Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und vieles zum neuen Philip Roth

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Sie können mich mal“. Nein, lieber Leser, nicht Sie sind gemeint. So überschreibt Peter Michalzik seine Rezension von Philip Roths neuem Roman Empörung (Hanser). Das Buch sei großartig, findet Michalzik, und das wollen wir ihm glauben, auch wenn er Roth für den letzten Vertreter der großen Epoche des amerikanischen Romans hält. Was wir ihm nicht glauben.

Annotationen
Christian Rickens Links! (Ullstein]) und Annett Gröschner, Arwed Messmer Verlorene Wege (Verlag für moderne Kunst).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sie ist die französische Anne Frank: Heute erscheint in Deutschland das Tagebuch der Hélène Berr (Hanser).

Zweimal Bücher von Litradukt: Hans Christoph Buch rezensiert Georges Anglade Und wenn Haiti den USA den krieg erklärt und Louis-Philippe Delembert Gottes Bleistift hat keinen Radiergummi.

Ein Roman über Sebrenica: Emir Suljagic hat bei Zsolny Srebrenica – Notizen aus der Hölle veröffentlicht.

Annotationen
Joachim Fischer Philosophische Anthropologie (Karl Alber verlag und Ralf Peters Wege zur Stimme (Unverzagt Verlag).

Oliver Jungen über Googles „Digitalisierungsangriff“: „Ein solcher Diener bringt Gefahr ins Haus“.

Süddeutsche Zeitung

„Amerika in der Hölle“, der neue Roman Empörung von Phillipp Roth (Hanser)sei ein Nachwort auf George Bush, befindet Gustav Seibt.

Heinz Strunks Roman Fleckenteufelchen (Rowohlt) will in den Feuchtgebieten mitschwimmen, heißt es unter „In Löffelchenstellung“.

„Das Ende der Spaltung“, das versuche Guy Deutscher mit seinem Buch Du Jane, ich Goethe (C.H.Beck, indem er darin schlicht die Sprachwissenschaft neu erfinde.

„Dreißig Quadratkilometer Exil“: Ursula Krechel habe mit Shanghai fern von wo bei Jung und Jung einen bewegenden Roman über europäische Juden und Kommunisten an einem ihrer fernsten Zufluchtsorte geschrieben.

„Gute Bücher bleiben“, lautet das Resümee nach einer Veranstaltung in München mit dem New Yorker Verleger Robert Weil, über die Angela Ullmann berichtet. Weils Botschaft: Gerade im Zeitalter sich beschleunigender elektronischer Medien und großen finanziellen Drucks seien weltmännische Lektoren gefragt, die Bücher finden, die unabhängig von Verkaufszahlen die Geschichte erleuchten und die Gegenwart beleben. Oder auch „It’s the books that matter“.

Annotiert wird Andreas Blühms Ratgeber Fit für das Museum (Hatje Cantz).

Die Welt

„Auf den Spuren von Robinson Crusoe“: Der Bericht im Spiegel am Montag und das Interview mit dem schottischen Archäologen David Caldwell, der darin die Vermutung äußerte, das Tagebuch des Crusoe-Vorbilds Alexander Selkirks könnte in Berlin liegen, beflügelt die Phantasie der Berichterstatter. Auch der neurliche große Bericht heute in der WELT von Hendrik Werner, der vermutet, es handele sich um Goldgräberstimmung bei Wissenschaftlern, „die in ihrer Entdeckersehnsucht auch nichts anders sind als große Jungs“ könnte das Interesse an dem literarischen Werk von Daniel Defoe erneut beflügeln.

Neue Zürcher Zeitung

Heute mit Kinder- und Jugendbuchbeilage:
Hübsche Idee ist Jugendlichen rezensieren zu lasen: Die 16-jährige Nadja Handschin bespricht Alexa Hennig von Lange Leute, ich fühle mich leicht (CBT) und ist nicht überzeugt: „Benutzt sie eine medienträchtige Krankheit, um eine (durchaus spannende) Geschichte zu vermarkten?“, fragt sich Handschin.

„Finnland ist überall“: Es geht um Finns Land, so auch der Titel des Buches und Finn entdeckt das Reisen auf der Landkarte und reist tatsächlich nach Finnland. Angelika Overath ist von Heinz Janisch’ Buch bei Carl Hanser begeistert.

Empfohlen wird auch der Mangaroman Six von Martina Wildner (Beltz und Gelberg)
Ebenso unter „Hühnerliebe“ Der Hühnerdieb von Beatrce Rodriguez, das im Peter Hammer Verlag erschienen ist.

„Leben im Transit“, so könnte der Prozess des Erwachsenerdens bezeichnet werden, den Jan Koneffke in Die Sache mit Zwille (Carl Hanser) beschreibt. Der spielt allerdings in den 70er Jahren, die weder Facebook und dergleichen kennen.

„Flucht per Flugdrachen“ ist für manche Internatsinternierte vielleicht der einzige (erhoffte) Ausweg. Die schlimmste Schule der Welt, heißt ein Jugendroman von Howard Whitehouse (Dressler), der zwar etwas eindimensioniert sei, aber zum Nachdenken anrege, so Sieglinde Geisel.

Kurztipps sind:
„Gefahren des Lesens“: Hartmut El Kurdi: Johnny Hübner greift ein, Sauerländer-Verlag
„Hasenglück“: Annette LeBlanc Cate, Hasenzauber, Gerstenberg-Verlag
„Ein Gedanke reisst aus“: Monika Feth: Der kleine Gedanke, Boje-Verlag

Außerdem wird besprochen

„Die Macht der Ideen“, die fasziniere offenbar Diarmaid MacCullochs in seiner „opulenten Darstellung“ der Reformation Europas, die unter dem Titel Die Reformation 1470-1700 in der DVA erschienen ist.

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