Alle Bücher aus der ZEIT von morgen – diesmal mit 96 Seiten Messebeilage und Yan Lianke darf nicht zur Buchmesse

Hier finden Sie die Bücher, die morgen im Literaturteil der ZEIT besprochen werden. So bekommen Sie heute einen Überblick, was der Kunde morgen sucht – oder Sie auf den Büchertisch legen wollen. Und Sie können jetzt noch bestellen.

„Ganz und gar wunderbar“, titelt Wilhelm Trapp darüber wie allerlei Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller Alexander Kluges bunte Chronik der Gefühle lesen, erschienen auf 14 CDs bei Antje Kunstmann.

Zum Messe-Thema China macht das Blatt einige Autoren-Entdeckungen:

Chen Jianghong sei ein begnadeter Buchkünstler. Seine filigranen Landschaften, Blütenformen und Märchenwelten berühren Kinder und Erwachsene, so Susanne Mayer. Sie hat den „einzigartigen Maler“ in seinem Pariser Atelier besucht. Von ihm erschienen ist An Großvaters Hand, Moritz.

Li Er sei einer der anspruchsvollsten und besten Gegenwartsautoren Chinas. Ein großer Epochenroman sei Koloratur, meint Iris Radisch und sieht in dem Klett-Cotta-Buch ein wichtiges Kapitel nationaler Geschichtsaufarbeitung.  

Eileen Chang werde die asiatische Virginia Woolf genannt und die chinesische Greta Garbo. Seit dem Kinoerfolg ihres von Ang Lee verfilmten Romans Gefahr und Begierde wird die „großartige“ Autorin endlich auch in Deutschland wiederentdeckt, so Ursula März. Ihr Buch bei Claassen heißt: Das Reispflanzerlied.

Yang Lian ist in Bern geboren und lebt in London. Als die Panzer auf den Platz des Himmlischen Friedens rollten, war er in Australien. „Vor allem aber schreibt er fremd wirkende, eindringliche Gedichte“, so Susanne Mayer über Aufzeichnungen eines glückseligen Dämons, das bei Suhrkamp erschienen ist.

Yan Lianke darf nicht zur Frankfurter Buchmesse kommen. Doch sein Roman Der Traum meines Großvaters (Ullstein) über den Aids-Skandal in Henan ist eines der schönsten chinesischen Bücher dieses Herbstes, so Radisch, die in Peking auf einen „traurigen, einsamen Autor“ traf.

„Der Reichtum, die Fülle und die Herrlichkeit des alten China“, titelt Wolfgang Kubin und nimmt die chinesische Kulturgeschichte unter die Lupe, die bei S. Fischer komprimiert in vier Auswahlbänden erschienen ist und „das beste aus der Lyrik, der Prosa, der Essayistik und der Philosophie zusammenfassen“, herausgegeben von Eva Schestag und Daniel Ibáñez Gómez .
Die Bände lauten:
> Das alte China. Die Anfänge der chinesischen Literatur und Philosophie; hrsg. von Eva Schestag
> Von Kaiser zu Kaiser. Die klassische chinesische Lyrik und Kunstprosa; hrsg. von Eva Schestag und Olga Barrio Jiménez
> Die goldene Truhe. Chinesische Novellen; hrsg. und übersetzt von Wolfgang Bauer und Herbert Franke
> Der Aufstand der Zauberer. Ein Roman aus der Ming-Zeit, hrsg. und aus dem Chinesischen von Manfred Porkert
> Drei-Zeichen-Klassiker. Ein Lehrgedicht für Schüler; übersetzt und eingeleitet von Eva Schestag; mit Kommentaren von Daniel Ibáñez Gómez und Kalligrafien von Wang Ning (Beigabe zum Schuber)

„In allen Betten mit allen Männern. Und immer mit dabei: Eine große Portion Scham“: Anna Marohn beschreibt wie die „Heroinen der chinesischen Popliteratur“ den Sex entdeckt haben und damit Weltbestseller geschaffen haben. Und fragt: „Warum aber sind sie so prüde?“. Angesehen hat sie sich:
> Mian Mian: Panda Sex, Kiepenheuer & Witsch
> Mian Mian: La la la, Kiepenheuer & Witsch,
> Zhou Wei Hui: Shanghai Baby, Ullstein
> Chun Sue: China Girl, Goldmann
> Annie Wang: Peking Girls, Aufbau

An Belletristik findet sich

„Wie haben wir sie vermisst!“ ruft Iris Radisch aus und meint, „die Wonnen der Gewöhnlichkeit kehren in die Literatur zurück“. Der Debütant Stephan Thome habe mit Grenzgang bei Suhrkamp einen hessischen Heimatroman geschrieben, der mitten ins betäubte Herz der Bundesrepublik trifft. Seine liebenswerten Kleinstadthelden wagen keinen Aufbruch mehr. Aber sie finden zu einer neuen Würde des Scheiterns.

