Autoren urteilen: „Kein Stern für Amazon“

Morgen in der ZEIT: Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff sieht in dem Online-Versandhändler Amazon „ein widerliches, erpresserisches Unternehmen“. „Ich wünsche diesem entsetzlichen Monopolisten den Untergang“, meint siemorgen in der ZEIT.

In einer Umfrage beantworten 19 Autoren aus aller Welt sechs Fragen nach dem richtigen Umgang mit dem Internetversandhändler, darunter Jonathan Franzen, Daniel Kehlmann, A. L. Kennedy, Roger Willemsen, Navid Kermani, Ingo Schulze, Kathrin Passig, Rüdiger Safranski und Günter Wallraff.

Die meisten Autoren sehen das Monopol von Amazon im Online-Buchhandel mit großer Sorge. Kaum einer der Schriftsteller sieht sich jedoch in der Lage, seinen Verlag anzuweisen, die eigenen Bücher nicht mehr über Amazon zu vertreiben. „Ich hätte es lieber, wenn die Leute meine Bücher an diesen alternativen Stellen kauften, aber ich habe auch kein Problem damit, wenn Amazon sie verkauft. Ich möchte gelesen werden“, schreibt Jonathan Franzen.

Einige Schriftsteller erwägen weitergehende Aktionen gegen den Versandhändler: „Allein hat das keinen Zweck, aber wenn genügend Autoren mitmachen würden, schlösse ich mich wahrscheinlich einem Boykott sofort an“, meint der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani gegenüber der ZEIT.

Amazon steht derzeit wegen seines Geschäftsgebarens gegenüber großen Verlagen wie Hachette in den USA und der schwedischen Bonnier-Gruppe in der Kritik. „Hier liegt eindeutig der Missbrauch einer Monopolmacht vor, gegen die juristisch und politisch vorgegangen werden muss“, schreibt der Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff.

In der letzten Frage wurden die Autoren gebeten, eine Wertung in Sternen abzugeben, entsprechend dem Produktbewertungssystem von Amazon. Von fünf möglichen Sternen erreichte Amazon in der Autoren-Wertung im Schnitt nicht einmal einen ganzen Stern.

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