Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Der kühnste Plan seit Menschengedenken“ und Gedichte zwischen Brentano und Tocotronic

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Die Auslöschung“: 1992 verschwanden 25 000 Slowenen aus allen Registern. Ein Gespräch mit Miha Mazzini über seinen beeindruckenden Roman Du existierst nicht. „Er hat sich sehr gut verkauft und wurde in den Bibliotheken häufig ausgeliehen. Aber keine Rezension, nichts. Die wichtigste Überlebenstaktik in einem derart kleinen Land ist das Wegschauen.“

    Miha Mazzini, Du existierst nicht (aus dem Slowenischen von Ann Catrin Bolton; Edition Converso)

 

  • „Was bleibt“: Sarah Raichs schonungsloser Jugendroman blickt auf die andere Seite der Klimakatastrophe. „Drastisch wäre ein zu schwacher Begriff für die Art, wie sie in ihrem Jugendroman All that’s left vorführt, was bleibt, wenn die Klimakatastrophe mit uns fertig ist. Brutal trifft es besser. Was bleibt, sind ein paar Pilze, ein nicht mehr erwarteter Käfer hier, ein überraschender Vogel dort – und ansonsten Hitze, Verheerung, Hass, Flucht und Wahnsinn.“
    Sarah Raich, All that’s left (Piper)

 

  • „Immer Tiger Balm zur Hand“: Karma und Eltern wollen ständig gepflegt sein: Hiromi Itōs philosophischer Familienroman Dornauszieher. „Der Roman lebt vom Kontrast zwischen dem buddhis­ti­schen Leit­mo­tiv eines Meers der Qualen und dem Humor, mit dem die Erzäh­le­rin ihre Situa­ti­on schul­tert (…)“
    Hiromi Itō, Dornauszieher (aus dem Japanischen von Irmela Hijiya-Kirschnereit; Matthes & Seitz)
  • „Frieden in Atlantropa“: Was wurde aus dem Gibraltardamm? Matthias Lohres Roman Der kühnste Plan seit Menschengedenken. „Lohre hat ein Buch geschrie­ben, das immer dann wieder an Fahrt aufnimmt, wenn es sich gerade in vermeint­li­chen Neben­ge­schich­ten zu verlie­ren droht, die sich hinter­her – und das ist das Schöne für die Leser – doch noch als wich­tig für den Verlauf der Geschich­te entpup­pen.“
    Matthias Lohre, Der kühnste Plan seit Menschengedenken (Wagenbach Verlag)
  • „Ausgrenzung im Wettbewerb“: Nach siebzig Jahren: Léon Poliakovs Buch über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden auf Deutsch. „Dem fran­zö­si­schen Histo­ri­ker Léon Polia­kov (1910 bis 1997) kommt das Verdienst zu, nur sechs Jahre nach dem Ende des ‚Drit­ten Reiches‘ erst­mals eine ganz Europa und das gesam­te Verfol­gungs­ge­sche­hen umfas­sen­de Darstel­lung vorge­legt zu haben, in deren Mittel­punkt allein die Entrech­tung und Ermor­dung der euro­päi­schen Juden stand.“
    Léon Poliakov, Vom Hass zum Genozid. Das Dritte Reich und die Juden (Edition Tiamat)
  • „Mohairpullover, schneebesetzt“: Lauter Sehnsuchtsvehikel: Dirk von Petersdorffs neuer Gedichtband Unsere Spiele enden nicht. „Dass die Roman­tik eine noch andau­ern­de Epoche sei, auch durch die Moder­ne hindurch, hat Dirk von Peters­dorff als Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler verschie­dent­lich vertre­ten. Auch als Lyri­ker kann er es glaub­haft machen. Seine Gedich­te schwe­ben in einem Refe­renz­uni­ver­sum zwischen Bren­ta­no und Toco­tro­nic, zwischen Eichen­dorff und Super­tramp, wie sich etwa schon am Titel des Bandes Nimm den langen Weg nach Haus (2010) zeigt.“
    Dirk von Petersdorff, Unsere Spiele enden nicht (Verlag C.H. Beck)

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