Bücher und Autoren in der ZEIT und im Rheinischen Merkur von morgen – und seitenweise Literaturempfehlungen zur Messe

Hier finden Sie die Bücher, die morgen in der ZEIT und im Rheinischen Merkur besprochen werden. Damit Sie heute schon wissen, wonach der Kunde morgen fragt, was sie auslegen und vielleicht noch schnell bestellen sollten.

Zeit

„‚Du weißt, wo meine Tagebücher sind'“: Die frühen Tagebücher der amerikanischen Starintellektuellen Susan Sonntag zeigen eine junge Frau, getrieben von erotischem Begehren und Gier nach Literatur. Die intime Seite einer Ikone wird in Wiedergeboren (Hanser ) offengelegt – von ihrem Sohn. Darf er das?, fragt Susanne Mayer.

„Die Frau seines Lebens“: Der französische Philosoph Roland Barthes schreibt „ein schmerzvolles, ein wunderbares Tagebuch über den Tod seiner Mutter“. Mit ihr habe er 62 Jahre lang zusammen gelebt, berichtet Iris Radisch] über Tagebuch der Trauerbei Hanser

Ein Schicksal namens Marcel Reich-Ranicki: Martin Walser offenbart in seinen verstörenden Tagebüchern unter dem Titel Leben und Schreiben aus den Jahren 1974 bis 1978 das ganze Seelendrama eines Schriftstellers, weiß Alexander Cammann und titelt „‚Mit Habermas in Amerika, das wär’s'“:

„Vor der Psychiatrie noch eine Nacht mit der sibirischen Hure“ Clemens Meyers Tagebuch Gewalten bei Fischer ist eine rasante Feier der Schattenseiten unserer Zeit. Roh ist der Mann: Er säuft, raucht, verspielt sein Geld im Kasino. Wie gut, dass die Prostituierten ihn noch trösten, so Adam Soboczynski

Helmut Krausser arbeitet nach weiter an seinem Selbstbild als verkanntes Genie:Das Beste aus den Tagebüchern (DuMont ) geht einem ungeheuer auf die Nerven – wenn da nicht Bea wäre, findet Florian Illies und titelt „‚Meine Jahre mit Helmut Krausser'“.

„‚Die schlimme, schlimme Sucht'“: Georg Klein erzählt in Roman unserer Kindheit (Rowohlt) fulminant von der Zeit, als die Mädchenschlüpfer noch Gummibänder hatten, berichtet Ina Hartwig

„Hände weg von der nassen Wäsche“: Jan Faktors „schreiend komische Phänomenologie des Hausens und Wohnens“ in Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag bei Kiepenheuer & Witsch rezensiert Ursula März

„Wir lesen – und schalten ab. Und zu“: Warum gehen dem Lautpoeten Michael Lentz in 100 Liebesgedichte (Fischer) nur immer wieder die Pferde durch?, fragt sich Florian Illies

„Das Leben winkt“ Richard Obermayr erzählt ein Fami-lien-schick-sal in eindrucksvollen und sprachmächtigen Bildern, so Olga Martynova über Das Fenster bei Jung und Jung

„Zwischen Moder und Moderne“: Hermann Kant treibt in seinem Roman Kennung Schabernack für DDR-Veteranen und solche, die es noch werden wollen, berichtet Insa Wilke über das Aufbau-Buch

„Natürlich ist Sex gut“: Bei Hans-Ulrich Treichel kann man lernen, wie man sich im literarischen Mittelbau bequem einrichtet, meint Helmut Böttiger über Grunewaldsee bei Suhrkamp

„In der Hölle der verlorenen Illusionen“: Sándor Márai schrieb sich das Buch Befreiung (Piper) von der Seele, weiß Dieter Borchmeyer

„Pirouetten des schwarzen Humors“: Jáchym Topol versprüht einfallsreich Gift und Galle, lobt Hans-Peter Kunisch das Buch Die Teufelswerkstatt aus dem Suhrkamp Verlag.

„Liebe geht durch den Vers“: Nicholson Bakerschwärmt von der angloamerikanischen Lyrik, berichtet Jochen Jung über Der Anthologist bei C. H. Beck

„Geld oder Hoden“: Denis Johnson macht sich in Keine Bewegung!einen bösen Spaß, so Hubert Winkelsüber das Rowohlt-Buch

„Vögel im Mund, Gänse auf der Haut“: Die argentinische Autorin Samanta Scheblin und ihre fantastischen Geschichten in Die Wahrheit über die Zukunft (Suhrkamp), hat sich Eberhard Falcke angesehen.

„Die alten Schandtaten neu erzählt“: Toni Morrison kehrt zurück in die Zeit, als junge Mädchen noch verkauft wurden, berichtet Verena Auffermann über Gnade, das bei Rowohlt erschien.

