Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und was Tilman Jens über seinen Vater veröffentlichen wird

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Harry Nutt kommentiert Tilman Jens’ Absicht, über die Demenz seines Vaters ein Buch zu schreiben und findet, dieser Erfahrungsbericht könne anderen betroffenen hilfreich sein. Warten wir es ab.

Aureliana Sorrento hat den neuen Roberto Saviano Das Gegenteil von Tod (Hanser) gelesen.

Adolf Muschg hat seinen Wechsel von Suhrkamp zu C.H. Beck [mehr…] mit den Entscheidungen von Ulla Berkéwicz begründet: Sie habe z.B. bei der Standortdiskussion den Stiftungsrat, in dem Muschg als einziger Autor saß, nie informiert. So also fühle er sich dem Verlag nicht mehr zugehörig.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Auf der letzten Feuilleton-Seite porträtiert Jochen Hieber die Lektorin Ursula Köhler, der wir u.a. Lessings Goldenes Notizbuch und Jongs Angst vorm Fliegen zu verdanken haben.

Die Welt

Hannes Stein interviewt den Historiker Michael A. Burlingame zum 200. Geburtstag von Abraham Lincoln am Donnerstag. Der hat zwar keine Lincoln-Biographie geschrieben wie viele seiner Kollegen (wär das nicht am Donnerstag mal was für einen Sondertisch?) kennt sich aber augenscheinlich in der Materie so gut aus, dass er es hätte tun können.

Elmar Krekeler glossiert „Das Buch zum Film“ und hat sich auch die neue Verfilmung von Effi Briest mit Julia Jentsch angesehen.

Bernhard Schlink hat seine Manuskripte dem Deutschen Literaturarchiv in Marburg geschenkt.

Auch hier: Tilman Jens und die Demenz seines Vaters sowie das neue Aufflammen des Streits um dessen NSDAP-Mitgliedschaft. Dass Jens gelogen habe, will sein Sohn jetzt beweisen.

Die Welt informiert heute nicht allein über den Verlagswechsel von Adolf Muschg, sondern auch darüber, dass die Welt-Herausgeberin Rachel Salamander für Muschg in den Beirat der Unseld-Stiftung nachrückt.

Süddeutsche Zeitung

Thomas von Steinaecker rezensiert Peter van Dongens Rampokan (Band 1: Java, Band 2: Celebes), erschienen im Avant-Verlag. Der im „Ligne claire“ geschaffene Comic spielt in der Umbruchphase der niederländischen Kolonialzeit in Niederländisch-Ostindien, heute Indonesien.

Der Politikwissenschaftler Marcus Höreth untersucht in seinem Buch Die Selbstautorisierung des Agenten. Der Europäische Gerichtshof im Vergleich zum U.S. Supreme Court (Nomos Verlag) die Macht der obersten europäischen Richter. Alexandra Kemmerer rezensiert und findet die Habilitationsschrift „eine wunderbar lesbare Pionierleistung. Und Pflichtlektüre.“

Der italienische Komparatist Piero Boitani hat einem erhellenden Aufsatz über Dantes Odysseus sein Nachleben bis in die Epoche des europäischen Faschismus hinein verfolgt. In Odysseen, herausgegeben von Elisabeth Wagner und Burkhardt Wolf, ist sein Aufsatz Dantes Odysseus und die Moderne veröffentlicht (Vorwerk-Verlag). Lothar Müller rezensiert.

Neue Zürcher Zeitung

„Der endlose Strom des Blutes“ überschreibt Andrea Köhler ihre Rezension zum neuen Roman Empörung (Carl-Hanser) von Philip Roth. Sie sagt zwar, der erzähle von jenseits des Grabes, doch gibt kein Urteil ab. Immerhin: „Es ist kein gutes Zeichen, wenn ein Schriftsteller die Moral der Geschicht‘ im letzten Satz explizit formuliert“, schreibt sie. Sie scheint trotzdem beeindruckt: „So motivisch komplex und handwerklich ausgefeilt seine Sätze sind: Roth ist kein Autor, der uns in Dantesche Dimensionen entführt. In dieser beiläufig ausgebreiteten Hölle der Sinnlosigkeit ist es eng und kalt wie im Grab. Da wünscht man sich fast schon ein Fegefeuer zum Wärmen.“

Bernadette Conrad empfiehlt diesmal ohne wenn und aber unter „Wie eine Art Würde“ Molly McCloskeys „sensible Familienstudie“ Schöne Veränderungen (Steidl-Verlag.

„Auf den Spuren des Meisters“, das sind drei Bücher, die neue Erkenntnisse aus dem Nachlass von Le Corbusier bieten, so Carsten Krohn. Dazu gehört:
> La Construction des villes – Le Corbusiers erstes städtebauliches Traktat von 1910/11. Hrsg. Christoph Schnoor, GTA-Verlag
> Tim Benton: The Villas of Le Corbusier and Pierre Jeanneret 1920–1930, Birkhäuser-Verlag
> Jean-Louis Cohen und Tim Benton: Le Corbusier Le Grand, Phaidon-Verlag

Kurz besprochen werden unter „Von Jaffa nach Jerusalem“ Hans Hermann Frutiger, Jakob Eisler: Johannes Frutiger (1836–1899). Ein Schweizer Bankier in Jerusalem. aus dem Böhlau Verlag

„Nietzsche, wieder und wieder“ das Buch von Rüdiger Görner: Wenn Götzen dämmern. Formen ästhetischen Denkens bei Nietzsche, Vandenhoeck & Ruprecht

Um das „Rätsel des Ich“ geht es bei Douglas Hofstadter in Ich bin eine seltsame Schleife, Klett-Cotta.

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