Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Der „echte“ Felix Krull und eine Sonderausgabe der ZEIT

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Der Mythos des Fürsten Lahovary“: Georges Manolescus Autobiografie wurde zum Vorbild für Thomas Manns Felix Krull. „Die Erinnerungen Georges Manolescus lesen sich vor allem wie das Lebensprotokoll eines völlig gewissenlosen Mannes, der sich zum Künstler des Betrugs stilisiert. Dass ihm das über weite Strecken so formvollendet gelingt, zeugt von einem Talent als Autor sowie von Langenscheidts Fähigkeit, das Ganze in seiner Übersetzung reißerisch zuzuspitzen.“
    Fürst Lahovary/Georges Manolescu, Mein abenteuerliches Leben als Hochstapler (Manesse)
  • „Kunstglaube und Fäkalien für die Mitte“: Kunsthistoriker Wolfgang Ulrich wehrt sich dagegen, ein Feindbild zu sein. Ulrich wurde von Neo Rauch nach einem Artikel in der Zeit als „Anbräuner“ geschmäht. „Mit Feindbild werden liefert Ullrich einen nachdenklichen Beitrag zu einer Debatte, die als ‚Ost-West-Konflikt‘ doch nur schwer fassbar wirkt.“
    Wolfgang Ullrich, Feindbild werden. Ein Bericht (Wagenbach)
  • „Der Dichter und sein Herzog“: Sigrid Damm über Goethe und Carl August. „Sigrid Damms Lebenswerk, zu dem auch regelrechte Romane gehören, wird immer runder, dabei bleibt es offen für Fortsetzungen.“
    Sigrid Damm, Goethe und Carl August. Wechselfälle einer Freundschaft (Insel)

Das Politische Buch

  • „Debattenlust und Theoriedurst“: Axel Schildt hat ein fulminantes Werk hinterlassen über Medien und Intellektuelle in der frühen BRD. „Schildts großem Wurf ist zu wünschen, dass es auch in der Gegenwart noch genügend Lesehunger gibt für so feine wissenschaftliche Kost.“
    Axel Schildt, Medien-Intellektuelle in der Bundesrepublik (Wallstein)
  • „Menschenrechte, made in Ost-Berlin“: Ned Richardson-Little räumt mit ein paar Mythen auf. „Mit seinem Gegennarrativ zu einer lange vorherrschenden westlichen Erfolgserzählung bereichert der Autor zweifellos unsere Kenntnisse über die Ursachen und Folgen von ‚1989‘.“
    Ned Richardson-Little, The Human Rights Dictatorship. Socialism, Global Solidarity and the Revolution in East Germany (Cambridge University Press)

  • „‚Eine Existenz ganz nach meinen Wünschen, ja über meine Wünsche'“: Sigrid Damm, die heute ihren 80. Geburtstag feiert, schreibt mit passionierter Sachkenntnis über Goethe und seinen Dienstherrn Carl August. „Sigrid Damm bezeugt in ihrem meisterhaften Buch eine Wechselbeziehung zwischen Geist und Macht, über deren Inspiriertheit man zu Zeiten des Trumpismus ins Grübeln geraten kann.“
    Sigrid Damm, Goethe und Carl August. Wechselfälle einer Freundschaft (Insel)

DIE ZEIT

In der heute erschienen Sonderausgabe lässt die ZEIT das Jahr mit Unterstützung von ausgesuchten Texten von Schriftsteller*innen Revue passieren. Das Besondere: Keiner der Texte ist im 21. Jahrhundert entstanden. Denn: „Literatur und Poesie versuchen seit Menschengedenken zum Wesentlichen vorzudringen … vielleicht gelingt es dieser Ausgabe, die Leser aus dem Klein-Klein des Alltags und dem Strom der Nachrichten für Moment zu einem höher gelegenen Ort zu heben, wo die Aussicht besser ist“, schreibt Andreas Lebert im Editorial.

Vielleicht inspirieren die Texte ihre Leser auch zum Kauf des einen oder anderen Backlist-Titels.

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