Welt: Sollen die Leistungen der Buchverleger unter eigenen juristischen Schutz gestellt werden?

Zeitungsverleger fordern ein eigenes Leistungsschutzrecht, um wirksamer gegen Piraterie vorgehen zu können. Ilja Braun fragt heute morgen in der WELT: „Wäre das auch etwas für Buchverlage?“

Denn: Das Urheberrecht ist den Autoren zugedacht, nicht den Verlagen. Die Frage ist, wie die Leistungen der Verlage geschützt werden können, insbesondere vor dem Hintergrund digitalisierter Kopierbarkeit. Nach dem Artikel fordert Thomas Hoeren, Urheberrechtler an der Universität Münster, das gesamte Verlagsrecht zu modernisieren und anzupassen. „Da hat sich niemand rangetraut“, wird er zitiert.

Hätte der Verlag beispielsweise ein zehnjähriges Schutzrecht auf seine Leistungen, könnten die Rechte des Werkes nach dieser wieder an den Autoren zurückfallen und der Verlag hätte die Möglichkeiten, seine Investitionen zu amortisieren. Hoeren zählt die Vorteile nicht ohne Spitze auf: Die Verlage müssten vom hohen Ross herunter, sich „für die eigentlichen Autoren der Bücher zu halten“, dafür könnten sie stolz auf die eigenen Leistungen sein wie „ihr Lektorat, ihre Pressearbeit, ihre Programmgestaltung und ihre Autorenbetreuung“, die damit definiert wären.

Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang hält nach diesen Ausführungen nichts davon. „Die Leistungen des Verlegers würden mit einem Leistungsschutzrecht auf keinen Fall ausreichend geschützt“, wird er zitiert. Sprang frage, worauf sich der Schutz denn beziehen solle. „Auf das Druckbild etwa? Dann bräuchte man blos in der Textverarbeitung eine andere Schrift zu wählen, und aus wäre es mit dem Schutz“, so sein Argument. Der Veleger sei darauf angewiesen, vom Urheberrecht der Autoren mit zu profitieren.

Gewerkschafter lehnen ein solches Leistungsschutzrecht ebenfalls ab, denn dann hätten sie neben dem Urheberschutz auf der Seite der Verleger einen originären Status.

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