Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Ahmet Altans in der Haft entstandener Roman „Hayat heißt Leben“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Ein Wimmelbild der trikontinentalen Welt“: Auf Handels- und Heerstraßen durch Eufrasien: Michael Borgolte besichtigt die trikontinentale Welt des globalen Mittelalters. „Die Stärke des Buches liegt in seiner Ak­ri­bie. Die Haupt- und Nebenströmungen des Buddhismus in Asien, aber auch die Schicksale scheiternder Weltreligionen wie des Zoroastrismus und Manichäismus werden penibel nachgezeichnet.“
    Michael Borgolte, Die Welten des Mittelalters. Globalgeschichte eines Jahrtausends (C.H. Beck)
  • „An der Grenze der Geschlechter“: Carole K. Hooven erläutert die Rolle des Sexualhormons Testosteron. „Um ihren Lesern die biologische Bedeutung von Testosteron nahezubringen, beschränkt sich Hooven nicht auf den Menschen. Mit unzähligen Beispielen aus dem Tierreich versucht sie vielmehr zu vermitteln, dass das Hormon in der Natur vorwiegend eine Aufgabe besitzt, nämlich männliche Vertreter einer Tierart in die Lage versetzen, sich im Fortpflanzungs-Wettbewerb zu behaupten und den eigenen Genen auf die Weise einen Vorteil zu verschaffen.“
    Carole K. Hooven, T wie Testosteron. Alles über das Hormon, das uns beherrscht, trennt und verbindet (aus dem Englischen von Sebastian Vogel; Ullstein)

  • „Königin des Zeilensprungs“: Die einen hängen an ihren Kerkern, die anderen gucken ins Weite: Judith Zander dichtet über ostdeutsche „Ländchen“ und lässt sich den Blick nicht verengen. „Judith Zanders Gedichte arbeiten konkret und anspruchsvoll. Ihre Autorin verlässt sich darauf, dass die Leser bereit sind, ihren Ahnungen zu vertrauen und ihnen in die konkreten Landschaften der deutschen ‚Streusandbüchse‘ zu folgen, sich deren Sand auch mal in die Augen streuen zu lassen, um dann im Feuchten und Trockenen dieser Gedichte die Säftelehre zu bedenken und ihr Mütchen im strengen Spiel der Gedichte abzukühlen.“

    Judith Zander, im ländchen sommer im winter zur see. Gedichte (mit Fotografien der Autorin; dtv)

  • „Was lesen Sie gerade … Katja Kullmann?“: Aktuell lese ich Geschichten der übelsten Sorte, eine Sammlung von Prosa-Miniaturen von Garielle Lutz. In den USA ist sie als Indieautorin bekannt, 2021 outete sie sich als trans Frau. Erstmals hat nun der Berliner Weissbooks Verlag Lutz’ Geschichten auf Deutsch herausgebracht. Es handelt sich um kleine Alltagsbeobachtungen voller schräger Wortschöpfungen und überraschender Metaphern (…)“

 

  • „Gewalt in der Luft erschwert das Atmen“: Ahmet Altans in der Haft entstandener Roman Hayat heißt Leben erzählt von staatlicher Willkür und vom Freiraum der Literatur. „Es ist nicht so sehr der Plot, der für diesen Roman einnimmt, sondern vor allem seine intensive Atmosphäre aus staatlicher Unterdrückung und individuellem Freiheitsdrang.“
    Ahmet Altan, Hayat heißt Leben (a. d. Türk. v. Ute Birgi-Knellessen; S. Fischer)
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