Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Haarscharf am Irrwitz der Wirklichkeit entlanggeschriebene Dialoge im Sound der Zeit“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Szenen aus der Kreuzberger Antike“: Dein Leben wird gelingen, du darfst bloß nicht darin stören: Sven Regener erzählt in Glitterschnitter weiter aus der Welt von Herrn Lehmann. Das erinnert an ein absurdes Bühnenstück über Menschen in der Warteschleife. „Von Regeners urkomischen, weil haarscharf am Irrwitz der Wirklichkeit entlanggeschriebenen Dialogen im Sound der Zeit und der Melancholie, die alles durchweht, wenn er auf Durchzug stellt, kommt man schwer los.“
    Sven Regener, Glitterschnitter (Galiani Berlin)
  • „Verantwortungsethiker gegen Querdenker?“: Eine Art Western mit ikonoklastischem Prinzip: Sebastian Guhrs Roman Mr. Lincoln und Mr. Thoreau. „Es ist jedenfalls eine der Qualitäten dieses leichthändig und unterhaltsam erzählten Romans, dass die Fragen, die er aufwirft oder streift, einen noch lange nach der Lektüre weiterbeschäftigen.“
    Sebastian Guhr, Mr. Lincoln und Mr. Thoreau (Marix Verlag)
  • „Wenn das Heimatland nicht heimelig ist“: Flucht vor dem postsowjetischen Menschen zu Tschechow: Sasha Marianna Salzmanns neuer Roman Im Menschen muss alles herrlich sein. „Ihr neuer Roman ist diesbezüglich konventioneller gehalten, aber ungleich komplexer gebaut. Seine inhaltliche Zugänglichkeit dürfte auch Formverächter verlocken – und ihnen hoffentlich ein Aha-Erlebnis bescheren. Avantgarde hat eben auch etwas mit Avancen ans Publikum zu tun; Salzmann könnte nun ein ganz großes erreichen.“
    Sasha Marianna Salzmann, Im Menschen muss alles herrlich sein (Suhrkamp Verlag)

  • „Da kann jeder mitmachen“: Sven Regener kehrt in Glitterschnitter mal wieder ins Westberlin der 80er-Jahre zurück. „Irgendwann fühlt man sich in dem Roman wie bei einer WG-Party nachts um drei, wenn alle in der Küche hocken: Man kann sich dem Flow nicht entziehen, aber man fragt sich schon auch, ob man seine Zeit nicht mal in einem etwas fresheren Berlin verbringen möchte.“
    Sven Regener, Glitterschnitter (Galiani Berlin)
  • „Im Schleudergang der Zeitgeschichte“: Eine Frau sucht eine Putzhilfe und findet eine Ukrainerin, wie ihre eigene Mutter: Natascha Wodins Roman Nastjas Tränen. „Nastjas Tränen ist eine Auseinandersetzung mit der Herkunft, die kein Ende finden kann und die in ihrer ganzen Sehnsucht und ihrem ganzen Schmerz überraschende Formen annimmt. Aber was daraus entsteht, ist ein einfühlsames, vielschichtiges Charakter- und Gesellschaftsporträt, dessen politische Bedeutung nie näher kommentiert wird, aber in jeder Zeile vibriert.“
    Natascha Wodin, Nastjas Tränen (Rowohlt)

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