Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und zum Tode von DFW

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Die Rundschau hat die schreckliche Nachricht gleich auf Seite 1 gesetzt: David Foster Wallace ist tot [mehr…]. Guido Graf eröffnet das Feuilleton mit einem Nachruf auf den Autor, der sich am Freitag umgebracht hat.

Andrej Bitow und seine Übersetzerin Rosemarie Tietze erhalten den Brücke Berlin-Preis.

In Spanien gibt es Streit um die Exhumierung von Federico García Lorca – bis heute liegt er in einem Massengrab, dort wo die Falangisten ihn erschossen haben. Die Erben des Dichters sind strikt gegen eine „Entweihung der Grabstätte“.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die FAZ kündigt einen Nachruf auf DFW an.

Groß besprochen wird unter dem Titel „Vorabdrucke sind was für Weiber“ Manuela Günters Im Vorhof der Kunst. Mediengeschichten der Literatur im 19. Jahrhundert (Transcript Verlag) von Christian Schärf, und Jan Grossarth hat sich Medicine River von Thomas King (A1) angesehen.

Annotationen
Kurt Bracharz Pantomime vor Blinden (Skarabaeus) und Alle Vögel sind schon da (Reclam).

Neue Sachbücher
„Vor dem Moment des Erwachens“ heißt Helmut Mayers Rezension von Petra Gehrings Traum und Wirklichkeit. Zur Geschichte einer Unterscheidung (Campus): „Was sagen meine Träume? Dieser Menschheitsfrage hat die Philosophin … ein hinreißendes Buch gewidmet.“

Wolfgang Kersting schreibt über Matthias Bohlenders Metamorphosen eines liberalen Regierungsdenkens (Velbrück Wissenschaft). Und Ulf von Rauchhaupt bespricht das bei C.H. Beck erschienene Der Wissenschaftsmacher. Reimar Lüst im Gespräch mit Paul Nolte.

Die Welt

Hendrik Werner gibt unter „Klare Kante“ einen Überblick über die Krimis des Herbstes, die die Welt wieder einmal strikt in Gut und Böse teilen.

Wieland Freund hat einen Nachruf auf David Foster Wallace geschrieben: „Die Literatur hat einen ihrer besten verloren, nicht weniger als das.“

Jörn Lauterbach interviewt Udo Lindenberg zu seinem Lindenwerk [mehr…] bei Schwarzkopf & Schwarzkopf: „Insgesamt fehlt mir die Randale“: „Es gab schon Versuche, mich zu diffamieren, nach dem Motto: Wenn Du jetzt aufhörst zu malen, fang ich auch nicht an zu singen.“

Süddeutsche Zeitung

Willi Winkler schreibt unter „Die unentrinnbare Unterhaltung“ den Nachruf auf David Foster Wallace. Rezensiert wird die Atatürk-Biografie von Klaus Kreiser bei C.H. Beck („Wir müssen kühn vorgehen“ von Christiane Schlötzer).

Jörg Magenau bespricht Alina Bronskys Scherbenpark (Kiepenheuer & Witsch) – ein „mitreißendes Debüt“, und Andreas Dorschel hat sich Petra Morsbachs Der Cembalospieler (Piper) angeschaut.

Alexander Kissler] erinnert an das Erscheinen von ChestertonsHandreichungen für Ungläubige vor 100 Jahren, und von SZ-Autoren erschien bei Knaur Was will mein Baby sagen (von Rose Riecke-Niklewski und Elke Brüser).

Neue Zürcher Zeitung

„Was hat sich denn da in Kopf und Herz eingenistet?“: Autor Daniel C. Dennett hofft, dass er mit seinem Buch Den Bann brechen. Religion als natürliches Phänomen die Religion entzaubern könne als ob ein Handy im Konzertsaal klingelt. Gelungen sei ihm das beim Rezensenten Uwe Justus Wenzel nicht, aber es sei ja auch an ein amerikanisches Publikum gerichtet.

Unter dem Titeln „Gezeitenwechsel der Wirklichkeit“ hat sich Angelika Overath Paul Celans Übertragung von Henri Thomas‘ Das Vorgebirge angesehen, das ergänzt und mit einem Nachwort von Barbara Wiedemann in der Bibliothek Suhrkamp erschienen ist. Ein beeindruckendes Dokument: „Celan muss in diesem Text mehr gesehen haben als die Arbeit eines anderen.“

Außerdem gibt es „Weltpoesie aus Kroatien“, das Gedichte von Delimir Rešicki aus dem Band Arrhythmie rezensiert. Übertragen aus dem Kroatischen von Alida Bremer und in der Edition Korrespondenzen erschienen, werde bei Rešicki eine „erstaunliche Bandbreite seiner poetischen Imagination“ sinnfällig.

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