Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Dieser Roman ist „burlesker, schneller, böser, auch humorvoller“ als seine Vorgänger

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Einer trage des anderen Last“: Lebst du noch, oder dealst du schon? In seinem neuen Roman Harlem Shuffle erzählt der zweifache Pulitzerpreis-Gewinner Colson Whitehead von Möbeln, Immobilien, Tricks, Verbrechen, Manhattan – und vom ganzen Amerika. „Harlem Shuffle ist intimer, burlesker, schneller, böser, auch humorvoller als die Vorgängerromane und belegt einmal mehr, dass dieser Autor aus jedem Werk etwas Neues machen will, obwohl er sich zur Erzeugung seiner dichten Gewebe aus kurzen Szenen, langen Bögen und mit wenigen Strichen scharf umrissenen Figuren auch hier auf Wiederholungen, Korrespondenzen, Entsprechungen verlässt, auf die nichtzeitliche, nicht ursächlich verbundene Verknüpfung weit voneinander entfernter Textmomente.“
    Colson Whitehead, Harlem Shuffle (aus dem Englischen von Nikolaus Stingl; Hanser Verlag)
  • „Entbürokratisierung klingt immer gut“: Moritz Schularick kritisiert die staatlichen Pandemiemaßnahmen und bleibt dabei klare Kriterien schuldig. „So anregend viele Beobachtungen sind und sosehr man der kritischen Gesamtdiagnose zustimmen mag, so unbefriedigend bleibt jedoch die Gesamtanlage des Buchs.“
    Moritz Schularick, Der entzauberte Staat. Was Deutschland aus der Pandemie lernen muss (C. H. Beck Verlag)
  • „Verschwinde, vergessliche Welt“: Irrtum als Eigenart: Steffen Menschings Gedichte. „Hochkomplexe Konstellationen in literarische Miniaturen zu überführen ist eine Kunst. Steffen Mensching beherrscht sie.“
    Steffen Mensching, In der Brandung des Traums. Gedichte (Wallstein Verlag)

  • „Das ist nicht mehr unser Haus“: Was die Räumung eines Berliner Buchladens mit dem Versteckspiel von Immobilienkäufern zu tun hat.
  • „Puppenhäuser der Verbrecher“: Eva Menasse erzählt in ihrem Roman Dunkelblum noch einmal vom Massaker in Rechnitz. Da macht sich die Wirkung ihrer literarischen Ethik deutlich bemerkbar. „Wer wie Menasse mit Gusto die unterkomplexen Argumentationsweisen sowohl einer als bloß tumb verstandenen Rechten als auch einer als moralinsauer beschriebenen Linken kritisiert, dürfte sich in seiner Poetik mehr zutrauen, als die sogenannte Wirklichkeit zu einer originalgetreuen Modelleisenbahnlandschaft zu verarbeiten.“
    Eva Menasse, Dunkelblum (Kiepenheuer & Witsch)

  • „Wir im Einzelnen“: Rüdiger Safranski denkt über Philosophie in Zeiten von Corona nach. „Jedes bedeutende Werk lebt aus seiner Bescheidung. Der Autor, Biograph und Historiker der Philosophie hat immer wieder Zwischenbetrachtungen eingefügt, die Resümees ziehen und Überblicke versuchen. Erneut beweist er hier seine glückliche Hand. Zugleich aber – und das ist wunderbar – lässt er uns am Horizont dieser Skizzen die Möglichkeit einer neuen geistigen Entspanntheit erahnen.“
    Rüdiger Safranski, Einzeln sein. Eine philosophische Herausforderung (Hanser)
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