Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Streit um den Namen Solschenizyn-Straße

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Jörg Plath rezensiert Orhan Pamuks neuen Roman Das Museum der Unschuld (Hanser) (unter der Überschrift „Die Arbeit der Liebe“): Ein „fleischlicher Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne“.

Der spanische Schriftsteller Isaac Montero ist tot. Er starb im Alter von 71 Jahren in Madrid.

Zoff bei den russischen Kommunisten: Die Große Kommunistische Straße soll in Solschenizyn-Straße umbenannt werden, was den ewiggestrigen Betonköppen natürlich gegen den Strich geht.

Und die zehn meistverkauften Märchen- und Sagen-Hörbücher bei Amazon: auf Platz 1 König Artus und die Ritter der Tafelrunde, Hörspielfassung von Karlheinz Koinegg (Der HörVerlag).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Frankfurter Briefausstellung schlägt Wellen [mehr…]: Heute macht das FAZ-Feuilleton damit auf.

„Die Pygmäen proben den Aufstand“ heißt Jan-Frederik Bandels Rezension von Oliver Schrauwens Mein Junge und Cyril Pedrosas Drei Schatten (beide Comics erschienen im Reprodukt Verlag).

Judith Leister bespricht die Gedichte Arrhythmie von Delimir Resicki (Edition Korrespondenzen).

Annotationen
Wjatscheslaw Kuprijanow Im Geheimzentrum (Erata Literaturverlag) und Martin Walser Kinderspielplatz (Berlin University Press).

Ein Solo für Barbara Sukuwa, so empfindet Andreas Kilb Ulla Wagners Verfilmung von Uwe Timms Die Erfindung der Currywurst.

Neue Sachbücher
Wolfgang Burgdorf beschreibt eine „Schatztruhe, in der sich Europas Seele finden lässt“. Er rezensiert die wissenschaftliche Textedition Die Verfassungen in Europa 1789-1949 (C.H. Beck): Ein Monument der Rechtskultur.

Eva Schürmann verknüpft Sicht und Einsicht in ihrem Buch Sehen als Praxis (Suhrkamp), findet Eberhard Rathgeb.

Morgen in Bilder und Zeiten: Gerhard Stadelmaier über 100 Jahre Friedrich Torberg – und auf der Literaturseite: T.S. Eliot neu übersetzt (von Werner von Koppenfels) und Edo Reents über Sven Regener.

Die Welt

Bei der Verfilmung seines Romans Die Möglichkeit einer Insel will Michel Houellebecq leider alles selber machen, schreibt Johannes Wetzel – das klingt nicht so, als müsse man stante pede nach Paris reisen und sich den Film im Original ansehen. Und mehr gibt es heute nicht.

Morgen in der Literarischen Welt: Uwe Tellkamp erzählt eine grandiose Familiengeschichte, und auch hier: 100 Jahre Friedrich Torberg.

Süddeutsche Zeitung

Auch die SZ berichtet vom Moskauer Streit um die Solschenizyn-Straße.

Unter dem Titel „Etwas Schönes für Spanien“ rezensiert Merten Worthmann Ramiro Pinillas Bürgerkriegsroman Der Feigenbaum (dtv).

Schöne Idee: eine kleine Geschichte des Trinkgelds. Aufgeschrieben hat sie Winfried Speitkamp bei Reclam unter dem Titel Der Rest ist für Sie!.

Blau steht dir nicht heißt der Matrosenroman von Judith Schalansky im marebuchverlag – ein gelungenes Debüt, findet Rezensentin Jutta Person.

Neue Zürcher Zeitung

Die NZZ hat sich wieder einigen eher speziellen zum Teil englischsprachigen Sachbüchern verschrieben:

Eine Orientierungshilfe für Pekings Städtebau und Gesellschaft sei das Buch von Michael Dutton, Hsiu-ju Stacy Lo, Dong Dong Wu mit dem Titel Beijing Time au der Harvard University Press, das er unter dem Titel „Gesichter der chinesischen Zeitgeschichte“ rezensiert. Es räume mit einigen Vorurteilen auf.

„Islamistischer Judenhass“ heißt die Besprechung von Andrew G. Bostom The Legacy of Islamic Antisemitism aus dem Verlag Prometheus Books, dass sich mit dem Antisemitismus im Islam vom Ursprung bis zur Gegenwart beschäftigt. Er ist nur mäßig begeistert. Bostom rolle einen Flickenteppich an Zitaten aus. „Er jagt durch Jahrhunderte, nur um Texte zu finden, die seine These vom ‚ständigen islamischen Antisemitismus’ bekräftigen.“

„Wählen, Koalieren und Regieren in Deutschland“, unter diesem Titel bespricht Leonhard Neidhart drei Bücher, die sich mit dem politischen System und seine Veränderung aus wissenschaftlicher Sicht befassen. Dazu gehören:

Eckhard Jesse und Eberhard Sandschneider (Hg.): Neues Deutschland. Eine Bilanz der deutschen Wiedervereinigung aus der Nomos-Verlagsgesellschaft

Oskar Niedermayer (Hg.): Die Parteien nach der Bundestagswahl 2005. und

Everhard Holtmann und Werner J. Patzelt (Hg.): Führen Regierungen tatsächlich? Zur Praxis gouvernementalen Handelns. beide VS Verlag für Sozialwissenschaften, letzteres nehme „man mit Interesse zur Hand und liest man mit partiellem Gewinn“.

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