Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „… ein reiner Lesegenuss“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Wir sind hier nicht in East St. Louis“: Musik als Produkt mit deutschem Gütesiegel: Klaus Doldinger kombiniert in seiner Autobiographie den Willen zur Offenheit mit einer Prise Koketterie. „Klaus Doldinger, einer der auch kommerziell erfolgreichsten und angesehensten Jazzmusiker Deutschlands, hat schon mit dem Titel seiner Autobiographie Made in Germany – Mein Leben für die Musik ganz andere Vorstellungen verknüpft als viele seiner Kollegen: Musik als Produkt mit deutschem Gütesiegel, rostfrei sozusagen und für den langen Gebrauch gefertigt. Leise Selbstironie mag da mitschwingen, auch ein unterschwelliger Stolz, es im amerikanischsten aller Musikgenres zu etwas Solidem gebracht zu haben.“
  • Klaus Doldinger, Made in Germany. Mein Leben für die Musik. (unter Mitarbeit von Nicolas Doldinger und Torsten Groß; Piper Verlag)

„Unsichtbar verwundet“: Woher stammen die heutigen Strukturen von Ausgrenzung und Ausbeutung in Simbabwe? In drei Essays beleuchtet Tsitsi Dangarembga die politische Situation, die Lage der Frauen und die Bedingungen ihres eigenen Schreibens. „Von persönlichen Schilderungen, von traumatisierenden Kindheitserlebnissen ausgehend, weitet Tsitsi Dangarembga den Blick auf die Situation ihres Landes, auf die schwarzer Menschen, insbesondere schwarzer Frauen und schließlich schwarzer Feministinnen als Folge der in Simbabwe ungebrochen gültigen Logik von Ausgrenzung und Unterdrückung. Nach dem Fokus auf das eigene Schreiben nimmt sie die Folgen von Kolonialismus und Postkolonialismus in Simbabwe in den Blick.“

  • Tsitsi Dangarembga, Schwarz und Frau. Gedanken zurpostkolonialen Gesellschaft. (aus dem Englischen von Anette Grube; Quadriga Verlag)

„Verfolgungsjagd durch Raum und Zeit“: Der Roman Auch die Toten des spanischen Autors Juan Gómez Bárcena will die Geschichte von Kolonialismus und Kapitalismus erzählen. „Im spanischen Original ist die Sprache dieses Romans, von manchen Ausbrüchen abgesehen, eher nüchtern und lapidar, sie lebt von bewussten Wieder­holungen und Rhythmisierungen, die Nachdruck erzeugen sollen. Wer Freude an den nach Roadmovie-Manier zumeist trefflich erzählten Episoden hat, wird bestens bedient. Wer allerdings nach tieferem Sinn der Geschichte und nach einer höheren Erkenntnis als jener sucht, dass Kolonialismus und Kapitalismus des Teufels sind, wird eher enttäuscht.“

  • Juan Gómez Bárcena, Auch die Toten. Roman. (aus dem Spanischen von Matthias Strobel; Secession Verlag)

„Sinn und Sinnlosigkeit“: Birgit Birnbachers Arbeitsroman Wovon wir leben. „Birnbachers knappe Skizzen sind prägnant an der Grenze zur Karikatur, von der sie jedoch immer Sicherheitsabstand zu wahren weiß. Sie hält fest zu jeder Einzelnen ihrer Figuren und denunziert auch die unangenehmsten niemals. Es wäre nur so schön zu sehen, wie sie sich verhalten würden, müssten sie nicht vor allem die Erkenntnisse einer älteren empirischen Sozialforschung ausagieren, aufbereitet für den Gemeinschaftskundeunterricht.“

  • Birgit Birnbacher, Wovon wir leben. Roman. (Zsolnay)

„Alleine sterben unter Menschen“: Milena Michiko Flašar erzählt in Oben Erde, unten Himmel berührend vom Leben in den Städten der Gegenwart. „Oben Erde, unten Himmel spielt in Japan, was man an Bräuchen erkennt, am Essen und an der Extremform des Wohnens in winzigen Schachteln. Und doch erzählt der Roman von der Beziehungsarmut in den Städten überhaupt. Wenn die Erzählerin konstatiert, ‚Krankenbesuche gehörten in eine Zeit, in der man sich seitenlange Briefe schrieb‘, während man heute per Handy fragt, ob man vorbeikommen solle und das Nein einrechnet, dann weist das nicht nur auf die Pandemie.“

  • Milena Michiko Flašar, Oben Erde, unten Himmel. Roman. (Klaus Wagenbach)

„Götter des Gemetzels“: Ein Band führt gekonnt in die militärische Zeit der Antike ein und stellt eine Welt voller Kriege vor. „Die Beiträge sind allesamt auf höchstem Niveau verfasst und ein reiner Lesegenuss. Alle Kapitel befinden sich auf dem aktuellsten Stand der Forschung. Man erfährt alles über die Ausrüstung der Soldaten, Grenzverläufe, Heldentum, den Rachegedanken (Homer lässt grüßen), Bündnisse, Disziplin und ihr Gegenteil, den Einsatz von Elefanten, Elitetruppen und vieles mehr – vor dem inneren Auge entsteht ein allumfassendes Bild der Antike. (…) Leser und Leserinnen erwartet nicht allein Wissenswertes über Formationen und Taktiken der großen Schlachten der Antike, sie werden mitten ins Getümmel der politischen Auseinandersetzungen vor und nach den Kriegen geworfen.“

  • Leonhard Burckhardt/Michael Speidel (Hg.), Der Neue Pauly. Militärgeschichte der griechisch-römischen Antike. (Metzler)
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