Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Walser polemisiert gegen den täglichen Bericht aus dem Börsenbordell

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Keine Bücher für uns …

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Ein sinnliches Angebot, sich einzumischen nach dem Ende ideologischer Stadtverplanung“: Hans Stimmann: Berliner Altstadt. Von der DDR-Staatsmitte zur Stadtmitte, DOM publishers

„Erzählen gegen die kalte, bleierne Zeit“ – die Geschichte einer Familie im Iran von einem der wichtigsten Autoren des Landes: Mahmud Doulatabadi: Der Colonel, Union

Kritik in Kürze:

Wolfgang Seifert (Hg.): Takeshi Ishida: „Die Entdeckung der Gesellschaft“. Zur Entwicklung der Sozialwissenschaften in Japan, Suhrkamp

Datharina Ferus/Dietmar Rübel: „Die Tücke des Objekts“. Vom Umgang mit Dingen, Reimer

Süddeutsche Zeitung

Wieder ein neuer Preis: Der Leipziger Philosoph Christoph Türcke erhält als erster den Sigmund-Freud-Kulturpreis und dafür 3000 Euro.

Martin Walser schreibt der Sparkasse zum 200. Geburtstag und titelt: „Vom Wesen und vom Unwesen des Geldes“. Darin geißelt er die Medien „Täglich der Bericht aus dem Börsenbordell.“ Das ganze ein Auszug aus der Sparkassen-Festschrift.

„Hört auf von ‚DDR-Literatur‘ zu sprechen“, fordert Monika Maron, die im West-Verlag S. Fischer in Kürze Bitterfelder Bogen veröffentlicht.

Das Buch Canta et impera von Werner Wunderlich (Wallstein) kommentiere ziemlich bieder den politischen Gehalt von Mozarts Opern, die Schritt-Für-Schritt-Analyse sei eher etwas für Dramaturgen und Regisseure, heißt es unter „Der gnädige Untergang der Aristokratie“.

Unter „Bär, Gans und Schirm“ wird Autorin Hanna Johansen zum 70. als Meisterin der „verschwiegenen Botschaften“ geehrt. Sie sei, „obwohl gleich ihr erster Roman bei Hanser erschien“ in Deutschland noch ein Geheimtipp. Zuletzt erschien Der schwarze Schirm wieder bei Hanser.

„Der Tod ist kein Geschäft“: Stefan Rehder warnt in Der Todesengel (Sankt Ulrich Verlag) vor Sterbehilfe und Patientenverfügung.

Die Welt

Der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung ging an: Erich Loest, Monika Maron und Uwe Tellkamp.

Die Zeit der alten deutschen Comics ist vorbei, Mangas sind heute der Trend. Thomas Lindemann über die Entwicklungen im Comic-Markt.

Neue Zürcher Zeitung

„Weltgeschichte als Collage“: Ernst Halter habe mit Jahrhundertschnee bei Ammann einen ambitionierten Roman geschrieben, meint Sibylle Birrer und ist nicht sicher obs genutzt hat.

Mit „Die frühen Jahre eines ‚radikalen Geistes'“ ist Friedrich Georg Jünger gemint, dem Ulrich Fröschle in Friedrich Georg Jünger und der ‚radikale Geist‘. Eine Fallstudie zum literarischen Radikalismus der Zwischenkriegszeit im Thelem-Verlag erstmal nur eine halbe Biografie gewidmet hat. Damit macht er seinen Rezensenten Stefan Breuer nicht glücklich.

„Aller guten Dinge sind drei“: Gilbert Adair setzt mit Und dann gab’s keinen mehr den Schlusspunkt unter seine Evadne-Mount-Krimis (C. H. Beck).

„Aus der Tiefe der Hölle“ beschwört António Lobo Antunes in Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen bei Luchterhand die Geister der Diktatur.

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