Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und über den zu frühen Tod von Peter Maiwald und zur neuen Rowling

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Elegie der Arbeit“: Martin Lüdke rezensiert Volker Brauns Roman Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer (Suhrkamp), und unter „Geschenkt“ liefert die FR-Feuilleton-Redaktion Tipps für den Gabentisch:

Thomas Pynchon. Gegen den Tag, Rowohlt;
Nikolaus Jungwirth/Gerhard Kromschröder. Als der Champagner floss, Nizza Marcel Beyer. Kaltenburg, Suhrkamp;
Willa Cather. Meine Antonia, Knaus;
Alan Bennett. Die souveräne Leserin, Klaus Wagenbach,
P.G. Wodehouse. In alter Frische, Edition Epoca;
Michael J. Sandel. Plädoyer gegen die Perfektion, Berlin University Press;
Geert Lovink. Zero Comments, Transcript Verlag;
Christoph Menke. Kraft, Suhrkamp;
Richard Avedon, Photographs 1946-2004, Hatje Cantz;
Jon Savage. Teenage, Campus;
Gunter Geltinger. Mensch und Engel, Schöffling & Co.;
Marlene Streeruwitz. Kreuzungen, S. Fischer;
Uwe Tellkamp. Der Turm, Suhrkamp;
Georg Braun/Franz Hogenberg. Städte der Welt, Taschen;
Edgar Allan Poe. Werke in vier Bänden, Suhrkamp;
Durs Grünbein, Der cartesische Taucher, Suhrkamp;
Jürgen Kesting, Die großen Sänger, Hoffmann und Campe;
Federico Fellini, Das Buch der Träume, Collection Rolf Heyne;
J.M. Coetzee. Tagebuch eines schlimmen Jahres, S. Fischer;
Bill Buford, Hitze, Hanser;
Nassim Nicolas Taleb. Der schwarze Schwan, Hanser;
Dagmar von Gersdorff, Goethes Enkel, Insel;
Mariusz Szczygiel, Gottland, Suhrkamp;
Ingmar Bergmann Archives. Taschen

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Marcel Reich-Ranicki zum Tod von Peter Maiwald: „Ein Poet in der Defensive“ sei er gewesen, der der Misere unserer Zeit unbeirrt sein Gedicht engegengehalten habe, dem drohenden Zerfall die Form und die Schönheit: „Darin liegt die tiefste Aktualität der Verse Peter Maiwalds.“

„So unmännlich wie Pasta“: Die Leiden der Jugend, aufgehoben im Museum der Unschuld – Peter Camerons Entwicklungsroman Du wirst schon noch sehen, wozu es gut ist (Knaus) sei auch etwas für Erwachsene, rezensiert Martin Halter. „Cameron hat einen schönen New-York-Roman geschrieben, der sich (ähnlich wie Jonathan Safran Foer in Alles ist erleuchtet) auf subtile, spielerisch-indirekte Art mit dem Trauma des 11. September auseinandersetzt, einen einfühlsamen Coming-out-Roman“

Tilmann Lahme kommentiert die Biografie Friedrich Siegburg (1893-1964). Ein deutscher Journalist vor der Herausforderung eines Jahrhundert (Societäts-Verlag) als ein „sympathisches und mit viel Herzblut geschriebenes Buch, das leidenschaftlich für einen zu Unrecht kaum noch gelesenen Publizisten wirbt, dilettantisch im besten und eigentlichen Sinne, allerdings auch mit historischen Verkürzungen und stilistischen Eigenheiten versehen“. Insgesamt sei es mehr Verteidigung als distanzierte Würdigung des umstrittenen Publizisten.
Kritik in Kürze zu den frühen Erzählungen Mond überm Dachfirst von Higuchi Ichiyo („mehr als erstaunlich“), und Almut Tina Schmidts „Reiseroman der verstörenden Art“ In Wirklichkeit (Droschl).

„Sprachwurzler“: Hannes Hintermeier würdigt Alois Brandstetter, der heute 70 Jahre alt wird, als eine Randfigur, die „den liebenden Blick auf Kleine“ habe, „wissend, dass nicht nur der Käfer schmerz fühlt, sondern auch der Briefträger, dem für gewöhnlich niemand eine Fallhöhe zuschreiben möchte“.

Vor 60 Jahren beschlossen die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Als Titel zum Thema rezensiert Alexandra Kemmerer die beiden Bücher von Heiner Bielefeldt (Menschenrechte in der Einwanderungsgesellschaft. Plädoyer für einen aufgeklärten Multikulturalismus, Transcript Verlag) und Eckart Klein/Christoph Menke (Hrsg), Universalität – Schutzmechanismen – Diskriminierungsverbote. 15 Jahre Wiener Weltmenschenrechtskonferenz, Berliner Wissenschafts-Verlag): Klein/Menke hätten nun einen „gewichtigen Sammelband herausgegeben“, der zugleich „kritische Bilanz und konstruktive Analyse“. Und Bielefeldt hole den menschenrechtlichen Universalismus in den innerstaatlichen Diskurs“ zurück.

