Süddeutsche: Open Access eine Chance geben / Print wird bleiben

Durchaus differenziert trägt Johan Schloemann die neuralgischen Punkte in der Debatte um Open Access anlässlich einer öffentlichen Debatte, die heute im Frankfurter Literaturhaus stattfindet, zusammen.

Der Ton sei immer noch scharf, aber alle haben erkannt, dass der illegale Download von Daniel Kehlmanns Bestseller damit nichts zu tun habe. Die Freiheit der Wissenschaft sei auch nicht in Gefahr. Bei 1,6 Milliarden wissenschaftlicher Artikel allein im Jahr 2006 stellt er die Frage, ob wirklich alles gedruckt werden müsse. Dass alles geschrieben werden muss, stellt er als Eigenheit des wissenschaftlichen Systems heraus. Tagungsbände, Aufsätze, Monografien gehören zur Karriere eines jungen Wissenschaftlers. Einiges wird er davon auch sorgfältig lektoriert und gedruckt vorlegen müssen, ist Schloemann überzeugt.

Er nennt auch beim Namen, was auch innerhalb der Branche unter der Decke kritisiert wird. „Denn es waren diese explodierenden Preise, es waren die Oligopole vor allem der großen natur-, ingeneurs- und sozialwissenschaftlichen Verlagskonzerne, welche den Erfingungsreichtum in Sachen Open Access überhaupt maßgeblich in Gang gebracht haben.“

Doch das sei nicht der einzige Grund: Das Kommunikationsbedürfnis der Fachöffentlichkeit habe sich verändert. Weltweit gäbe es schon 3.800 Open-Access-Fachzeitschriften, das sind etwa 15 Prozent aller 25.000. Für einzelne müssen Autoren jetzt mehrere tausend Dollar aufbringen, um dort publizieren zu dürfen.

Ein Zwang, alles online zu publizieren, sei aber auch nicht durchzusetzen, da stehe auch der Wunsch der Wissenschaftler nach gedruckten Nachweisen vor.

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