eckhard Heftrich zum achtzigesten Geburtstag geehrt wird. Der gebürtige Badener habe das Buddenbrook-Haus zu einer weltoffenen Forschungsinstitution gemacht.

„Sehr viel Technik“, so Christoph Schröder, der entgegen der Jury das Buch Unter Einzelgängern von Christopher Koelble (dtv premium) nicht für würdig hält, mit dem Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung bedacht worden zu sein.

Und das finden Sie in der Literaturbeilage, zuerst die Belletristik:

„Traumgesichte eines Liebhabers“: Thomas Steinfeld lobt The Ingmar Bergman Archives aus dem Taschen Verlag.

„Die Knochen und der Kaffeesatz“: Der Rumäne Filip Florian wolle in Kleine Finger (Suhrkamp) die Literatur von der historischen Beweispflicht befreien.

Unter „Das Leben ist mein Ponyhof“ geht es um Julia Zanges Romandebüt Die Anstalt der besseren Mädchen (Suhrkamp).

„Gott gibt dem Brot, der keine Zähne hat“: Carlos Ruiz Zafón habe mit Das Spiel der Engel bei S.Fischer einen vergnüglichen Schauerroman auf Deutsch herausgebracht.

„Schwankend durch die braunsche Röhre“: Menschen kommen in Mathias Gatzas Roman Der Schatten der Tiere (Rowohlt) eher schlecht weg.

„Säufer Sisyphos“: Bei Mittler entwerfe Wolfgang Skwara wie der Titel Entwurf einer Wüste sagt, eine Wüste.

„Man ist ja nicht verwöhnt“: In dem Briefe-Band Jede Sorte Glück gebe Brigitte Reimann bei Aufbau Einblicke in das unruhige Leben der Schriftstellerin.

„Keine Erlösung trotz Kunst und Liebe“: In Thomas von Steinaeckers Roman Geister (Frankfurter Verlagsanstalt) werden die Grenze zum Grafic Novel überschritten.

„Zufrieden ist der Königspapagei“: Übersetzer Alexander Nitzberg zelebriere die Sonette Edmund Spensers in Die Lilienhand in einer eleganten Nachdichtung.

„Maritimes Welttheater“: Die Liebesgedichte von Walter Helmut Fritz in Herzschlag (Hoffmann und Campe) folgen der Trias Warten, Sehen, Horchen.

„Angst im All“: Nedko Solakovs 99 Fears bei Phaidon seien vor allem komisch.

„Wir haben doch unser eigenes Päckchen zu tragen!“: So prall wie entbehrungsreich schildere Anna Gavalda das Leben in Alles Glück kommt nie bei Carl Hanser.

„Seelenökonomie“: In Hamlet im Fegefeuer gehe es über das Fegefeuer bei William Shakespeare wie es Stephen Greenblatt beschreibt.

„Spermologie“: Eva Hesse berichtet in Ich liebe, also bin ich bei Osburg von der Ezra Pound-Front.

Und dann kommt der Sachbuchteil:

„Der humane Kram unserer Zeit“: Ein Bildband über die Wohnungen unserer Zeit ist Unter anderem: die Dinge von Ute Guzzoni (Karl Alber) und The Comfort of Things von Daniel Miller bei Polity Press.

„Junker und Brandstifter“: Die Quellenedition Bismarcks spanische Diversion (Ferdinand Schöningh) enthülle den Ex-Reichskanzler als Kriegstreiber.

„In der Geltungsbedürfnisanstalt“: Helen Adkins versammele die Dada-Montagen des giftigen Satirikers Erwin Blumenfeld unter dem Titel In Wahrheit war ich nur Berliner (Hatje Cantz).

„Bisschen Lippenstift“: Thomas Rüther wandelt in Berlin unter Helden bei Roger und Bernhard auf David Bowies Spuren.

„Der schnelle Tod“: Andreas Schiper erzählt in Das aufgeklärte Töten bei Osburg die Geschichte der Guillotine.

„Billclinton und die 47 Adoptivkinder“: So lautet die Überschrift tatsächlich zur Reise von Garth Cartwright zu den Roma-Musikern auf den Balkan. Er berichtet im Hannibal Verlag unter Balkanblues und Blaskapellen von seinen Erkundungen außergewöhnlicher Fähigkeiten.

„Als der Streit begann“: Handlich, günstig, gründlich sei die Edition der Schriften von Kirchenvater Athanasius von Alexandria im Verlag der Weltreligionen.

„Windelweich“ ist das nächste Buch zur Generationengeschichte unter dem Titel Das Konzept der Generationen, das Ohad Parnes und andere bei Suhrkamp herausgegeben haben.

„Rauflust und Mitleid“: Hugh Barr Nisbet schildere vor allem Gotthold Ephraim Lessings geistige Biografie in dem Buch Lessing bei C.H.Beck.

„Neue Bankräuber“: Die Welt der organisierten Kriminalität sei teilweise die eigentlich Welt, meint Hans Leyendecker nach der Lektüre von Misha Glenny McMafia bei DVA und Petra Reskis Mafia bei Droemer.

„Mit Ruge durch Russland“, darum gehe es in Gerd Ruges Russland der Reihe Die Deutschen und ihre Nachbarn bei C.H.Beck.

Und dann noch einige Hörbücher:

„In Entfernung“: Das von Michael Krüger eingelesene Buch Die Unbeholfenen (Audiobuch Verlag) sei ein Gewinn.

„Dreiklang im Märchenwald“: Martin Mosebachs Rotkäppchen und der Wolf. Ein Drama bei Hörbuch Hamburg wage sich tief in den Wald.

