Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Bryan Washington überrascht uns“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Über den Klang eines Lebens“: „Fahr da noch mal hin. Du weißt nicht, wie lange du deinen Vater noch hast“: Die Trauerrednerin Louise Brown im Gespräch über Abschied, Tod und eigene Dankbarkeit.

    Louise Brown, Was bleibt, wenn wir sterben. Erfahrungen einer Trauerrednerin (Diogenes)

  • „Wie viel Literatur steckt in der Mafia?“: Ulrich van Loyen hat in Der Pate und sein Schatten untersucht, wie sich organisiertes Verbrechen und Erzählungen beeinflussen. „Immer wieder setzt der Autor neu an. Davon hat man, wenn man es liest, in jedem Fall was, wenn auch nie ein Ganzes. Und wahrscheinlich ist dieses Verfahren ja wirklich die beste Art, einem Phänomen wie der Mafia, der Camorra oder der ’Ndrangheta – zwischen ihnen unterscheidet der Autor sorgfältig – irgendwie beizukommen.“
    Ulrich van Loyen, Der Pate und sein Schatten. Die Literatur der Mafia (Matthes und Seitz)

 

  • „Die Frau, die kam und blieb“: Rassismus, Kolonialismus, Feminismus – die Themen unserer Tage wurden auch von Simone de Beauvoir schon durchdacht. Alois Prinz wagt sich an eine weitere Biografie. „Der Literaturwissenschaftler Alois Prinz geht das Risiko ein, angesichts der Stofffülle in Bezug auf philosophische Fragen des Existenzialismus und einer sich von der Emanzipationsbestrebung zum Feminismus politisierenden Bewegung als Autor eines unterkomplexen Konzentrats betrachtet zu werden. Und tatsächlich wird man dieses Buch nur mit Gewinn lesen, wenn man es als Zettelkasten zu einer fortgesetzten oder neu aufzunehmenden Primärlektüre begreift.“
    Alois Prinz, Das Leben der Simone de Beauvoir (Insel Verlag)

 

  • „Im Land der aufgehenden Erwartungen“: Christoph Peters gilt als der japanophilste deutsche Schriftsteller. Aber nach Japan gereist ist er erst vor Kurzem – und erzählt nun davon. “ Gegen Ende mündet all das in die Feststellung, dass sich der Autor trotz der Abweichungen seines inneren Japans zum äußeren in Tokio wohlfühlt. Wie schön. Jetzt könnten eigentlich die unverstellten Reisebeobachtungen beginnen. Doch da ist das Buch auch schon zu Ende.“
    Christoph Peters, Tage in Tokio (Luchterhand Literaturverlag)
  • „Auf Rechtes zielen ist ihm eine Ehre“: Bisweilen ungereimt: Thomas Gsellas lyrische Kolumnen. „An Stoff mangelt es nicht. Allein über Corona habe er rund vierzig Gedichte geschrieben, beteuert Gsella. Gut zwei Dutzend davon fanden ins Buch. Genug für alle Facetten der Pandemie.“
    Thomas Gsella, Ich zahl’s euch reim. Neue ­politische Gedichte (Verlag Antje Kunstmann)
  • „Welcher Mensch passt besser zu welchem?“: Zwei logische Nahbeziehungen gäbe es in diesem Roman, doch Bryan Washington überrascht uns. „Zwei Männer in Amerika heute, ein Paar, getrennt durch Hautfarbe, Geschichte, Herkunft. Wie geht das? Wenn Bryan Washington es erzählt, ist es zum Lachen und zum Heulen. Ein Liebes- und ein Familienroman, in dem sehr viel gut gekocht wird.“
    Bryan Washington, Dinge, an die wir nicht glauben (aus dem amerikanischen Englisch von Werner Löcher-Lawrence; Verlag Kein & Aber)
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