Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und noch ein Nachruf auf DFW

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Nix mit Büchern heut in der Rundschau, und dass die Zeitungen das Google-Monopol fürchten, haben wir auch schon mal gehört.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die FAZ macht morgen einen Lesesaal zum Deutschen Buchpreis auf – da wird die Shortlist veröffentlicht. Er startet unter www.faz.net/buchpreis2008 und endet am Tag nach der Verleihung des Deutschen Buchpreises am 13. Oktober. Unter anderem werden sich die Schriftsteller Julia Franck, Bodo Kirchhoff, Ernst-Wilhelm Händler und Michael Lentz, die Lektoren Oliver Vogel (S. Fischer), Wolfgang Matz (Hanser) und Olaf Petersenn (Kiepenheuer & Witsch) sowie die Kritiker Ina Hartwig, Julia Schröder, Martin Lüdke, Denis Scheck und Hubert Spiegel beteiligen.

Pia Reinacher rezensiert den neue Roman von Hans-Ulrich Treichel Anatolin (Suhrkamp) – aber so recht kann sie sich nicht begeistern: „Treichels Rechnung geht nicht auf, der Leser wird durch die poetologischen Spielereien weder irritiert noch verstört und schon gar nicht fasziniert.“

Heute auch der gestern angekündigte Nachruf auf David Foster Wallace, natürlich geschrieben von Richard Kämmerlings. Mit ihm verliere die amerikanische Literatur ihr Superhirn, schreibt Kämmerlings: „Vielleicht konnte er nicht mit der Erkenntnis leben, dass die Romanform der Gegenwart nicht mehr gewachsen ist, dass das allgegenwärtige Entertainment, der schrecklich lustige Endlos-Fun auch der radikalsten Erzählkunst den Rang abgelaufen ist. Das wäre dann nicht nur für seine trauernden Leser, sondern für uns alle eine schlechte Nachricht.“

Die Welt

„Anwalt der Vernunft“ titelt Peter Merseburger seinen Feuilleton-Aufmacher über das neue Buch von Altkanzler Helmut Schmidt Außer Dienst. Damit lege er sein politisches Testament vor. Angesichts des heutigen Affentheaters, das seine Partei bundesweit und regional aufführt, ist es kaum vorstellbar, dass Schmidt in derselben Partei der Becks und Ypsilantis ist. „Worauf es mir ankommt, sind Tugenden, die ich bürgerliche Tugenden nenne: die Tugend des Verantwortungsbewusstseins, die Tugend der Vernunft und die Tugend der inneren Gelassenheit.“ Die könnte Schmidt seinen Chef-Genossen ruhig mal beibiegen.

Nur ein paar Zeilen, aber oho: Der Starttermin von Brockhaus Online sei weiterhin unklar, hat die FAZ herausbekommen – geplant war einmal der 15. April.

Heute startet der Baader-Meinhof-Film von Bernd Eichinger in den Kinos. Hoffmann und Campe hat jede Menge Bücher dazu, an erster Stelle sicher zu nennen Stefan Austs komplette Neubearbeitung von Der Baader-Meinhof-Komplex [mehr…], aber auch das gleichnamige Buch zum Film von Katja Eichinger.

Groß besprochen wird die Frankfurter Ausstellung Der Brief – Ereignis und Objekt [mehr…].

Wieland Freund rezensiert Secret Book for Girls von Andrea J. Buchanan und Miriam Peskowitz (cbj) unter „Prinzessinnen tragen lieber Jeans“.

Süddeutsche Zeitung

Kia Vahland schreibt über die Bremer Werkschau zu Gustave Caillebotte – der Katalog (auch eine Buchhandelsausgabe) gibt es unter dem Titel Über das Wasser – Gustave Caillebotte bei Hatje Cantz.

Johan Schloemann rezensiert unter „Zuchtlachs ist besser als gar kein Lachs“ A.J. Jacobs Die Bibel & ich. Von einem der auszog, das Buch der Bücher wörtlich zu nehmen (Ullstein): „… ein großer Spaß und zugleich jedem zu empfehlen, der meint, in den Kampf der Kulturen einsteigen zu müssen.“

Alex Rühle hat sich Rafael Chirbes’ neuen Roman Krematorium (Kunstmann) angesehen – eine grandiose Geschichte von der Zerstörungswucht des Massentourismus.

Willi Winkler erinnert noch einmal an den 100. (heute!) von Friedrich Torberg, Hans-Peter Kunisch bespricht Iso Camartins Die Geschichten des Herrn Casparis (C.H. Beck).

Und es gibt Reaktionen von amerikanischen Autoren zum Tode von Foster Wallace: Jonathan Franzen und Richard Powers feiern ihn als einen der Besten und Nettesten. Und einen der am meisten gequälten.

Neue Zürcher Zeitung

Im Lesezeichen empfiehlt Beatrice von Matt unter dem Titel „Tage im Turm der Vögel“ Gertrud Leuteneggers neuen Roman Matutin aus dem Suhrkamp Verlag: „Der eigentliche Triumph des Buches besteht im Erzählen selber.“

Unter „Der Letzte der Wiener Moderne“ erinnert noch einmal Oliver Pfohlmann, dass vor hundert Jahren der österreichische Schriftsteller Friedrich Torberg geboren wurde, und an dessen Novelle Mein ist die Rache, die Marcel Atze im Deutschen Taschenbuch Verlag herausgegeben hat.

„Gottes Kontinent?“: Otto Kallscheuer fasst die Erkenntnis in dem Buch des amerikanischen Historikers Philip Jenkins in Gottes Kontinent? (Herder) so zusammen, dass Europa aus seiner „religiösen Krise“ zwar mit eigener Kraft herauskomme, aber ist enttäuscht von dem Kapitel über den europäischen Islam.

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