Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Keine leichte Lektüre, aber sie lohnt sich unbedingt“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Tierquälerei ist Teil des Geschäfts“: Ist denn wirklich der Hund unser bester Freund? Zwei Bücher erörtern das schwierige Verhältnis zwischen Schweinen und Menschen. „Beide Bücher sind gut lesbar, reich an Informationen und gelegentlich hautnahen Erfahrungsberichten. Auf moralische Vorwürfe wird zwar verzichtet, nicht aber auf die Gewissheit, dass wir unsere Ernährung umstellen müssen, um die Herausforderungen aktueller Krisen – Krieg, Pandemie, Klimawandel – angemessen bewältigen zu können.“
    Rudolf Buntzel, Pig Business. Vom Hausschwein zum globalen Massenprodukt (Oekom Verlag)
    Kristoffer Hatteland Endresen, Saugut und ein wenig wie wir. Eine Geschichte über das Schwein (aus dem Norwegischen von Frank Zuber und Günther Frauenlob; Westend)
  • „Die Ehe war ein nicht zu unterschätzendes Risiko“: Ich bin allein, und das ist auch gut so: Katja Kullmann erzählt die Kulturgeschichte der partnerlosen Frau und gibt dabei manches von sich selbst preis. „Kullmann erzählt viel von sich selbst. Das tut dem Buch gut, denn ihr Sujet bekommt ein Gesicht und eine Geschichte. Zugleich beschränkt es die beschriebenen Frauen auf ein gewisses Milieu, das nicht unbedingt wohlhabend sein muss, aber eben auch nicht in Armut lebt.“
    Katja Kullmann, Die Singuläre Frau (Hanser Berlin)
  • „Rosen brauchen Geduld“: Zwischen Schweigen, Euphemismen und Wortfluten: Andrea Tompas Roman Omertà, aus dem Ungarischen Übersetzt von Terézia Mora. „Sie beobachtet ihre Figuren wie Vilmos seine Rosen. Das würde vielleicht noch funktionieren, wenn diese Figuren für eine Position einstehen würden, nicht wie die Geschöpfe des Blumenzüchters allein auf ihre Existenz reduziert wären. Knapp tausend Seiten kann man daher beobachten, wie Kunstwörter entstehen und hier und da ein Anakoluth erblüht. Einen Widerhall aber hinterlässt das Werk nicht.“
    Andrea Tompa, Omertà (aus dem Ungarischen von Terézia Mora; Suhrkamp)

  • Ganz unten in Niendorf“: Heinz Strunks sommerliche Horrorversion eines großen literarischen Vorbildes. „Wie alle Strunk-Romane zeichnet sich Ein Sommer in Niendorf durch einen Sound aus, der klingt, wie unmittelbar aus Reality-TV-Sendungen, in Absturzkneipen oder an Autobahnraststätten mitgeschnitten.“

    Heinz Strunk, Ein Sommer in Niendorf (Rowohlt)

  • „Über Hack in dem Gequetsch“: Eine Sprache, um an Machtstrukturen vorbeizureden: Martin Puchner erzählt die Geschichte des Rotwelschen – und wie sie mit seiner Familie verbunden ist. „Der Leser steht erst skeptisch vor diesem Kentauren aus Sachbuch und Memoir. Aber schon bald lässt er sich hineinziehen in die verzwirbelte Doppelgeschichte eines Idioms und einer Familie.“

    Martin Puchner, Die Sprache der Vagabunden. Eine Geschichte des Rotwelsch und meiner Familie (aus dem Englischen von Matthias Fienbork; Siedler)

 

  • „‚Einen Grund gab es nicht, glaube ich'“: Die Journalistin Claudia Schumacher legt einen bemerkenswerten Debütroman über krasse häusliche Gewalt vor. „„Liebe ist gewaltig“ ist ein bemerkenswertes Buch über die Mechanismen häuslicher Gewalt. Es ist keine leichte Lektüre, aber sie lohnt sich unbedingt.
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