Bücher und Autoren in der ZEIT und im Rheinischen Merkur von morgen – und alle großen Autoren Argentiniens

Hier finden Sie die Bücher, die morgen in der ZEIT und im Rheinischen Merkur besprochen werden. Damit Sie heute schon wissen, wonach der Kunde morgen fragt, was sie auslegen und vielleicht noch schnell bestellen sollten.

Zeit

In dieser Woche erscheint bereits die Literaturbeilage zur Messe:

„Neue Heimat, weiblich“: Der Immigrationsroman erweitert unsere literarische Vorstellungskraft, schreibt Iris Radisch und das sei gut für Deutschland. Angesehen hat sie sich:

Alina Bronsky: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche, Kiepenheuer & Witsch,
Melinda Nadj Abonji: Tauben fliegen auf, Jung und Jung

„Ohne Punkt und Komma“: Der Roman September von
Thomas Lehr (Hanser) quält den Leser mit seinem Willen zur Kunst, so Jens Jessen

„Der Mythos als Wärmestube“: Georg Kleins Erzählungsband Die Logik der Süße zelebriert die Lust am Untergang, schreibt Ijoma Mangold über das Rowohlt-Buch.

„Irokesen kennen Schmerz“: Sascha Lobos Roman Strohfeuer (Rowohlt) erzählt mit Tempo und Witz von der Berliner Jahrtausendwende, berichtet Florian Illies von seiner Lektüre.

„Komisch verzweifelt“: Doron Rabinovici beschreibt in Andernorts (Suhrkamp) jüdische Selbstwahrnehmungen im heutigen Europa, so Helmut Böttiger

„Das Dorf macht merkwürdige Geräusche“: Andrea Hanna Hünniger] findet, dass in Dinge, die wir heute sagten von Judith Zander die DDR frank und frei vor sich hinplappert (dtv).

„Heimatmaschine Wetterau“: Andreas Maier erklärt in Das Zimmer (Suhrkamp) dasselbige seines Onkels J. zum Zentrum der Welt, so Ina Hartwig

„Im Keller der Geschichte“: Sofi Oksanen mischt in Fegefeuer (Kiepenheuer & Witsch) KGB-Akten mit bäuerlicher Idylle zu einem Leseabenteuer, so Susanne Mayer.

„Der Krieg der Söhne“: Mathias Énard taucht mit seinem Buch Zone (Berlin) ein in die Gewaltgeschichte des vorigen Jahrhunderts, so Marie Schmidt

„Doktor Adam ist verliebt“: Über Wojciech Kuczoks polnische Scherze in Lethargie bei Suhrkamp berichtet Katharina Döbler.

„Strahlende seelische Nebel“: In neun Erzählungen, die unter Die Zeit altert schnell bei Hanser erschienen sind, sucht Antonio Tabucchi nach der wirklichsten Wirklichkeit, schreibt Andreas Isenschmid

„Der Engel des Exils“: Kim Thúy erzählt in Der Klang der Fremde (Kunstmann) von der Ankunft der Boatpeople in der Neuen Welt, berichtet Karl-Markus Gauß

„Professor Furz“: Ralph Dutli entdeckt für uns die Kunst der Fatrasien – absurde Poesie des Mittelalters, (Wallstein), so Benedikt Erenz

„Chaos-Abc“: Lars Gustafsson und Agneta Blomqvist schreiben Alles, was man braucht bei Hanser im Duett, berichtet Dieter Hildebrandt

„Innig, schön“: Jochen Jung rezensiert Janet Frames nachgelassener Roman Dem neuen Sommer entgegen bei C. H. Beck

„Rindfleisch als argentinisches Exportgut? Nein. It’s the literature, stupid!“: Gustavo di Mario hat die großen argentinischen Autoren fotografiert zum Gastland-Auftritt Argentiniens auf der Buchmesse.

> Osvaldo Bayer: Aufstand in Patagonien, Alibri Verlag
> Sergio Bizzio: Stille Wut, DVA,
> Carlos Busqued: Unter dieser furchterregenden Sonne, Antje Kunstmann
> Martín Caparrós: Wir haben uns geirrt, Berlin
> Maria Sonia Cristoff: Patagonische Gespenster Reportagen vom Ende der Welt, Berenberg
> Rodolfo Enrique Fogwill: Die unterirdische Schlacht, Rowohlt
> Martín Kohan: Sittenlehre, Suhrkamp Verlag,
> Pedro Mairal: Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra, Hanser
> Tomás Eloy Martínez: Purgatorio, S. Fischer
> Alan Pauls: Geschichte der Tränen, Klett-Cotta
> Ricardo Piglia: Ins Weiße zielen, Klaus Wagenbach
> Claudia Piñeiro: Die Donnerstagswitwen Unionsverlag
> Ernesto Sabato: Der Tunnel Klaus Wagenbach

