Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und mit José Saramago, Ernst Jünger und Alice Schwarzer

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Bloß die Wahrheit“: Letzte Urteile und ein scharfer Blick enthält José Saramagos Tagebuch vom September 2008 bis März 2009 (Hoffmann & Campe).

Die Bibliothek von Walter Benjamin ist rekonstruiert worden und im Zentrum der verfolgten Künste Solingen zu sehen.

Im Finale um die beste Literaturverfilmungen steht jetzt die Shortlist fest. Als einziger deutscher Film ist Baran Bo Obars Das letzte Schweigen nach einem Buch von Jan Costin Wagner nominiert. Außerdem Small World von Bruno Chiche nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter. Der Preis wird am 8. Oktober bei der Gala des hessischen Film- und Kinopreises in der Alten Oper Frankfurt vergeben.

„Philosophie der Erschöpfung“: Mit Müdigkeitsgesellschaft hat Byung-Chul Hans „ein großes kleines Buch“ geschrieben, in dem er Multitasking nicht Fortschritt, sondern Rückfall in Techniken für die freie Wildbahn nennt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Der siegreiche Feminismus will Minderheiten nicht mehr schützen“: Morgen erscheint das Buch von Alice Schwarzer Die große Verschleierung bei Kiepenheuer & Witsch. Es dokumentiert einen jakobinischen Kreuzzug, der über den Geist des liberalen Rechtsstaat hinweggeht.

„Erst zeigt sich der Seelenriss hauchdünnn, dann klafft er als Verhängnis“: Mit ihrem Buch Seelenriss hat Ines Geipel ein Buch über Depression geschrieben, aber zugleich womöglich die beste Biografie über Robert Emke.

Annotiert wird unter
> „Im Bücherhimmel“: Jacques Bonnet, Meine vielseitigen Geliebten, Droemer
> „Acte gratuit“: Iris Roebling, „Acte gratuit“. Variationen einer Denkfigur von André Guide, Wilhelm Fink
> „Die weißen Augen“: Francois Gantheret, Die verborgene Ordnung der Dinge, dtv

Süddeutsche Zeitung

„Heute Nachmittag fand ich zwei Finger- und Mittelhandknochen“: Ernst Jüngers Kriegstagebuch (Klett Cotta) (im Original eigentlich Bücher) ist ein Stück monströs sachliche Literatur. Jünger wollte beweisen, dass auch in der anonymen Hölle des Stellungskrieges Platz für Helden ist.

„Vor dem Sturm“: Günter de Bruyn setzt in Die Zeit der schweren Not. Schicksale aus dem Kulturleben Berlins 1807 bis 1815 seine Chronik der Berliner Klassik bis 1815 fort (Fischer).

„Vor dem Ersten Weltkrieg wurde von Minderheiten nicht gesprochen“: Das Blatt berichtet über eine Begegnung mit dem 97-jährigen slowenischen Schriftsteller Boris Pahor, dem heimlichen Star des Berliner Literaturfestivals.

„Wie es sein Genius befahl“: Robert Ampuero lässt in Der Fall Neruda im Auftrag des Dichters Neruda ermitteln (Bloomsbury).

Die Welt

„Die komischen Tragödien der Wetterau“: Ein Porträt über Andreas Maier klärt, warum er ein Heimatschriftsteller ist und wieder auch nicht. Jüngster Titel: Heimatkunde bei Suhrkamp.

Financial Times Deutschland

Das Prinzip Gebühren für Wahrung der Urheberrechte durch Abgaben der Durckereiindustrie hat eine Stärkung erfahren. Das Bundesverfassungsgericht hob jetzt ein Urteil gegen die VG Wort auf, gegen die ein Druckerhersteller geklagt hatte. Er wollte seine 1,4 Mio. Euro nicht zahlen und bekam zunächst vor dem BGH Recht. Nun muss das BGH erneut in sich gehen. Gerügt wurde außerdem, dass der BGH den Fall nicht dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt hat.

thiilo Sarazin legt nach: Die FTD zitiert das morgen erscheinende heft Capital, wonach Sarazin fordere, notorischen Integrationsverweigerern die Sozialleisten so stark zu kürzen, „dass sie unter das sozioökonomische Existenzminimum fallen“. Familien die Transferleistungen beziehen müssten die „volle Aufmerksamkeit des Staates“ spüren.

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