Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Ein Leben gegen den Lauf der Zeit“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Das Prinzip der Serie“: Donatella Di Pietrantonio setzt mit Borgo Sud ihren Erfolgsroman über zwei Schwestern zwischen Tradition und sozialem Aufstieg fort. Ganz sicher scheint sie sich ihrer Sache nicht mehr zu sein. „Auch deshalb ist Donatella Di Pietrantonio in Italien so erfolgreich: Wie Elena Ferrante benennt sie die emotionalen Kosten, die ihre Generation für den Bildungsaufstieg zahlen musste.“

    Donatella Di, Pietrantonio: Borgo Sud (aus dem Italienischen von Maja Pflug; Kunstmann)

  • „Jawohl, Eure Planetschaft“: Die Erde im Mittelpunkt, nicht der Mensch: Das Buch Planetar denken will einen Denkstil für das Anthropozän und dessen Überwindung prägen. „Als Versammlung verschiedener Theorien unter einem neuen Paradigma leistet „Planetar denken“ hilfreiche Arbeit. Konsequent umgesetzt trüge der Denkstil zur Linderung der ökologischen Schieflage unseres Planeten bei. Wenngleich das Buch als Einstieg konzipiert ist, hätte mehr originelle Eigenleistung und Ausarbeitung aber nicht schaden können.“
    Frederic Hanusch, Claus Leggewie, Erik Meyer, Planetar denken. Ein Einstieg (transcript)

 

  • „Das Maß der Dinge“: Hinter Ralf Konersmanns reichhaltiger Kulturgeschichte grummelt ein Unbehagen an der Gegenwart. „Die Erzählung einer im manischen Messen um Orientierung ringenden Gegenwart ist zugegebenermaßen in einer krisengebeutelten Zeit attraktiv. Denn sie nährt das spätestens seit Beginn der Moderne verlässlich aufbrandende Gefühl, an der modernen Welt sei etwas faul.“
    Ralf Konersmann, Welt ohne Maß (S. Fischer)

 

  • „Der Unterprivilegierte aus der Privatschule“: Dealer, Messerstecher, Knastbrüder: Gabriel Krauzes Debüt Beide Leben schildert Kleinkriminelle in London und wird für seine brutale Authentizität gefeiert. Dabei steht sie dem Roman geradezu im Weg. „Nach allem, was man über den Autor weiß, ist Beide Leben fast vollständig autobiographisch, britische Medien nennen es ‚autofiktional‘. So sehr, dass man sich fragt, warum das Ganze überhaupt als Roman bezeichnet wird: Es gibt keinen Spannungsbogen, fast keinen erzählerischen Faden, nichts, was einen Roman als solchen auszeichnen würde.“
    Gabriel Krauze, Beide Leben (aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence; Kein & Aber)
  • „Ficht die Enkelin es besser aus?“: Das Leben ein Puzzle: Im Roman Der Kolibri erzählt Sandro Veronesi von einem Leben gegen den Lauf der Zeit. „Intelligent komponiert, gedanken- und anspielungsreich, mit tiefgründigen Dialogen und einem Protagonisten, der, aufmerksam und emotional durchlässig, für sich einnimmt, beweist auch dieser neunte Roman Ve­ronesis Erzählkunst. Die anderen Figuren bleiben jedoch blass.“
    Sandro Veronesi, Der Kolibri (aus dem Italienischen von Michael von Killisch-Horn; Paul Zsolnay Verlag)
  • „Mitleid ist kein Grund“: Stephan Sahm nimmt Sterbehilfe ins Visier. „Stephan Sahm, Professor für Medizinische Ethik an der Frankfurter Universität und Chefarzt am Offenbacher Ketteler-Krankenhaus (und auch regelmäßiger Mitarbeiter der F.A.Z.), beklagt in seinem Buch über die ethischen Herausforderungen der Palliativmedizin und -pflege zu Recht, dass bei der Rede von „indirekter“ oder „passiver“ Sterbehilfe zu viel im Verborgenen bleibe: Wann ist eine Handlung direkt, wo ist die Grenze zwischen aktiv und passiv?“
    Stephan Sahm, An der Seite des Lebens. Ethische Herausforderungen in Palliativmedizin und -pflege (Echter Verlag)
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