Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Einen so ambitionierten und zugleich leichtfüßigen Gedichtband hat es lange nicht mehr gegeben.“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Guckst du“: Eine Formidee, die sich vor allem um sich selbst dreht: Thomas Kunsts Zandschower Klinken ist die Modelleisenbahn unter den Gegenwartsromanen – und nominiert für den Deutschen Buchpreis. „Die ewige Wiederkehr des nie ganz Gleichen irritiert zunächst, als höre man eine zerkratzte Platte, auf der der Tonarm wie wild hin und her springt und immer neue Effekte aus dem Material herausholt. Auf die Dauer ist das aber ermüdend und schafft weniger Erkenntnisgewinn als Überdruss. Aber in umgekehrter Reihenfolge.“
    Thomas Kunst, Zandschower Klinken (Suhrkamp)
  • „Tief sind die russischen Wälder“: Marente de Moor erzählt von der Sehnsucht des Menschen nach einer Natur, die ihn nicht braucht. „Phon ist keine Dystopie, sondern ein starker Gegenwartsroman. Er bleibt konkret, ist im Jetzt und der jüngeren Zeitgeschichte verankert. (…) Er erzählt eine Geschichte des Verfalls, in der sich persönliche und menschheitsgeschichtliche Motive überlagern. Und er macht das mit schwindelerregender Düsternis, indem er die Geschichte durch ein weibliches Bewusstsein jagt, das voller Wut und Frustration steckt.“
    Marente de Moor, Phon (Aus dem Niederländischen von Bettina Bach; Hanser)
  • „Geister muss es auch geben“: Nährwerttabellen zu Gedichten: Martina Hefters Lyrik. „Einen so ambitionierten und zugleich leichtfüßigen Gedichtband hat es lange nicht mehr gegeben. (…) In Martina Hefters Gedichten liegen die magische Welt der Poesie und die profane Gegenwart des Maggi-Kochstudios erstaunlich nah beieinander. Und sie ergänzen sich gut.“
    Martina Hefter, In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen (Kookbooks)

 

  • „Ein Sieg der Vielen“: Projekt Lightspeed erzählt, warum Biontech bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs so schnell war. „Das Buch ist spannend. Doch nicht schnell zu lesen. Dafür ist die Geschichte, die es erzählt, zu komplex.“
    Joe Miller, Projekt Lightspeed – Der Weg zum BioNTech-Impfstoff (Rowohlt)

 

  • „Blicke über den Rand der Welt“: Den Literaturnobelpreis hat sie sich verdient: Olga Tokarczuks jetzt auf Deutsch erschienenen Essays und Reden zeigen eine Schriftstellerin, die höchst reflektiert die Bedingungen des Schreibens untersucht. „Das alles ist gedanklich nicht neu und schließt an vieles an, was gegenwärtig im Blick auf die Umwelt, den Umgang mit Tieren, die Anerkennung auch von Pflanzen als Wesen, vernetztes Denken et ce­tera diskutiert wird. Tokarczuks Texte führen aber eben darin vor Augen, auf welchen wirkmächtigen Traditionen all diese Gegenwartsbefindlichkeiten und -dia­gno­sen gründen.“
    Olga Tokarczuk, Übungen im Fremdsein. Essays und Reden (Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann, Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein; Kampa Verlag)
  • „Wirklichkeit neu denken“: Gelassen spielen: Zur Lyrik von Ulrich Koch. „Vergessen Sie alles, was Sie über unseren Alltag zu wissen meinen. Vergessen Sie alles, was Sie sich über Menschen und Dinge jemals angeeignet haben. Vergessen Sie, was Sie über sich selbst herausgefunden haben. Sie befinden sich im Reich des Ulrich Koch, und damit wird das Dasein noch einmal neu verhandelt.“
    Ulrich Koch, Dies ist nur der Auszug aus einem viel kürzeren Text. Gedichte (Jung und Jung)
  • „Doppelt gerannt schnellt besser“: Zum zweihundertsten Geburtstag Fjodor Dostojewskis ist sein Doppelgänger erstmals aus der Urfassung ins Deutsche übersetzt worden. „Der Doppelgänger ist ein wunderbarer Kurzroman, voller Sprach- und Situationskomik. Dostojewski war keineswegs der Schluderer, als der er oft hingestellt wird, doch hat er nur diesen Text nach Jahren noch einmal überarbeitet. Mal hielt er ihn selbst für sein Chef d’Œuvre, mal fand er ihn gänzlich missglückt.“
    Fjodor Dostojewski, Der Doppelgänger (Aus dem Russischen von Alexander Nitzberg; Verlag Galiani)

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