Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Die Wiederentdeckung, besser gesagt Neuentdeckung einer der ganz großen deutschen Schriftstellerinnen“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Froh gefügt ins Daseinsgrau“: Bloß kein kunterbunten Mischungen: Peter Sloterdijk holt mit gewohnt großer Geste aus zu einer philosophisch-politischen Farbenlehre. „Ein Buch, das mit der Frage ‚Woher das Gute?‘ im ‚Herz der Seinsfrage‘ endet, nachdem es ‚Grauzonenkunde‘ betrieben, also die Bedeutung des Vermischten, Mittleren und Kompromisshaften für die menschliche Selbst- und Welterkenntnis herausgearbeitet und mit Aplomb in der Kunst dingfest gemacht hat – ein solches Buch von Peter Sloterdijk darf vielleicht als Schlussstein gelten für ein opulentes Lebenswerk, das letztlich die Seinsfrage umkreist.“
    Peter Sloterdijk, Wer noch kein Grau gedacht hat. Eine Farbenlehre (Suhrkamp)
  • „Für Moral kann das Recht nicht aufkommen“: Rechtsgeschichten aus der Weimarer Republik: Max Hachenburgs juristische Feuilletons. „Die von den Herausgebern kompetent kommentierte Auswahl der hachenburgschen Kolumnen in der „Deutschen Juristen-Zeitung“ ist ein aufschlussreiches Echtzeitprotokoll der nur teilweise goldenen, dafür fast immer turbulenten Zwanzigerjahre. Das Spek­trum der besprochenen Ereignisse und Themen kann sich sehen lassen.“
    Max Hachenburg, ‚Wie eine Riesenwoge rauscht das Schicksal auf uns zu‘. Kolumnen in der Deutschen Juristen-Zeitung 1918–1933 (ausgewählt und kommentiert von Ulrich Krüger und Benjamin Lahusen; Verlag Das kulturelle Gedächtnis)
  • „Von den Frittenvorlieben der Cronopien“: Ein Fest für Liebhaber des Phantastischen: Nachgelassene Texte von Julio Cortázar erstmals auf Deutsch, unter dem Titel Unerwartete Nachrichten. „Gerade ist im Berenberg Verlag ein Bändchen erschienen mit nachgelassenen verstreuten Schriften des großen Argentiniers, der 1984 in seiner Wahl­heimat Paris verstorben ist und auf den sich so gut wie jeder Schriftsteller aus Lateinamerika, der nach Cortázar Be­deutsamkeit erlangte, bezogen hat. (…) Es handelt sich um Kurzgeschichten und Vorträge aus dem Nachlass des Meisters, die Michi Strausfeld, die Doyenne der lateinamerikanischen Literatur in Deutschland, zu­sammengestellt und Christian Hansen, der feinsinnige Bolaño-Übersetzer, jetzt ins Deutsche übertragen hat.“
    Julio Cortázar, Unerwartete Nachrichten (aus dem Spanischen von Christian Hansen; hrsg. von Michi Strausfeld; Berenberg Verlag)

  • „‚Verehrte Fürstin'“: Geniale Freundin und Universalmensch: Eine Werkausgabe entreißt die Schriftstellerin Mechtilde Lichnowsky gerade noch rechtzeitig dem Vergessen. Wer war diese Frau? „Liest man sich fest in den vier Bänden dieser ebenso schönen wie willkommenen Ausgabe, kommt man verdachtsweise dem Phänomen näher, warum Mechtilde Lichnowsky, trotz aller unüberlesbaren erheblichen Vorzüge ihres Schreibens, zu Lebzeiten der große Durchbruch zu einer Erfolgsautorin, wie er etwa Vicki Baum gelang, versagt blieb. (…) Die vier Bände dieser schönen Ausgabe (die auch einen unveröffentlichten Roman aus dem Nachlass enthält) bieten also reichlich Anlass, sich zu freuen über die Wiederentdeckung, besser gesagt Neuentdeckung einer der ganz großen deutschen Schriftstellerinnen.“

    Mechtilde Lichnowsky, Werke, 4 Bände. (hrsg. v. Hiltrud und Günter Häntzschel; mit einem Essay von Eva Menasse; Zsolnay)

  • „Gegen das ewige Eigeninteresse“: Der Frankfurter Politiktheoretiker Rainer Forst erkundet, was es heißt, wirklich solidarisch zu sein. „Die 16 Essays bieten Auseinandersetzungen mit den Ansätzen verschiedener Ausprägungen der Kritischen Theorie sowie Weiterführungen zu einer Theorie der Gerechtigkeit und der daraus zwangsläufig entstehenden Rechtfertigungsprobleme.“

    Rainer Forst, Die noumenale Republik. Kritischer Konstruktivismus nach Kant (Suhrkamp)

  • „Von SZ-Autoren“: Stefan Ulrich über Italien
    Stefan Ulrich, Und wieder Azzurro. Die geheimnisvolle Leichtigkeit Italiens;  dtv)

 

  • „‚Das Leben ist ein Labor'“: Die Schriftstellerin Amélie Nothomb im Interview über die Vivisektion der eigenen Person beim Schreiben, grausige und friedliche Vater-Tochter-Beziehungen und ihren Roman Ambivalenz.
    Amélie Nothomb, Ambivalenz (Diogenes)
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