Thomas Steinfeld heute in der „Süddeutschen Zeitung“ über die neuesten Skandale im Literaturbetrieb

„Alle zwei Wochen neu: Das obszöne Buch und sein Verlag“ – so heißt heute ein umfangreicher Artikel von Thomas Steinfeld zum neuen „Sport“ des Feuilletons: die Literaturskandale.

Keine zwei Wochen vergehen jetzt mehr zwischen den Skandalen, und jedes Mal verfällt der literarische Betrieb in Deutschland in ein erregtes, auf unangenehme Weise tantenhaftes, von glühender Neugier durchdrungenes Geschnatter: Was, der Herausgeber der „Anderen Bibliothek“ bleibt tatsächlich bei der Behauptung, Prinz Asfa-Wossen Asserate selbst habe das Buch „Manieren“ geschrieben? Aber nein, wir haben den Prinzen im Fernsehen erlebt, und so brillant wirkt er nicht! Was, Alexander Fest wollte in seinem Rowohlt Verlag tatsächlich einen Roman von Thor Kunkel veröffentlichen, der unverhohlen pornographisch von der Vergewaltigung deutscher Frauen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erzählt? Nein, das hätten wir dem Rowohlt Verlag doch nun wirklich nicht zugetraut! Jedes Mal beben die Stimmen in schnell herbeigerufener Empörung, jedes Mal wackeln die Erregten mit ihren Köpfen, und jedes Mal tun sie es mit leuchtend roten Ohren, heißt es da.

Zum Artikel: http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel409/

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