„Die Chemie der Leidenschaften“: John Bergers beinahe überirdische Liebesgeschichte sind in Briefen zu lesen, so Gisela von Wysocki über A und X aus dem Hanser Verlag

„Was eben noch Gegenwart war“: Michela Murgia hat mit ihrem ersten Roman Accabadora einen beunruhigend schönen Ton für den Anfang und das Ende des Lebens gefunden, befindet Elisabeth von Thadden über das Wagenbach-Buch.

„Cyberspace mit grüner Soße“ – Die Jury des LUCHS, Kinder- und Jugendbuchpreis der ZEIT und Radio Bremen, berichtet von ihren Lieblingsbüchern dieses Frühjahrs:
Eduardo Galeano (Text)/Antonio Santos (Bilder): Geschichte von der Auferstehung des Papageis, Bajazzo Verlag (ab 3 Jahren)
Cory Doctorow: Little Brother, Rowohlt (ab 16 Jahren)
Gerda Anger-Schmidt/Renate Habinger (Ill.): Das Buch, gegen das kein Kraut gewachsen ist Nilpferd/Residenz Verlag (ab 5 Jahren und fürs ganze Leben)
Sibylle Sailer (Hrsg.)/Sabine Büchner (Ill.): Sieben kecke Schnirkelschnecken. Lustige Kindergedichte und Reimspaß zum Lachen Arena (ab 4 Jahren und darüber hinaus)
Emily Gravett: Das komische Ei, Sauerländer (ab 3 Jahren)

„An die Eliten“ – Der Konservative Meinhard Miegel erteilt in seinem Buch Exit (Propyläen) dem Wirtschaftswachstum eine klare Absage; rezensiert von Wolfgang Uchatius

„Schnulzen zum Kompott“ – Die Starintellektuellen Michael Hardt und Antonio Negri wollen mit ihrem Buch Common Wealth (Campus) eine neue Utopie liefern; rezensiert von Christiane Grefe

„Holocaust 1819“ – Peter Fasel geht der Biografie des Hartwig von Hundt-Radowsky 
nach und entdeckt dabei einen Vorläufer Hitlers. Revolte und Judenmord, Hartwig von Hundt-Radowsky (1780–1835). Biografie eines Demagogen Metropol Verlag; rezensiert von Benedikt Erenz

„Das Sorgenkind“ – Rupert Neudeck sucht in seinem jüngsten Buch Die Kraft Afrikas (C. H. Beck). Doch er wirkt ratlos; rezensiert von Andreas Eckert

„Natürlich verordnet“ – Ulrich Grober schreibt die Geschichte der Nachhaltigkeit als Erfolgsstory. Die Entdeckung der Nachhaltigkeit (Antje Kunstmann); rezensiert von Joachim Radkau

„Pro Nacht ein Buch“ – Timothy W. Ryback hat untersucht, was der Autodidakt Hitler alles las. Hitlers Bücher. Seine Bibliothek – sein Denken (Fackelträger); rezensiert von Volker Ullrich

„Dieses heiße, versteckte Herz“ – Kampfplätze der Liebe und des Ehrgeizes: Johannes Willms ist dem Leben des blendenden französischen Schriftstellers Stendhal auf der Spur. Stendhal (Hanser); rezensiert von Jens Jessen

„Kinder des Glücks“ – Just Kids, die Lebenserinnerungen Patti Smiths (Kiepenheuer & Witsch), erzählen die Geschichte einer Initiation und zugleich ein Künstlermärchen, renzensiert von Thomas Groß

„Abschied vom Adrenalinkick“ – Der Pianist Alfred Brendel tritt ab von der großen Bühne und zeigt sich in seinen Essays als Virtuose der leisen Töne. Nach dem Schlussakkord (Hanser); rezensiert von Gisela von Wysocki

„Ohne Wasser kein Durst“ – Garantiert anders, als Sie denken: Robert Spaemanns gesammelte Reden und Aufsätze Schritte über uns hinaus (Klett-Cotta); rezensiert von Ijoma Mangold

„Wie sie wurde, was sie ist“ – Karl-Heinz Göttert legt eine Biografie der deutschen Sprache vor. Deutsch (Ullstein); rezensiert von Claude Haas

„Im Schatten böser Vorurteile“ – Necla Kelek will sich einen Islam neu erfinden. Ihr Buch Himmelsreise zeigt gut, warum ihr viele aufgeklärte Muslime darin nicht folgen; rezensiert von Hilal Sezgin

„Ein Dissident“ – Kurt Flasch rettet Meister Eckhart und zeigt: Er war kein Mystiker, sondern ein christlicher Philosoph. Meister Eckhart. Philosoph des Christentums (C. H. Beck); rezensiert von Thomas Assheuer

