Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Ein echter Wissenschaftskrimi und Nick Cave als Jäger und Sammler

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Keine Liebe ohne Pathos“: In guten wie in schlechten Sätzen: Der Literaturkritiker Michael Maar fragt nach dem Geheimnis guten Stils und nimmt die großen Werke der Weltliteratur in seine Lektorenhand. „Maar versteht es, den Stil einer Autorin, eines Autors, eines Textes, eines Zitats mit wenigen Worten, ohne akademische Herleitungen, ohne Jargon zu charakterisieren.“
    Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz (Rowohlt Verlag)
  • „Wer hat Angst vor der weißen Katze?“: Auf der Suche nach sich selbst mit dem Messer unter dem Herzen: Vier bisher unveröffentlichte Erzählungen von Joyce Carol Oates. „Joyce Carol Oates (…) beweist in diesen Prosastücken einmal mehr ihr ganzes Können. Sie tut das so verführerisch, wie es aus der Tradition der Gothic Novel heraus nur sein kann; so aufregend, wie die Mise en Scène unterdrückter Gefühlswelten, die im Mythos präfiguriert sind, nur Gestalt gewinnen kann; und so hellsichtig, wie Blutsbande und ihre Verstrickungen bis in die Gesellschaft unserer Gegenwart hineinwirken.“
    Joyce Carol Oates, Cardiff am Meer (Osburg Verlag)
  • „Softeisweiche Wurzelschocks“: Arne Rautenbergs witzige und virtuose Gedichte. „Durchstreift man das Blattwerk der ‚betrunkenen Wälder‘, so kommt der Impuls für Rautenbergs Gedichte besonders häufig von anekdotischen Merkwürdigkeiten und skurrilen Meldungen aus Zeitungen, Fernsehen, digitalen Kanälen.“
    Arne Rautenberg, betrunkene wälder (Verlag Das Wunderhorn)

  • „Wunder im Mönchsgewand“: Die abenteuerliche Geschichte der Rettung des Nachlasses von Edmund Husserl vor den Nazis. „Die Geschichte des Archivs, wie es in letzter Minute von einem Bettelmönch gerettet wurde und nach Leuven gelangte, erzählt Toon Horsten nun in einem kuriosen kleinen Buch. Es handelt sich um einen echten Wissenschaftskrimi, mit dem Unterschied allerdings, dass es gar keiner ist, sondern Zeitgeschichte.“
    Toon Horsten, Der Pater und der Philosoph. Die abenteuerliche Rettung von Husserls Vermächtnis (Galiani Verlag)
  • „Du sollst dir kein Bildnis machen“: Sieht man die Lügen hinter den Bildern? Ein Band zeigt offizielle Aufnahmen aus Ugandas dunkelster Epoche. „Wie (aber) kann man Propagandabilder für die historische Forschung nutzbar machen, ohne dem Verherrlichungsnarrativ des jeweils darin gezeigten Herrschers auf den Leim zu gehen? (…) Derek R. Peterson, US-Professor für afrikanische Geschichte, und der australische Anthropologe Richard Vokes geben mit ihrem Buch The Unseen Archive of Idi Amin eine interessante Antwort auf diese Frage.“
    Derek R. Peterson, Richard Vokes, The unseen archive of Idi Amin (Prestel)
  • „Am Horizont die Zeitenwende“: Der dritte Band von Simon Ravens Romanzyklus Almosen fürs Vergessen führt nach Indien. „Schon der Name des zehnteiligen urbritischen Romanzyklus von Simon Raven (1927 bis 2001), den Sabine Franke für den Elfenbein-Verlag seit dem Frühjahr 2020 übersetzt, behält seine Magie. Mit jedem Teil schillert er hintergründiger.“
    Simon Raven, Blast nun zum Rückzug (Almosen fürs Vergessen, Band 3) (Elfenbein-Verlag)

  • „‚Jedes dieser Bücher muss heute zu uns sprechen'“: Herausgeber Peter Graf über das lange Verschweigen der Exilliteratur, den späten Aufstieg Ulrich Alexander Boschwitz’ in britische Bestsellerlisten und die Aktualität des Fluchtromans Der Reisende.
  • „Ins Herz der Musik“: Mit dem Jäger und Sammler Nick Cave auf dem verschlungenen Weg in sein Werk. „Cave, das wird rasch klar, ist ein Jäger und Sammler, der alles aufhebt, skizziert, notiert oder zeichnet, was ihn irgendwie beschäftigt. Alte Fotos, obskure Flohmarktfunde (etwa Haarlocken, 1985 in Berlin entdeckt und erworben), Musikkassetten, Heiligenbilder, Nippes – und viel, viel Papier, beschrieben, bekritzelt, bemalt.“
    Nick Cave, Stranger than Kindness (Kiepenheuer & Witsch)

 

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