DER SPIEGEL berichtet, wie bei Heyne eine Rio-Reiser-Biographie abgeschossen werden sollte – und was der Verlag dagegen tut

Biographien kann man in diesem Land wohl gar nicht mehr veröffentlichen. Heute berichtet der SPIEGEL über ein Buch (S. 153), das schon vor Erscheinen massiv mit anwaltlicher Hilfe nachgebessert werden sollte: Hollow Skais Rio Reiser-Biographie. „Nach Lektüre des Manuskripts wollen Reisers Mutter und die Brüder, die den Nachlass verwalten, in dem Buch gar nicht mehr vorkommen“, schreibt der SPIEGEL: „Dann müsste Rio Reiser ja das erste Retortenbaby der Welt gewesen“, so der Heyne-Autor, der durch zahlreiche Veröffentlichungen, aber eigentlich noch nie durch üble Nachrede aufgefallen ist.

So konstatiert der SPIEGEL für das Reiser-Buch auch einen Skandalgehalt von Null, und dass Reiser schwul war und sein Lebtag nicht nur Milch und Wasser getrunken hat, ist eigentlich für keinen eine wirklich neue Information, findet das Blatt: „Der Künstler wird so ehrfurchtsvoll und einfühlsam detailverliebt geschildert, als hätten seine Brüder dafür gezahlt.“

Heyne wehrt sich auf ganz andere Art gegen die anwaltliche Einflussnahme im Vorfeld der Veröffentlichung: Der Verlag verbreitet das Buch ab dieser Woche vorerst als E-Book im Internet und sorgt damit vor, dass im Falle einer Klage auf weiträumige und teure Papiervernichtung verzichtet werden kann.

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