heise.de zaust VTO

„Im Jahr drei nach dem Start der Buch-Digitalisierungsprojekte von Amazon und von Google arbeitet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels weiterhin mit ‚Volltextsuche Online’ (VTO) an dem Aufbau einer eigenen Lösung für die Recherche in gedruckten Werken“ schreibt Mathias Schindler bei heise.de.

Nun scheint es zu einer neuerlichen Panne gekommen zu sein. Schindler: „Nachdem bereits im Februar 2007 die Veröffentlichung der Zugangsdaten zu VTO einen frühen Einblick erlaubte, nähert sich das Projekt mit langsamen Schritten dem Normalbetrieb. Unter beta.volltextsuche-online.de finden teilnehmende Verlage derzeit das Frontend, das später für Buchinteressierte die Suchergebnisse darstellen soll. Normalerweise benötigte man ein Kennwort für diese Seite. Unter bestimmten Voraussetzungen erfolgte jedoch eine automatische Anmeldung ohne Passwortabfrage. Einmal im Besitz einer gültigen Session-ID in Cookie-Form, blieben die Tore für den interessierten Leser offen; neue Session-IDs ohne Passwordabfrage lieferte der Aufruf von http://beta.volltextsuche-online.de/BookStore/signInHome.do;jsessionid=(Beliebiger-Text).node8.“

Erst nach einem Hinweis von heise online schloss der Betreiber den Server wieder.

heise.de resümiert: „926 Titel von 60 Verlagen waren zum Freitag im System recherchierbar, weitere 20 Verlage ohne eigene freigegebene Titel listete die Suchfunktion auf. Größter Datenlieferant war bislang der Campus Verlag mit 103 Titeln sowie der auf Rechts- und Wirtschaftsthemen spezialisierte Verlag Erich Schmidt mit 100 Titeln. Der mit Abstand auflagenstärkste Titel stammt aus dem Herder-Verlag, zu dessen Autoren Papst Benedikt XVI. mit „Jesus von Nazareth“ gehört.“

heise.de hat beim Börsenverein nachgefragt: „Eine Bestätigung dieser Funde beim Börsenverein war nicht vollständig möglich. VTO-Pressesprecherin Andrea Gerster hält die Anzahl der auffindbaren Titel im Beta-Frontend für nicht aussagekräftig, sie variiere ständig. Auch an der Zahl von 210 teilnehmenden Verlage halte man fest, sie beziehe sich auf die unterschriebenen Nutzungsverträge. Ein Großteil dieser Verlage habe bereits Buchdaten zur Konvertierung eingereicht. Derzeit seien mehr als 7000 Titel hochgeladen beziehungsweise in der Konvertierung oder in den vorgesehen Schritten zur Freigabe“, schreibt Schindler.

Nicht bereit seien derzeit sowohl der „Scandienst, um Verlegern ohne digitale Vorlage und eigene Möglichkeiten der Digitalisierung eine Teilnahme an VTO zu ermöglichen, als auch das größte angepriesene Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz von Google und Amazon: Der sogenannte ‚privilegierte Zugang’ soll Buchhändlern umfassendere Möglichkeiten der Recherche und geringere Restriktionen bei der Anzeige von Buchseiten erlauben.“

Nach Auskunft von Ronald Schild, Geschäftsführer der VTO-Betreibergesellschaft und Börsenvereins-Tochter MVB, seien bisher zentrale Fragen der Authentifizierung ungeklärt, schreibt Schindler. Am Montagnachmittag bestätigte Schild im VTO-Blog die Probleme bei der Rechnerkonfiguration.

Ende Juli hatte die MVB, die ebenfalls das für den Buchhandel zentrale Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) verwaltet, eine Zusammenlegung von VLB und VTO angekündigt. [mehr…] Statt 1,30 Euro jährlich für die Listung eines Titels hat ein Verlag in Zukunft 3 Euro zu zahlen.

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