Warum feiern alle diesen Mann?: Adam Soboczynski ist dem Autor César Aira begegnet, „dem großen Meister der argentinischen Literatur“, fotografiert hat ihn Juan Castagnola. Carlos Fuentes prophezeit César Aira den Literaturnobelpreis und Roberto Bolaño weiß: Wer ein Buch von Aira gelesen hat, wird süchtig danach. Patti Smith rühmt ihn „fiebrig“ in ihrem Internet-Blog.
Auf Deutsch erhältlich:
> Gespenster, Ullstein
> Die Nächte von Flores , Süddeutsche Zeitung, München 2010
> Die nächtliche Erleuchtung des Staatsdieners Varamo, Klaus Wagenbach
> Humboldts Schatten, Nagel & Kimche
> Die Mestizin, Nagel & Kimche
> Stausee, Droschl

„Wie konnte das alles als normal erscheinen?“ Die Militärdiktatur in Argentinien ist das große Thema des neuen Romans Sittenlehre von Martín Kohan (Surkamp) . Was war geschehen, dass sich mitten im großstädtischen Buenos Aires plötzlich die Ansicht verschob, was gesetzlich und was ungesetzlich ist. Ein Gespräch mit dem Schriftsteller über Exzesse der Gewalt in scheinbar geordneten Verhältnissen.
Außerdem gibt es:
> Zweimal Juni, Suhrkamp
> Sekundenlang, Suhrkamp

Der Hörbuch- Test:

Wenn Hanns Zischler, begnadeter Schauspieler und Essayist, Thomas Manns Tagebücher liest, das ein Ereignis, so Alexander Cammann. Und Der Dichter des Zauberbergs stellt uns hinterher seine Musik vor.

> Die Tagebücher 1933 bis 1945, Der Hörverlag
> Mein Wunschkonzert, Der Hörverlag
> Joseph und seine Brüder, gelesen von Gert Westphal, Universal, 30 CDs,
> Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull Gelesen von Gert Westphal, Universal

Neuerscheinung zu Victoria Ocampo, Mein Leben ist mein Werk Eine Biographie in Selbstzeugnissen; herausgegeben und kommentiert von Renate Kroll, Aufbau

Rezensionen zu Krimis

„Abend der Detektive – Anbruch der Wirklichkeit?“ Der argentinische Kriminalroman hat einen langen Weg durchschritten – im Schatten von Dummheit, Willkür und Diktatur, schreibt Tobi as Gohlis und weist auf folgende Titel hin:

> Raúl Argemí: Und der Engel spielt dein Lied, Unionsverlag
> Silvina Ocampo: Der Hass der Liebenden, Manesse
> Pablo de Santis: Das Rätsel von Paris, Unionsverlag
> Rodolfo Walsh: Die Augen des Verräters, Rotpunktverlag
> Rodolfo Walsh: Das Massaker von San Martín, Rotpunktverlag
> Enrique Medina: Der Boxer, Drava

„Brutalste Aufklärung“ – „Ein Kriminalfall aus dem Jahr 1900: Weil er onaniert, wird der Sohn eines Bankdirektors zu Tode geprügelt. Der Wissenschaftshistoriker Michael Hagner erzählt in seinem glänzenden Buch »Der Hauslehrer« von diesem Skandal und blickt in die Abgründe der bürgerlichen –Gesellschaft“, meint Rezensentin Elisabeth von ThaddenMichael Hagner: Der Hauslehrer. Die Geschichte eines Kriminalfalls (Suhrkamp)

Sachbuch

„Im Asyl der Worte“ – „Edward W. Said]s Musikkritiken seien eine hinreißende Lektüre“, findet Wolfram Goertz – Edward W. Said: Musik ohne Grenzen, aus dem Englischen von Hainer Kober (Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann)

„Schwierige Allianz“ – „Der Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem zeigt ihren Kampf um die Rettung der jüdischen Kultur“, meint Thomas MeyerHannah Arendt/Gershom Scholem: Der Briefwechsel 1939–1964, hrsg. v. Marie Luise Knott unter Mitarbeit v. David Heredia (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag)

