Rekordauflage: Eugenio Montale und der Lyrikboom in Italien / Hintergrund zur geplanten SZ Bibliothek

Die SZ bereitet heute sichtlich schon den Boden für ihre ab 6. März geplante 50 Bücher Aktion, über die wir schon mehrfach hier berichtet haben [mehr…], zu der aber noch nicht alle Details bekannt sind. So ist noch nicht offiziell, wie und ob der Buchhandel in den Vertrieb der Bände eingebunden werden soll.

Wie es in Italien läuft, das hat die SZ heute noch einmal mit einem Bericht über die aktuelle Situation dort beschrieben: An einem einzigen Tag ist dort ein Lyrikband von Eugenio Montale in einer Auflage von 1 Mio. Expl. verbreitet worden: Er lag gratis der Montagsausgabe des Corriere della Sera bei: Das Blatt beginnt damit (neben einem Lexikon, historischen Büchern und einer Romanreihe) eine weitere neue Buchreihe.

Die SZ: „Geplant sind insgesamt 30 gebundene, darunter auch zweisprachige Einzelausgaben von Petrarca bis Walt Whitman, Dylan Thomas oder Bertolt Brecht, die wöchentlich zum Stückpreis von 6,90 Euro herauskommen. Am nächsten Montag erscheint Pablo Neruda – in einer Auflage von 400.000 Exemplaren. Dass dies keine utopische Zahl ist, zeigen die aktuellen Erfolgsmeldungen der Konkurrenz. Die römische Zeitung Repubblica hat von den ersten drei Bänden ihrer sechsbändigen Anthologie italienischer Lyrik jeweils 120.000 Exemplare verkauft, trotz des relativ hohen Preises von 12,90 Euro pro Band. Die Zahlen belegen den Erfolg der in Italien seit kurzem von den Zeitungsverlagen immer weiter ausdifferenzierten Praxis, den Zeitungen Bücher beizulegen (die Repubblica verkauft gerade von einem 26-bändigen Universallexikon etwa 500.000 Exemplare pro Einzelband, zum Preis von 12,90 Euro!).“

Man darf gespannt sein, wie die ab März von der SZ geplante ähnliche Aktion hier ankommt und ob sich italienische Verhältnisse auf den deutschen Markt übertragen lassen. Es wird auch vom Verbreitungskonzept abhängen.

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