„Zu Besuch bei der Großmeisterin der Boshaftigkeit“ war Ijoma Mangold; fotografiert hat Gianni Occhipinti bei Brigitte Kronauer, die in Elb-Nachbarschaft, eng verwoben mit der Natur – und mit zwei Männern lebt. Es ging um „die Durchtriebenheit der Frauen, die Vermengung von Kunst und Leben und ihren neuen Roman Zwei schwarze Jäger„, der bei Klett Cotta erschien.

„Die Schuld der Gehemmten“: Jens Jessen berichtet über Lutz Seilers „meisterhaft
schwermütige Erzählungen“, die unter Die Zeitwaage bei Suhrkamp erschienen sind.

„Unser Mann im Netz“: Terézia Mora tauche ein in die Restseele eines ultramodernen Spaßvogels und Business-Nerds, so Verena Auffermann über Der einzige Mann auf dem Kontinent, das bei Luchterhand Literaturverlag erschien.

„Fischers Fritze“: Norbert Scheuer erkunde in Überm Rauschen eine Natur- und Familiengeschichte, Hubert Winkels über das C.H.Beck-Buch.

Vom neuen Urs Widmer ist Andreas Isenschmid begeistert. Der zeige sich aufs Neue in Hochform, schreibt er über Herr Adamson bei Diogenes und titelt „Die Freuden der Halbtoten“.

Mit „Die Mechanik der frühen Moderne“ ist das Kino gemeint, über das Norbert Zähringer
„einen turbulenten“ Kinoroman geschrieben habe. Titel: Einer von vielen, Verlag: Rowohlt.

Mit Frequenzen von Clemens J. Setz erlebe man eine „Achterbahnfahrt“, so Daniela Strigl über das Residenz-Buch auf der Short-List des Deutschen Buchpreises und titelt: „Mann, Kind und Hund“.

„Ach nö!“, Thomas Kapielski wird erbaulich, meint Benedikt Erenz über Zeitbehälter. Kleine Festordnung , das im Merve Verlag erschien.

„Leere Mitte“, titelt Merten Worthmann. Peter Richter habe „in Spanien allerlei erlebt und daraus einen Roman gemacht“: Gran Via bei Goldmann.

„In der Nähe von Bruchsal“ rettet Dietmar Dath die Welt und schreibt einen Leitartikel-Roman, so Thomas E. Schmidt über Sämmtliche Gedichte (Suhrkamp).

„Wehe, man schaut näher hin!“, so Eberhard Falcke. Ernst-Wilhelm Händler sei „den eigenen Ambitionen nicht gewachsen“, meint er und meint den Roman Welt aus Glas bei Frankfurter Verlagsanstalt.

„Was hat uns Feridun Zaimoglu mit seinem neuen Buch sagen wollen?“, fragt sich Jochen Jung nach der Lektüre von Hinterland, das bei Kiepenheuer & Witsch erschien und titelt: „Wie einmal ein Roman verschenkt wurde“.

„Hunger nach Schönheit“ ist der Blick in zwei neue Bücher des Nobelpreisträgers Le Clézio überschrieben, den Joseph Hanimann vorgenommen hat und sie zeigten „die Qualitäten“ des Autors. Gemeint sind:
> Lied vom Hunger und
> Pawana, beide Kiepenheuer & Witsch

Kinder- und Jugendbücher

„Inselqualen“: Siobhan Dowds dritter Roman Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort führe nach Irland, aufs Moor, in den Bürgerkrieg, so Siggi Seuß über das Carlsen-Buch.

Peter Schössow malt Leckeres für Godzilla und Ente, so Thomas David über Quark??!/Haps! bei Tulipan und titelt „Mampf“.

Unter „Hand & Fuß“ geht es um Biologisches. „Biologie kann man verstehen!“, entdeckt Elisabeth von Thadden nach der Lektüre von David Macaulays „Kunststück über den Körper“ mit dem Titel Das große Buch vom Körper, erschienen bei Ravensburger.

„Srie, srie, srie, hörst du sie?“, fragt Susanne Mayer und antwortet auf die Frage: „Kann ein Tierbuch süchtig machen? Ja!“ Aber: „Es muss nur so witzig, so cool, so poetisch sein wie Kuckuck, Krake, Kakerlake von der niederländischen Autorin Bibi Dumon Tak“ (Bloomsbury).

„Vergiss das Ich“: Ein Mädchen gerät in die Mühle der DDR-Justiz. Ein Roman über
innere Stärke, so Susanne Schädlich über Grit Poppes Weggesperrt beim Cecilie Dressler.

„Ooooh!“, staunt man in der Redaktion über Lucio und Meera Santoro: Raubtiere, Boje.

„Eine Schildkröte gibt Gas“ heißt es zu Wieland Freund/Kerstin Meyer (Ill.), Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün bei Beltz & Gelberg.

