Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und „Lesen als Glücksversprechen“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Wahrheit und Wahn“: Christa Wolfs Stadt der Engel schildert eine Flucht, die sich als Suche ausgibt (Suhrkamp).

„Die Wiederverzauberung der Berge“: Zu Beginn der Urlaubszeit zeigt die „brillante Landeskunde“ Zauber Berge. Die Schweiz als Kraftraum und Sanatorium herausgegeben von Felix Graf und Eberhard Wolff aus dem hier + jetzt Verlag, wie die Schweiz zu ihrem Image las Hort der Gesundheit und heilsamer Dinge kam.

„Die Himmelskörper nicht nur für Genies und Melancholiker“: Schreiben ist Krieg, Salvador Plascencia erzählt in seinem Debütroman Menschen aus Papier bei Edition Nautilus von dem verzweifelten Kampf des Autors um seinen Text.

„Unabhängig soll der Verleger sein“: André Schiffrin hat in seiner Autobiografie Paris, New York und zurück (Matthes & Seitz) den Faden aus seinem Buch von vor zehn Jahren wieder aufgenommen. Helmut Meyer beeindruckt, wie es Schiffrin heute noch schafft, nicht zum biegsamen Markenverwalter eines Konzernverlages geworden zu sein, sondern seine Vorstellung von verlegerischer Arbeit hochzuhalten.

Annotiert wird unter:
> „Antimodernisteneid“, In wilder zügelloser Jagd nach neuem: 100 Jahre Modernismus und Antimodernismus in der katholischen Kirche, herausgegeben von Hubert Wolf und Judith Schepers, Schöningh
> „Struktur der Explosion“: Juri M. Lotman, die Die Innenwelt des Denkens, Suhrkamp

Financial Times Deutschland

Im Streit um die Übernahme von Karstadt durch den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen hat es ein Treffen mit den Vermietern geben, die bisher Übernahme blockieren. Das Ergebnis wird unterschiedlich bewertet. Während Berggruen von Durchbruch sprach, äußerten sich die Vermieter vorsichtiger. In der Bilanz sei das Aus für Karstadt nur noch „theoretisch“.

Süddeutsche Zeitung

„Kontingenz und Zufall als Schmiermittel der Politik“ sieht Hubertus Buchstein in seiner Arbeit Demokratie und Lotterie. Das Los als politisches Entscheidungsinstrument von der Antike bis zu EU, Campus.

In seinem Erzählungsband Mehr Liebe. Heikle Geschichten erzählt Frank Schulz von „menschlichen Schwächen und Traurigkeiten“ Jörg Magenau.

Das politische Buch
Andrew Port untersucht Die rätselhafte Stabilität der DDR Ch. Links. Martin Sabrow ist nicht ganz überzeugt von seinen Thesen.

Moshe Zimmermann sieht eine „politische und gesellschaftliche Verrohung der Gesellschaft“ in Nahost: Die Angst vor dem Frieden. Das israelische Dilemma, Aufbau.

Die Welt

Der Philosoph Robert Spaemann spricht im Interview über „das Höchste der Gefühle, Homosexualität und Eros“. Seine Hauptwerke: Glück und Wohlwollen und Personen (Klett-Cotta).

Hans-Jürgen Heinrichs widmet sich Peter Sloterdijk, insbesondere den Bänden Scheintod im Denken, Suhrkamp, und Philosophische Temperamente, Diederichs.

Wieland Freund fragt sich, was eigentlich aus den Lesekreisen geworden ist. Er macht sich auf in die Provinz, genauer: nach Schöneiche, östlich von Berlin. Dort nimmt er teil an einem Lesekreis und trifft auf ganz unterschiedliches: „eine Dame, die, auch wenn sie partout nicht so aussieht, soeben den frühen Stewart O`Nan für sich entdeckt“ beispielsweise. „Lesen ist hier ein Glücksversprechen, und dieses Glück wird gegen den Markt, gegen die Medien und gegen jede literarhistorische Matrize verteidigt.“

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