Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und über Dai Qing, die reden darf

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Die Chinesin Dai Qing auf der Titelseite, rot unterlegt mit den chinesischen Schriftzeichen für „Redefreiheit“. Folgend im Politikteil drei Seiten zum Thema: „Die chinesische Dissidentin Dai Quing darf nun doch bei der Tagung zur Frankfurter Buchmesse reden.“ Peking habe „begriffen, dass es falsch wäre zu boykottieren“, wird Juergen Boos zitiert. Offenbar habe nun Peking eingelenkt, und Bernhard Bartsch führt ein Interview mit der Freiheitspreisträgerin des internationalen P.E.N.

Im Feuilleton gibt es das Gedicht „Der Politiker“ von Bertolt Brecht aus seinen Chinesischen Gedichten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dai Quing ist der FAZ ein Kommentar wert. „Chinesen lieben Tauziehen“ (nicht mit „o“)… Demnach teilte Peter Ripken, der für die Organisation verantwortlich ist, mit, er habe wohl „Bockmist“ gebaut. Alle Türen seien offen. „Und wenn die chinesische Delegation daraufhin den Raum verlässt, dann verlässt sie ihn eben“, gibt man sich in Frankfurt jetzt selbstbewusst. Und die FAZ als Mitveranstalter warnt: „Sollte es dazu kommen, dass auf dieser Konferenz kritische Stimmen oder auch nur kritische Fragen unterdrückt werden, werden wir das Tau loslassen und den Raum verlassen“.

Gemeldet wird, dass Jürgen Habermas sein Archiv der Universität überlässt.

„Auf gepackten Umzugskisten“ ist ein Nachruf zu Roger Melis [mehr…] betitelt, der als Reportagefotograf gewürdigt wird.

Heute gibt es in der Zeitung Kinder- und Jugendbücher:

Unter „Dschinn und Dschnnlichkeit“ geht es um Anton aus Uta Krauses Osman, der Dschinn in der Klemme, der ins 17. Jahrhundert katapultiert wird (Oetinger).

„Umweg ins Saurierland“ ist der Titel zur Lobeshymne auf Haimo Kinzlers und Leo Leowalds Gustav und Albo von Aldebaran bei Stromboli.

Süddeutsche Zeitung

„Ein-, aus-, verladen“, überschreibt die Süddeutsche ihren Kommentar zum Buchmessethema China und bezeichnet das Vorgehen als „Provinzposse, die sich von einer schlechten Pointe zur nächsten hangelt“. Aus Münchener Sicht hätten sich die beiden Autoren nicht so einfach abschütteln lassen sollen.

„Wen die Lieblingsratte beißt“ ist der Aufmacher auf der Buchseite übertitelt und nimmt Helmut Kraussers Einsamkeit und Sex und Mitleid (DuMont) unter die Lupe. „Verunglückt“ sei der „Episoden-Roman über die Nachtseite von Berlin“, so Burkhard Müller], weil der Ton etwas zu „selbstverliebt und großsprecherisch“ geriet.

„Fernrohr und Geheimnis“: Thomas de Padova erzählt in Das Weltgeheimnis, wie der Himmel vermessen wurde.

Außerdem wird der neue Internationale Literaturpreis erwähnt, der vom Haus der Kulturen der Welt ins Leben gerufen und dessen Shortlist nun bekannt gegeben wurde; und für mehr: Auf zum Kiosk!

Zwei Seiten Anzeige (Wert fünfstellig) sind der Jungen Bibliothek gewidmet mit 10 Bänden Fantasy-Klassiker in der Süddeutsche Edition.

Die Welt

Die Literarische Welt feiert auf der ganzen Titelseite den 90. Geburtstag des britischen Verlegers Lord George Weidenfeld und titelt „Ein Wanderer zwischen den Welten“. Für den spannenden Rückblick des emigrierten Wieners jüdischer Abstammung auf fast 100 Jahre braucht sie den Platz auch.

Im weiteren Teil geht es um die Erinnerungen von Georg Kreisler, die unter dem Titel Letzte Lieder bei Arche erschienen sind.

An Jürgen Becker wird erinnert als einern der als Erster den Holocaust zum Thema in der Literatur gemacht hat.

Die ganze Seite 3 ist dem neuen Roman von Terézia Mora Der einzige Mann auf dem Kontinent bei Luchterhand gewidmet. (S. Fischer und DVA hätte dem Handel vorher mitteilen können, dass sie in zwei Aufsetzern jeweils Der Kampf ums Brot bzw. Die Geschichte des Edgar Sawtelle mit einer teuren Anzeige bewerben. Wie das bei uns geht, darüber informieren wir gern.)

Unter Belletristik entdeckt man Alexandre Dumas Père und dessen Historienroman Der Graf von Sainte-Hermine wieder. An Peter Stamms Sieben Jahre (S. Fischer) wird bemängelt, dass es diesmal kein formvollendeter Roman geworden sei.

Im Sachbuch wird der Bildband Die Mauer, für den Kai Diekamnn bei Fackelträger als Autor zeichnet, gezeigt. Und über Richard von Weizsäckers Besprechung zu Der Weg zur Einheit (C.H. Beck) steht der Titel „Vorhang zu und alle Fragen offen“.

Als Kochbuch wird Jules Gouffés Die feine Küche bei Scherz empfohlen.

Schließlich findet Hannes Stein, dass Colum McCann mit Die große Welt einen „anregenden Roman“ über die vielen Welten von Manhattan geschrieben habe (Rowohlt).

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