Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Die großen Brände“ sind wieder da

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Eine Stadt steht in Flammen“: Die großen Brände sind wieder da: Zu lesen ist ein bravouröser Kollektivroman aus dem Russland der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. „Die erste deutsche Ausgabe des Romans, der dank der gekonnten Übersetzung von Rosemarie Tietze seine Stilvielfalt und seinen Witz beibehalten hat, erschien 1982 im Ullstein Verlag. Nun, vierzig Jahre später, liegt er in der ‚Anderen Bibliothek‘ vor.“

  • Die großen Brände. Ein Roman von 25 russischen Autoren (aus dem Russischen von Rosemarie Tietze; Die Andere Bibliothek)

„Fließende Geschlechtergrenzen? Alter Hut!“: In Frankreich blühte das Genre schon vor zweihundert Jahren: Ein besonders gelungener Roman daraus ist George Sands Gabriel. „Tatsächlich hat Sand von Gabriel später, nämlich 1852, eine illustrierte Bühnenfassung erstellt – die jedoch von den Theatern abgelehnt wurde. Das mag Sand geschmerzt haben, waren doch im Jahrhundert des Romans nach wie vor aller Augen auf die Bühne gerichtet. Vieles spricht dafür, dieses Versäumnis heute nachzuholen. Gern auch in Deutschland: Rankes Fassung trifft den idealisch-virilen Ton Sands wunderbar.“

  • George Sand, Gabriel. Ein Dialogroman (aus dem Französischen von Elsbeth Ranke; Nachwort von Walburga Hülk; Reclam)

„Agnes, eine Diebin?“: Thomas De Quincey kittet seine Welt. „Dass ‚jede Schwäche Leid und Erniedrigung‘ mit sich bringt, dass schlimme Schicksalsschläge immerhin den Unbeteiligten als Lehre dienen können und daher auch ihr Gutes haben, dass schließlich angesichts der unerbittlichen Zeit jedes Glück nur geborgt ist und endlich – wer mag das noch lesen, wer hält derlei sieben Seiten lang aus, der nicht eine Schwäche für moralische Traktate hat? (…) Thomas De Quinceys Text „Ruin“ (…) setzt so ein, aber wer besagte sieben Seiten übersteht, wird nicht nur reich belohnt, er versteht am Ende auch, warum diese Hürde am Anfang stehen musste.“

  • Thomas De Quincey, Ruin (aus dem Englischen von Andreas L. Hofbauer; Friedenauer Presse)

„Die Natur wartet auf die Revolution“: Warum handeln wir nicht im Angesicht der Klimakatastrophe? In seinem letzten Buch ging es dem gefeierten französischen Soziologen Bruno Latour noch einmal um alles. „In seiner feinen Grimmigkeit macht Zur Entstehung einer ökologischen Klasse so deutlich, was für eine intellektuelle Lücke nach dem Tod Bruno Latours am 9. Oktober bleiben wird. Der aktuelle Aktivismus in Museen und auf den Straßen hätte den begeisterten Fan des Films ‚Don’t look up!‘ sicher gefreut. Über die zähe UN-Klimakonferenz in Ägypten hätte er sich dagegen wohl geärgert.“

  • Bruno Latour, Nikolaj Schultz, Zur Entstehung einer ökologischen Klasse – Ein Memorandum (Suhrkamp Verlag)

heute nichts

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