„Jesus, Deine Freundin“ – Nina Hagen outet sich als Gotteskind – wer es glaubt, wird selig. Bekenntnisse. Mein Weg zu Gott (Pattloch); rezensiert von Matthias Neumann

Rheinischer Merkur

Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse: „Trau keinem Biografen!“ J. M. Coetzees ironisches Verwirrspiel um die eigene Schriftstellerexistenz in Sommer des Lebens, (S Fischer Verlag)

„Mit Blindheit gesegnet“: Mozart und Kleist waren von dem Wunderheiler fasziniert. Alissa Walser entwickelt aus dem Wiener Arzt Franz Anton Mesmer eine vielschichtige literarische Figur, heißt es Am Anfang war die Nacht Musik aus dem Piper Verlag.

„Zuhause – wo liegt das?“ Ein emeritierter Botaniker folgt den Spuren seiner Ahnen in die Wirren der russischen Revolution. Hans Joachim Schädlich verwebt in Kokoschkins Reise (Rowohlt) kunstvoll Geschichte und Gegenwart

„Adieu, altes Schloss“: Maria Wellershoff beschreibt bei DuMont ihr adliges Leben in Pommern bis zu ihrer Flucht

„Durch die Hölle nach Europa“: Der Italiener Fabrizio Gatti beschreibt in Bilal die unglaublichen Qualen afrikanischer Flüchtlinge (Antje Kunstmann Verlag)

„Kalypso singt vom Ewigen“: Günter Gerstberger legt mit Sonette an Kalypso sein Erstlingswerk vor – mit Sonetten über Demut, Engel und Gottes Exil. Neben Religion füllt Boshaftes und Hintergründiges sein Portfolio (Frieling Verlag)

„Marterholz und Lebensbaum“: Bischof Egon Kapellari meditiert über das Leiden Jesu – und kommt in dem Styria-Buch Martin Luther nahe.

„Von Größe und Tragik“: Eine neue Biografie setzt sich mit dem deutsch-jüdischen Denker Martin Buber, seinem Werk und seiner Zeit auseinander. Es gelingt ihr in dem Gütersloher-Buch, die Komplexität seines Wirkens zu umfassen

„Ein Flüchtlingskind wird zur Helferin“: Christen, die den Irak verlassen mussten, finden bei Hatune Dogan Unterstützung, Verlag Herder

„Als das Christentum unterging“: Philip Jenkins geht bei Herder auf Zeitreise ins Goldene Zeitalter“ der größten Weltreligion

Kurz besprochen wird unter:
> „Liebe muss nicht einfach sein“: Raymond Federmann: Eine Liebesgeschichte oder so was. Matthes & Seitz Verlag
> „Unwirtliche Insel“: George Sands „Ein Winter auf Mallorca erschien im Matrix Verlag
> „Vom Glück des Textsammelns“: berichtet Nicholson Baker in Der Anthologist.(C. H. Beck)
> „Tatwaffe Rohrstock“: Paulus Hochgatterer: Das Matratzenhaus. Deuticke Verlag
> „Freundschaft ist ein rares Gut“: Gudrun Kugler, Denis Borel (Hrsg.), Entdeckung der Freundschaft, Herder Verlag
> „Gott erscheint per Vision“: Friedrich Kurz mit Marcus Mockler: Der Musical-Mann, Gerth Medien
> „Pilger aus West-Ost“: Said: Das Niemannsland ist unseres. Diedrich Verlag
> „Gedichte retten den Tag“: Anton G. Leitner (Hrsg.): „Die Hoffnung fährt schwarz“, Verlag Sankt Michaelsbund

Sachbücher

„Sonderzug nach Erfurt“: Bei seinem Besuch in Ostdeutschland vor 40 Jahren empfingen die Menschen Willy Brandt euphorisch, darüber berichten Jan Schönfelder, Rainer Erices in Willy Brandt in Erfurt, Ch. Links Verlag

„Zu wessen Wohl?“, heißt es über Robert Jacobi: Die Goodwill-Gesellschaft aus dem Murmann Verlag.

„Leidenschaftlich“ geht es in Raoul Schrotts Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde, Carl Hanser Verlag

Lesetipps:
„Das ist kein leichtes Buch“ ist ein Interview mit Hartmut Bobzin überschrieben, der den Der Koran bei C.H. Beck neu übertragen hat. Dazu schrieb er auch Der Koran. Eine Einführung.

„Reizende Wortwelt“: Michael Madeja Das kleine Buch vom Gehirn, C. H. Beck
Außerdem gibt es drei-seitiges Spezial: „Hurra, wir lesen noch“

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