Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Bakker hat den Roman seiner Seele geschrieben“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Zwei Trennungen und ein Todesfall“: Zwischen Diplomatie und Weltgeschehen: In seinem neuen Roman Eine Liebe in Kairo geht Amir Hassan Cheheltan auf allerlei Unliebsamkeiten ein. „Vielfach wirkt Cheheltan in diesem Roman jedoch konzeptlos. Gerade weil er einzelnen Figuren deutliche Worte in den Mund legt, nimmt sich das Unentschlossene in der Dramaturgie an anderen Stellen fast als Rumeiern aus.“
    Amir Hassan Cheheltan, Eine Liebe in Kairo (aus dem Persischen von Jutta Himmelreich; Verlag C. H. Beck)
  • „Literatur als Kontaktanzeige“: Gerbrand Bakker lotet in dem autobiographischen Band Knecht, allein die Untiefen seiner Seele aus. „Bakker hat ein Buch geschrieben, in dem er sich in seinem sozialen Umfeld untersucht. Konflikte mit Freunden, mit den Eltern, mit anderen Schriftstellern, mit Verlagsmitarbeitern, mit Kritikern, Gespräche mit Therapeuten, aber auch Situationen voller Sympathie und Zu­neigung zu Menschen werden geschildert. Bakker hat damit den Roman seiner Seele geschrieben; der unter Depressionen leidende Autor beschreibt den Bürgerkrieg in seinem Inneren.“
    Gerbrand Bakker, Knecht, allein (aus dem Niederländischen von An­dreas Ecke; Suhrkamp Verlag)
  • „Gewiefter Revolutionär“: Ein Klassiker über die Revolution in Saint-Domingue und eine neue Biographie Toussaint Louvertures. „Die Geschichte von Toussaint Louverture und der Haitianischen Revolution, wie sie von James und Hazareesingh jeweils auf eindringliche, dabei sehr unterschiedliche Weise dargelegt wird, hat uns bis heute viel über Kapitalismus, Rassismus und die Spielräume multiethnischer Gesellschaften zu sagen.“
    C. L. R. James, Die schwarzen Jakobiner. Toussaint Louverture und die Haitianische Revolution (aus dem Englischen von G.Löffler und J.Theodor; Karl Dietz Verlag)
    Sudhir Hazareesingh, Black Spartacus. Das große Leben des Toussaint Louverture (aus dem Englischen von Andreas Nohl; C. H. Beck Verlag)

  • „Natürliche Zombies“: Nathaniel Rich will sich nicht mehr über die Zerstörung des Planeten empören. Er will wissen, wie die Menschheit das Verlorene ersetzen könnte. „Rich hat als Darstellungsform die Reportage gewählt. Das funktioniert oft sehr gut. Für das, was es zu sagen gibt, wählt er sich eine markante Figur vor Ort, öfters auch zwei oder drei, die das Problem von verschiedenen Seiten beleuchten und damit dessen Ambivalenz zum Vorschein bringen.“

    Nathaniel Rich, Die Zweite Schöpfung. Wie der Mensch die Natur für immer verändert (aus dem Englischen von Thomas Gunkel; Rowohlt Berlin)

  • „Mein Kind soll Influencer werden“: Beinharte Fröhlichkeit: Delphine de Vigan hat einen Roman über die Instagram-Wracks der Zukunft geschrieben. „Wie bereits bei ihren vorhergegangenen Büchern, mag man den Roman deshalb kaum noch aus der Hand legen: die Kriminalgeschichte einer vermeintlichen Entführung, dazu der engagierte Roman um die Auswirkungen der sozialen Medien und schließlich das psychologische Drama einer Abhängigen, ihres in Co-Abhängigkeit gefangenen Mannes und der ihr ausgelieferten Kinder, von denen das eine in Loyalität verharrt, bis der Schaden angerichtet ist, während das andere noch rechtzeitig aussteigen kann.“

    Delphine de Vigan, Die Kinder sind Könige (aus dem Französischen von Doris Heinemann, Dumont)

  • „Zippelonika an guten und schlechten Tagen“: Nur schläfrig ist sie nie: Hellwache, rebellische Gedichte von Ulrike Almut Sandig. „Tatsächlich praktiziert Sandig die Kunst eines Insistierens, die jedoch weit über den Verdacht erhaben ist, bloß auf der Stelle zu treten.“
    Ulrike Almut Sandig, Leuchtende Schafe. Gedichte (Schöffling & Co.)
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