Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und mit einem Interview über E-Books und das Urheberrecht

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Der Angst ins Auge sehen“: Micha Hilgers empfiehlt das neue Buch von Irvin D. Yalom. In die Sonne schauen. Wie man die Angst vor dem Tod überwindet (btb) beschäftigt sich mit der Angst vor dem Tod und wie man ihrer Herr werden kann.

Im Feuilleton wird unter „Ahnungslosigkeit“ das Buch von Wilfried Witte besprochen: Tollkirschen und Quarantäne. Die Geschichte der Spanischen Grippe (Wagenbach Verlag).

Als Sachbuch wird kritisiert: Die ersten Tage der Zukunft (Pendo Verlag) von Michael Maier, der in diesem Buch die These vertritt, dass das „Internet uns retten werde“, dass die totale Vernetzung nur von Vorteil sein könne und dass „Technikfeinde“ nicht am Wissen der Welt teilhaben können. Kritisiert wird, dass Maier die Vernetzung von Wissen in den Vordergrund stellt. Nicht erwähnt werde, dass das Internet hauptsächlich Müll enthalte, und dass nicht jeder, der Internetnutzer ist, am „großen Weltwissen stricke“.

Dagegen wird das Buch von Andrew Keen gestellt. Die Stunde der Stümper (Hanser Wirtschaft) befasse sich mit genau der entgegengesetzten These, nämlich, dass das Internet hauptsächlich Müll enthalte und dass „Wikipedia“ nicht einmal redigiert würde. Aber auch hier sei wohl nicht recht recherchiert worden.

Frankfurter Allgemeine

Gemeldet wird, dass für den Ludwig Börne-Preis 2009 eine Jurorin gefunden wurde. Necla Kelek ist Soziologin und Autorin, ist in Istanbul geboren und veröffentlichte zuletzt das Buch Die fremde Braut (Goldmann) und Bittersüße Heimat (KiWi). Die Preisträger 2009 werden am 9. Februar 2009 bekannt gegeben.

Besprochen wird im Feuilleton das Thema Lyrik: Das Jahrbuch der Lyrik (S. Fischer Verlag), herausgegeben von Christoph Buchwald und Ulf Stolterfoth und Lyrikmose (S. Fischer Verlag), herausgegeben von Hans Jürgen Balmes, Jörg Bong, Alexander Roesler und Oliver Vogel.

Marleen Stoessel gibt in ihrem Buch Lob des Lachens. Eine Schelmengeschichte des Humors (Insel Verlag) Tipps, wie man seine Laune heben kann.

Der Film Tintenherz, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke, läuft morgen offiziell in Deutschland an. Kritiker haben den Film vorab gesehen, die Zeitungen füllen sich mit Kritiken. Diese hier fällt eher negativ aus. Tilman Spreckelsen erklärt in „Das Flüstern der Bücher“: „Vorlesen und dabei die Dinge lebendig machen – für diesen Film heißt das: unerträglich pathetisch, mit übertriebener Betonung, geradezu komödiantenhaft sprechen, so jedenfalls, dass keine Bücherfigur, die ihre fünf Sinne beisammen hat, dadurch zum Verlassen der Seiten bewegt werden kann.“

Süddeutsche Zeitung

„Kampf den Schwarzlesern“: Ilja Braun interviewt den Juristen Till Kreutzer zum Thema „Illegale Lektüre: Die neuen E-Books und das Urheberrecht“. Kreutzer hat soeben sein neustes Buch „Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen“ veröffentlicht (Nomos).

Unter „Huzulische Salzteigpferde“ geht es um Juri Andruchowytschs Geheimnis. Sieben Tage mit Egon Alt (Suhrkamp).

„Weit im Osten, draußen in Ostpreußen“: Thomas Medicus stellt Andreas Kosserts Buch Damals in Ostpreußen (DVA) vor und Nico Bleutge rezensiert unter „Wörter rennen auseinander“ Dorothea Grünzweigs Gedichtband Die Auflösung (Wallstein).

Außerdem meldet die SZ, dass der Spiegel den Audio-Verlag übernimmt („Hörbuchstärkung“) und dass der Historiker und Publizisten Karl Schlögel den Leipziger Buchpreis erhält.

Die Welt

„Balsam für die wunde Seele“: Johannes Wetzel über die heutige Vergabe des Literatur-Novelpreises an Jean-Marie Gustave Le Clézio: Das, so Wetzel, rette Frankreichs Kulturschaffende aus Selbstzweifeln und Depression.

„Hintern den Mauern von Buchara“: Die Welt stellt vier neue Bände aus ihrer eigenen Edition über das komplette Unesco-Welterbe vor, die sie in Kooperation mit Weltbild herausgibt: Soeben sind die Bände Asien II, Europa II, Europa III und Amerika III erschienen.

Neue Zürcher Zeitung

Im Feuilleton wiegt Gerd Koenen Pro und Contra gegeneinander auf und sichtet das Buch Im Bann der Gewalt. Der europäische Bürgerkrieg 1914-1945 (Siedler-Verlag]) von Enzo Traverso ganz genau. „Selten war ein ambitioniertes Buch so ärgerlich und so anregend zugleich,“ steigt Koenen in den Artikel ein. Ärgerlich sei es, weil der Autor selbst behaupte, eine „radikal neue Perspektive auf das Zeitalter der Weltkriege und totalitären Regime in Europa“ zu haben, gleichzeitig aber den Betrachtungen seiner Vorgänger ziemlich detailliert folge. Anregend sei es, weil es doch „einige produktive Fragen“ aufwerfe.

Außerdem: {Die Funktion der Menschenwürde im Verfassungsstaat (Mohr Siebeck) von Karl-Heinz Ladeur und Ino Augsberg, Sir John Vanbrugh-Storyteller in Stone (Yale University Press) von Vaughan Hart und Die durchsichtigen Hände (Verlag Jung und Jung) von Xaver Bayer.

In Paris wurde ein juristisches Urteil gesprochen, das einer Trödlerin Reichtum bescheren könnte. Nach dem Tod von Emile Ciorans Lebensgefährtin Simone Boué wurde der Nachlass des Paares gesichtet und das „Gerümpel im Keller“ als wertlos erachtet. Eine Trödlerin nahm sich des Krempels an und entdeckte 37 Spiralhefte mit Aufzeichnungen zu Ciorans Hauptwerk, Skizzen für andere Texte und unveröffentlichte Schriften. 2005 sollten die Texte versteigert werden, kurz zuvor wurde dieser Vorgang gestoppt – man ging vor Gericht, denn die Bibliothèque littéraire erhob Anspruch auf die Texte. Der Trödlerin wurde nun der Nachlass zugesprochen, der inzwischen einen Wert von ca. 1 Million Euro haben dürfte.

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