„Überflieger eines Schuppenrasplers“: Die beiden „faszinierenden Wissenschaftshörbücher“ Hinderk M. Emrich Ist mein Blau dein Blau und Axel Meyer Algenraspler, Schneckenknacker, Schuppenfresser, alle bei (Supposé Verlag), erkunden (endlich) die Synästhesie um den Erfolg der Buntbarsche.

Und unter Reisebuch wird empfohlen:

„Über die Hügel: Der palestinensische Schriftsteller Raja Shedhadeh nehme den Leser in Streifzüge durch Palestina bei Promedia auf eine Wanderung durch seine Heimat.

„Hinaus aufs Meer“ Martina Lehner erzählt in Georg Christoph Fernbergers Fahrt auf den Sinai bei Folio wie zu Beginn der Neuzeit die Österreicher Georg Christoph und Christoph Carl Fernberger nacheinander die Welt entdeckten.

„Unter Krauts“: Der britische Deutschland-Journalist Ben Donald beschreibt in Deutschland for Beginners seine Deutschland-Therapie.

Die Welt

Der Feuilletonteil ist aufgemacht mit dem neuen Film Tintenherz nach dem gleichnamigen Dressler-Buch von Cornelia Funke. Der sei ein eklatanter Fall von literarischer Selbstentmachtung, so Elmar Krekeler, „ein Tintenkotau gewissermaßen“. Er lässt kein gutes Haar am Film, den Funke in allen Phasen begleitet hatte. Der ende jetzt mit so viel Happy End wie es jeder anständige Lektor seinem Leser erspart hätte. „Fortsetzung? Braucht es nicht. Wirklich nicht“, ist sein Urteil.

Geniale Gesichter“ ist der Magazinteil überschrieben und zeigt Bilder des Fotografen Peter Badge, der für Wiley-VCH unter dem Titel Nobles alle noch lebenden Nobelpreisträger fotografiert hat. Im Interview berichtet er von seiner neunjährigen Reise bis er alle beisammen hatte. Lesenswert, was er dabei alles über ganz normale Menschen berichtet, die selten einem Klischee entsprechen.

Focus

Auf dem FOCUS-Titel: „Schöne Bücher zum Verschenken“

Focus-Kulturredakteur Rainer Schmitz stellt auf einer Strecke von 8 Seiten 22 Weihnachtstipps für Neugierige und Geniesser, „Bücher-Luxus in seiner schönsten Form“ vor, gestalterisch und handwerklich aufwendige sowie editorisch wertvolle Bildbände, Sachbücher und Romanwerke. Er registriert als Trend: „XXL-Formate, kiloschwere Prachtausgaben, die oft nur als internationale Produktionen möglich sind, nehmen zu.“

Hier die vorgestellten Titel:

Doyle, Sammler-Edition Sherlock Holmes, 10 Bände (Weltbild)

Manguel, Eine Geschichte des Lesens (S.Fischer)

Daniel, The Circus (Taschen)

Harley u.a., Die geheimnisvolle Sexualität der Pflanzen (Knesebeck)

Fischer, Das große Buch der Evolution (Fackelträger)

Pavord, Wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen (Berlin Verlag)

Levy, Lost Cities (Theiss)

Braun, Städte der Welt (Taschen)

Der grosse Ploetz (Vandenhoeck & Ruprecht)

Feinstein, Bob Dylan – Real Moments (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Cervantes, Don Quijote (Hanser)

Aitmatow, Das erzählerische Werk, 6 Bände in Kassette (Unionsverlag)

Thornton, The Temple of Flora (Taschen)

Johnson, Die grosse Geschichte der Seefahrt (National Geographic)

Mantovani, Eroberer der Berge (Knesebeck)

Büttner, Gemalte Gärten (Hirmer)

Schaefer u.a., Künstlerpaare (Hatje Cantz)

Quinn, Stars and Cars of the 50s (teNeues)

Le Corbusier – Le Grand (Phaidon)

Friedel u.a., Wassily Kandinsky (Prestel)

Portela u.a., Legendäre Reisen im Mittelalter (Theiss)

Der grosse Conrady (Artemis & Winkler)

Der Spiegel

Passend zum Bestseller Außer Dienst (Siedler) geht der Spiegel im großen Portrait heute der Frage nach, warm Alt-Kanzler Helmut Schmidt so beliebt ist.

Schriftsteller Ulrich Magnus Hammer macht sich Gedanken über den freigelassenen Ex-Terroristen Christian Klar. Von Hammer erschien der Titel Die Akte Serkassow.

Auch im Spiegel ist die Verfilmung von Cornelia Funkes Tintenherz Thema. Dort darf die Autorin die kritischen Fragen beantworten.

Und Spiegel Online heute greift vor: Wenn in ein paar Wochen Daniel Kehlmanns neuer Roman in den Handel kommt, der erste nach seinem internationalen Erfolg Die Vermessung der Welt, ist die flächendeckende Medienpräsenz von Autor und Buch bereits vorprogrammiert.

Nun gibt es das „Vorbuch“: Das lohne sich selbst dann zu lesen, wenn man an Kehlmann als Person gar kein Interesse hat, meint Spiegel Online. Requiem für einen Hund heißt der Titel aus der Reihe Fröhliche Wissenschaft im Verlag Matthes & Seitz Berlin. Es handelt sich dabei um eine Art Langzeit-Interview, das der Publizist Sebastian Kleinschmidt im Februar 2008 mit Kehlmann in Berlin geführt hat.

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