„Ziemlich blau“ – „Guy Deutscher zeigt uns, wie die Sprache unsere Wahrnehmungen beeinflusst“, erklärt Ulrich GreinerGuy Deutscher: Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht, aus dem Englischen von Martin Pfeiffer (C. H. Beck)

„Prinz Freundlich“ – „Der äthiopische Migrant Asfa-Wossen Asserate tut der gequälten deutschen Seele gut“, meint Ulrich StockAsfa-Wossen Asserate: Draußen nur Kännchen – Meine deutschen Fundstücke (Scherz)

„Von wegen Gene“ – „Die Neurobiologin Lise Eliot entlarvt den kleinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen als Mythos“, meint Dorion WeickmannLise Eliot: Wie verschieden sind sie? Die Gehirnentwicklung bei Mädchen und Jungen (Berlin Verlag)

„Nein, so ist es nicht“ – „Mit polemischem Furor streitet Christian Demand für eine Neubewertung der Kunst“, erklärt Hanno RauterbergChristian Demand: Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (Zu Klampen Verlag)

„Der Welt verloren“ – „Ein Mann auf einer Bank, ohne Gedächtnis. Kuno Kruse erzählt, was H.-J. Overfeld vergessen wollte“, meint Elisabeth WehrmannKuno Kruse: Der Mann, der sein Gedächtnis verlor (Hoffmann und Campe)

„Absturz eines Stars“ – „Der bekannte Physiker Stephen Hawking will mit einer veralteten Theorie das Rätsel unserer Existenz lösen“, meint Tobias HürterStephen Hawking/Leonard Mlodinow: Der große Entwurf. Eine neue Erklärung des Universums, aus dem Englischen von Hainer Kober (Rowohlt)

„Nur nicht das Meinen verlernen“ – „Vom Kaiserreich zur Berliner Republik: Jürgen Peter Schmieds große Biografie Sebastian Haffners“ hat Alexander Cammann gelesen – Jürgen Peter Schmied: Sebastian Haffner. Eine Biographie (C. H. Beck)

„Kinder, esst langsamer!“ – „foodwatch-Gründer Thilo Bode beschwert sich über Tricks und Täuschungen der Lebensmittelkonzerne“, erklärt Sabine SütterlinThilo Bode: Die Essensfälscher. Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen (S. Fischer)

„Aufsteiger, Absteiger“ – „Beim Spalten der Zwiebel: Herfried Münkler erklärt, warum Gesellschaften um ihre Mitte bangen“, meint Heinz Bude
Herfried Münkler: Mitte und Maß. Der Kampf um die richtige Ordnung (Rowohlt Berlin)

„Versäuerte Zinnfigur“ – „Wilhelm Bleek deutet Leben und Werk des reizbaren politischen Professors Friedrich Christoph Dahlmann“, erklärt Steffen MartusWilhelm Bleek: Friedrich Christoph Dahlmann. Eine Biographie (C. H. Beck)

„Umkämpfte Pilgerfahrt“ – „Thomas Asbridges Geschichte der Kreuzzüge erzählt von einem mittelalterlichen Abenteuer, das im 19. Jahrhundert umgedeutet wurde“, erklärt Valentin GroebnerThomas Asbridge: Die Kreuzzüge, aus dem Englischen von Susanne Held (Klett-Cotta)

Rheinischer Merkur

„Warten auf die neue Zeit“: Die Nazis vereitelten die Weltkarriere der Tänzerin Hanna Berger. Die gleichnamige Biografie von Andrea Amorts beschreibt eindrücklich, wie der aufrechte Gang die Choreografie ihres Lebens bestimmte (Christian Brandstätter)

„Eilpost für die römischen Legionäre“: Veruschka Götz hat in Fixierte Gedanken (Vorwerk 8) die verschlungene Geschichte der Schrift und ihrer Zeichen kurz und anschaulich aufgearbeitet. Es entstand ein bibliophiles Juwel

Kurz besprochen werden unter:

„Nonsense-Poesie“: Ralph Dutli, Fatrasien, Wallstein
„Die Wahrheit oder so ähnlich“: Johan Stenebo, Die Wahrheit über Ikea, Campus
„Schrille Facts und Kuriositäten“: Gerald Kleffmann, Thomas Lötz, Golf. Das Buch, Süddeutsche Zeitung Edition
„Zynisch? Nein!“: Rolf Haufs, Tanzstunde auf See, Hanser

Der Freitag wartet mit einer Beilage zur Frankfurter Buchmesse auf. Michael Angele empfiehlt eine Wiederbelebung des literarischen Quartetts: http://www.freitag.de/kultur/1039-literarisches-quartett.

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