„Im Gewimmel verloren“: Das passiert einem Jungen, der auf Reisen geht, „wobei ihm einiges abhanden kommt“, so Peter Kümmel über Barbara McClintocks Adèle und Simon in Amerika bei Jacoby & Stuart.

Die Ballade vom Tod erzählt vom Unaussprechlichen, so Thomas Assheuer über das Buch von Koos Meinderts/Harrie Jekkers und Piet Grobler bei Gerstenberg und titelt „Wenn die Zeit zur Neige geht“.

„Wie alles begann“: „Episch und bildreich“ komme Lian Hearns neuer Band der Otori-Saga daher, berichtet uns Siggi Seuss über Die Weite des Himmels. Der Clan der Otori. Wie alles begann, Carlsen.

Mit der „Poesie des Fremden“ begeistere der australische Buchkünstler Shaun Tan in seinem dritten Kinderbuch Die Fundsache (Carlsen) und führt in eine surreale Bilderwelt, in der sich inmitten des Unfassbaren eine sonderliche Geschichte von Freundschaft ereignet, schreibt Hans ten Doornkaat.

„Es rumpeldipumpelt“: Eine der schönsten Kindergeschichten erzählt von Pu und dem Bären und ist immer zu kurz. Deshalb hat ein Engländer sie verlängert, berichtet Susanne Mayer über die Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald bei Cecilie Dressler.

Dann Sachbücher aus Politik und Geschichte

„Von Plato zur Nato“: Heinrich August Winklers Geschichte des Westens gleiche der Lebensbilanz einer Generation. Sie bekennt sich zu den Werten von Pluralismus und Toleranz und plädiert für eine westliche Wiedervereinigung, schreibt Dirk van Laak über das Buch bei C. H. Beck

„Liberales Misstrauen“, trage Gerhart Baums Streitschrift gegen den Sicherheitswahn, so Michael Naumann über den Titel Rettet die Grundrechte! Bürgerfreiheit contra Sicherheitswahn aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch.

„Macht und Maske Vertane Chance“: Reinhard Mehrings umfassende
Biografie von Carl Schmitt, meint Thomas Meyer mit dieser Überschrift (C. H. Beck).

„Aus der Nähe gesehen“ sind Dexter Filkins’ Kriegsberichte aus dem Irak und Afghanistan. Die seien nicht unparteilich, so Hilal Sezgin über Der ewige Krieg bei S. Fischer.

„Brillant“ sei der Essay über Karl Marx und sein großes Laboratorium der Ideen über Rolf Hosfeld und dessen Die Geister, die er rief bei Piper, berichtet Peter Schöttler und titelt Aus der Ferne gesehen über die Biografie.

Und noch einmal China:„China bedeutet für den staunenden Zuschauer eine intellektuelle Herausforderung. Neue Sachbücher bieten eine Fülle von Erkenntnissen, die helfen, den Giganten klarer zu sehen“, empfiehlt die Redaktion.

> Liao Yiwu: Fräulein Hallo und der Bauernkaiser. Chinas Gesellschaft von unten, S. Fischer
> Sabine Dabringhaus: Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert, C. H. Beck
> Mark Leonard: Was denkt China?, dtv
> Petra Kolonko: Maos Enkel. Innenansichten aus dem neuen China; C. H. Beck
> Helwig Schmidt-Glintzer: Chinas Angst vor der Freiheit, Der lange Weg in die Moderne, C. H. Beck

Meisterhaft erkunde Dieter Richter in seiner Kulturgeschichte des Südens ein nordeuropäisches Ideal“, freut sich Adam Soboczynski über dessen Buch Der Süden.
Geschichte einer Himmelsrichtung
bei Wagenbach und titelt: „Die Himmelsrichtung des Glücks“.

„Netzwerker des Glaubens“: Flott formuliere Paul Nolte in Religion und Bürgergesellschaft (Berlin University Press), weshalb die Religion
einen gesellschaftlichen Nutzen hat, berichtet Hans Joas.

„Im Bergwerk der Bilder“ befinde man sich mit Julia Voss, der verfolge Ideen und Motive aus dem Werk Darwins bis zu Jim Knopf in unserer Psyche, schreibt Susanne Mayer über Darwins Jim Knopf, das bei S. Fischer erschien.

„Raffiniert“ erkundet Ulrich Raulff die Nachwehen des Stefan George, so Alexander Cammann nach der Lektüre von Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben bei C. H. Beck und titelt: „“Meister des Meisters“.

„Crème renversée, als Literatur“: Jürgen Ritte, Wahlpariser, serviere in Bis auf die Knochen kühne Denkrezepte, bringt uns Gero von Randow über das Arche-Buch auf den Tisch.

Hans Neuenfels inszeniere mit Lust sein Leben mit Musik, so Hanns-Josef Ortheil über Wie viel Musik braucht der Mensch?, das bei C. Bertelsmann erschien unter dem Titel „Allegro con brio“.

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