Was fasziniert am Mittelalter?

Das fragt DIE WELT auf ihren Online-Seiten heute. Die hunderttausendfach verkauften historischen Romane von Iny Lorentz oder Ildefonso Falcones handeln von Wanderhuren und Kathedralenbauern.

Historische Romane gehören dazu, doch der Mittalterkult geht viel weiter. Immer mehr Menschen wollen so leben wie früher. „Die ganze Jugendbewegung der Gothics ist ja – wie schon der Name sagt – auch nichts anderes als ein großer Mittelalter-Karneval, bei dem die Epoche durch die leicht verengte Perspektive einer schwarzen Neo-Romantik betrachte und als Kostümschatz geplündert wird“, so die WELT

Aber warum das alles? Was finden junge Menschen an einer stinkenden Epoche so attraktiv, die wesentlich von Hunger, Pest, Angst und Unfreiheit geprägt wurde? Ganz egal, ob man sein Mittelalterbild aus George Dubys wissenschaftlich einwandfreier Schilderung des Europas vor dem Jahre 1000 (am Anfang von „Die Zeit der Kathedralen“) bezieht oder aus Umberto Ecos romanhaft freier Schilderung der Welt um 1300 (in „Der Name der Rose“) – immer steht an jeder Ecke ein Galgen oder Scheiterhaufen, schon ein fauler Zahn kann den Tod bedeuten und fremde Neuankömmlinge bringen nicht Multikulti und Latte macchiato, sondern es sind die Wikinger oder Mongolen, die ein bisschen plündern und schänden wollen.

Thema also auch für Ihre Buchhandlung?

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