Christine Tauber ist begeistert von Golo Maurers Biografie August Grisebach. 1881-1950, (Verlag Franz Philipp Rutzen): „Ein für die kunsthistorische Fachgeschichte wie für die Rolle der Universitäten unter dem nationalsozialistischen Regime höchst aufschlussreiches – und darüber hinaus wunderbar lesbares – Buch.“

Die Welt

Ursprünglich gab es die Die Märchen von Beedle dem Barden nur in einer Auflage von sieben Stück. Jetzt ist Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Begleitbuch auch offiziell erhältlich. Die Aufregungsindustrie habe es diesmal etwas kleiner gehabt, kommentiert Wieland Freund den Launch. Die Buchhandlungen öffneten nicht um Mitternacht, es gab auch keine Mega-Potter-Partys. Bei Amazon erhältlich ist jetzt die „limitierte Sammleredition“ mit Silberbeschlägen und Samttäschchen, Carlsen liefert 300.000 „schmucklosere Exemplare“, wobei „der erneut von Sabine Wilharm illustrierte Schutzumschlag weniger eine Misstrauenserklärung an Rowlings eher durchschnittliches Zeichentalent sein dürfte als vielmehr den ehernen Gesetzen der Kundenbindung geschuldet.“

Süddeutsche Zeitung

Auch in der SZ: Gedacht wird des Todes von Peter Maiwald, der wie gestern bekannt wurde 62-jährig starb [mehr…] und an den als „Wortemacher“ zuletzt von komischer Kinderlyrik erinnert wird.

„Sünde, Liebe, Tod und Teufel“: Bei Hirmer erscheint ein Katalog zur Ausstellung in der Münchener Villa Stuck, die die Werke seines Ex-Bewohners Franz von Stuck präsentiert.

„Unser Mann fürs Katerfrühstück“, so komme Udo Lindenberg aus der Auswahl seiner Liedtexte entgegen, meint Georg Klein, der nichts gegen „die Spruchweisheiten des Thekengesprächs“, das sich „hochschaukelnde Witz-Ping-Pong“ der trinkfreudigen Runde , das „melanchololische Geknurre eines Heimwegs im Morgengrauen“ oder den „launigen Katzenjammer eines sehr späten Frühstücks“ habe. Aber man solle Lindenberg auch nicht partout „zu einem Gegenwartslyriker hochjuchzen“. Herausgegeben haben die Texte Benjamin von Stuckard-Barre und Moritz von Uslar unter dem Titel Trallafitti-Tresen in der Europäschen Verlagsanstalt.

„Wie man Festungen schleift“: Roland Topors frivole Petitessen in Tragikomödien (Diogenes) seien schlecht gealtert, meint Christoph Bartmann. Aber das hätte den Zeichner eher amüsiert.

„Besessen vom Ursprung“ sei Friedrich Creuzer, ein Romantiker unter den Philologen, dessen Buch schon durch seinen wunderbar langen Titel auf sich aufmerksam macht: Das Akademische Studium des Altertums, nebst einem Plane der humanistischen Vorlesungen und des philologischen Seminariums auf der Universität zu Heidelberg. Im Universitätsverlag Winter erschienen, wird es flankiert von dem Buch aus dem Verlag für Regionalkultur mit dem Titel Friedrich Creuzer 1771-1858. Der Mann sei für die Altphilologie wieder zu entdecken, in Frankreich werde er schon längst als Entdecker der neuplatonischen Schule gefeiert.

„Der Bürger als Krieger“, so sei das Lebensgefühl im antiken Griechenland gewesen, über das nun eine „nützliche neue Geschichte“ unter dem Titel Kleine Geschichte des antiken Griechenlandes bei Reclam erschienen ist.

Außerdem gibt es heute eine Seite Kinder- und Jugendliteratur.

„Den lieben Gott im Bett“, Frank McCourt erzählt die Kindheit seiner Mutter in dem Buch Wo ist das Christkind geblieben, McCourt verhindere dann doch, das die Erinnerungen zu gefühlvoll werden.

Unter „Neues aus Hogwarts“ hat sich jemand schon das neue Buch Die Märchen von Beedle dem Barden von Joanne Rowling angesehen. Wunderbar sei der Einfall der Autorin darin nicht nur die Kritik an ihren Büchern ironisch zu kommentieren, sondern auch, dass er die Kritik an ihrem neuen Buch gleich vorweg nimmt: „Mrs. Bloxams Märchen löste bei Generationen von Zauberkindern die gleiche Reaktion aus: unkontrolliertes Würgen, gefolgt von einem unmittelbaren Verlangen, dass man ihnen das Buch abnehmen und es zu Brei zerstampfen möge.“

„Gestrandet in der Wüste am Roten Meer“, darum geht es in Wüstenmatrosen, dem Erlebnisbericht eines 15-jährigen Marinesoldaten im Ersten Weltkrieg, das bei Dressler erschienen ist. Keine große Literatur, aber die Geschichte lasse einen nicht los…

Die Lieblingsbücher des Emeritus Alfred Clemens Baumgärtner sind immer noch DieAbenteuer des Tom Sawyer und Die Abenteuer des Huckleberry Finn.

Unter „Himmlischer Beschützer mit 116 Jahren“ geht es um das Buch Der Teufel in ihr von Maureen Johnson (Ravensburger), das sehr an amerikanische Sitcoms erinnere, aber durch die interessanten Charaktere und überraschenden Wendungen doch noch empfehlenswert sei.

„Vom Eisbärenesel“, das großformatige Bilderbuch Rate, wer ich bin! (cbj) sei ideal zum Klappen, Entdecken und Spielen.

Annotiert werden zwei Taschenbücher: Peter Lidbeck Vinni im Winter (Fischer Schatzinsel), eine typisch skandinavische Geschichte, und Martin Baltscheit/Ulf K.: Der kleine Herr Paul im Schnee, das bei Bloomsbury erschien.

Neue Zürcher Zeitung

„Der Bekannteste scheint nicht immer der Beste“, stellt Die Forschung über Mediengewalt vor, das Hans-Bernd Brosius und Katja Schwer bei Nomos herausgegeben haben. Die Crux an der öffentlichen Diskussion über Mediengewalt sei die Medienlogik. Thematisiert würde sie immer nach Amokläufen und gefragt werden immer die gleichen, die aber nicht unbedingt immer die höchste Reputation haben. Insofern ein Buch nicht ohne polemische Ansätze, so Sabine Pamperrien.

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