Bücher und Autoren diese Woche im Rheinischen Merkur

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Rheinischer Merkur

„Wo sind die Revolutionäre?“, fragt Axel Brüggemann in seinem Kulturaufmacher über die Zukunft der Stadttheater. Viele Häuser, so seine These, bringen sich selbst in Gefahr, weil sie nicht mehr zeigen können, warum es sie geben muss. Ein Theater, das die Menschen nicht mehr angeht, steht auf der Sparliste ganz oben.

Im Visier rechnet Christiane Florin mithilfe der Zahl Pi vor, warum alle auf diesem Erdenrund am Schuldenwahn schuldlos sind. Dazu auch das Feuilletonpressegespräch im Deutschlandradio.

Auf der Medienseite erklärt RM-Mitherausgeber Paul Kirchhof im Gespräch mit Christiane Florin, warum er die Rundfunkgebühr reformieren möchte. Ein Beitrag pro Haushalt sei plausibler als die bisherige gerätebezogene Abgabe, hofft er. Wir hartnäckig Gebührenverweigerer waren, sind und sein werden, zeigt René Martens in seinem Text „Wir Schwarzseher“.

In der Berliner Luft trifft Hans-Joachim Neubauer den Kaiser der Clochards.

Im Ballast der Republik gratuliert Hans-Joachim Neubauer Steffi Graf zum Titel „Mutter der Nation“ und outet sich im „Geständnis“ als Isetta-Barbar.

Die Kulturreportage führt in die Bronx. Im New Yorker Problemviertel missionieren Franziskaner mit musikalischen Mitteln. Unter dem Titel „Catholic Underground“ treten sie als Rapper auf. Josefa Martens hat ihren klingenden Moralpredigten zugehört.

Auf der Seite Geistesgegenwart widmet sich Uwe Schultz dem französischen König Heinrich IV. Dessen Edikt von Nantes legte die Basis für den religiösen und politischen Ausgleich zwischen den Konfessionen. Ein umstrittener Potentat bleibt er trotzdem.

Oslo gönnt sich eine neue Skyline am Hafen, auch ein deutsches Architekturbüro baut mit. Clemens Bomsdorf skizziert die Diskussion über Sinn und Unsinn monumentaler Bauten.

In der Kritik: An der Stuttgarter Staatsoper inszenierte Jossi Wieler „Katja Kabanowa“. Rezensent Rüdiger Ost ist rundum begeistert.

Auf der Literaturseite:
Anne Dorn macht in ihrem Roman „Spiegelungen“ Momentaufnahmen von fünf Frauen und zeichnet damit das Bild eines ganzen Jahrhunderts. Carola Ebeling hat viele Sätze mit Vergnügen mehrmals gelesen.

In der Essaysammlung „Zur Zeit“ wollen 21 prominente Schriftsteller die Gesellschaft vor dem geistigen Kollaps bewahren. Christiane Weidenfeld hat die sehr bunte Mischung mit Gewinn gelesen.

Auf der Menschenseite: Katie Melua ist mit ihrer tieftraurigen Mischung aus Jazz, Folk und Blues höchst erfolgreich. Axel Brüggemann hat die Sängerin im wenig glamourösen Ambiente des Kölner Coloneums nach dem tieferen Sinn ihrer Musik befragt.

Kulturkulisse:
Ausstellungen: Düsseldorf, Museum Kunst Palast: Johann Wilhelm Schirmer;
Hamburg, Kunsthalle: Der Jesus-Skandal; Bayreuth, Kunstmuseum: Carl Fredrik Reuterswärd.
Schauspiel: Salzburg, Schauspielhaus: „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni.
Musik: Berlin, Philharmonie: Marek Janowski
und das RSO mit Beethoven; Gent, Vlaamse Opera: „Giasone“ von Francesco Cavalli.
CD-Tipps: Duo Lechner Tiempo: La Belle Époque. Avanti classic/Codaex; Pink Martini: Splendor in the Grass. Stereo; Reinhard Mey: Mairegen. EMI.

Neu im Netz: die Kulturdusche „Blüh im Glanze…“. Christiane Florin legt einen krisensicheren Garten an. .

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