Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Neue Hörbücher

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Weltkuddelmuddel eines Leidenden“: In seinen letzten Jahren ist Heine schwer erkrankt ans Bett gefesselt: Das Hörbuch porträtiert ihn anhand seiner späten Prosa und von Schilderungen der Freunde als Dichter in der Matratzengruft. „Dieses Hörbuch ist eine willkommene Einladung, den größten Dichter der Ambivalenzen wiederzulesen.“
    Heinrich Heine, Matratzengruft (Vocalbar Hörverlag)
  • „Da fällt der Krone der Schöpfung ein Zacken aus der Krone“: Politisches und Poetisches vom kalauernden Quizmaster: Eckart von Hirschhausen macht sich Gedanken über die großen Krisen unserer Zeit. „Damit der Zuhörer, der ständig angesprochen wird, als wäre er ein Kind, mitkriegt, wann seine Aufmerksamkeit besonders gefragt ist, leistet Hirschhausen Hilfestellung – indem er anlacht. Niemand beherrscht diese piefige Kleinkunst vollendeter als der Autor von Die Leber wächst mit ihren Aufgaben.“
    Eckart von Hirschhausen, Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben (Der Hörverlag)
  • „Schule des Lachens“: Rabelais’ Gargantua und Pantagruel mit Sinneslust. „Hörern fordert dieses Werk heute einiges ab. Zu wenig sind wir es noch gewöhnt, in so komplexen Anspielungsverschlingungen zu denken.“
    François Rabelais, Gargantua und Pantagruel (Der Audioverlag)
  • „Den Schmerz wegtanzen“: Nava Ebrahimi gewinnt hochverdient den Bachmannpreis 2021. Im Vordergrund stand aber eher die Frage, wie man über Literatur reden soll.

  • „Warnung vor der Flachzange“: Die iranischstämmige Schriftstellerin Nava Ebrahimi gewinnt den Ingeborg Bachmann-Preis in Klagenfurt, allerdings kämpft die Jury mit ihrer populistischen Fraktion.
  • „Und es kamen alle!“: Als Schwabing Mittelpunkt der literarischen Welt war, war Inge Poppe mit ihrer Autorenbuchhandlung mittendrin. Am Freitag ist Inge Poppe im Alter von 77 Jahren gestorben. Ein Nachruf von Michael Krüger.
  • „Erschreckend modern“: Zum Hundertsten des Redakteurs und Dichters Helmut Heißenbüttel.

Das Politische Buch

  • „Prügelknabe des Westens“: Hubert Seipel macht sich zum Anwalt von Russlands Präsidenten – etwa durch Weglassen von Fakten. „Es ist betrüblich, dass sich oft diejenigen zu den Fürsprechern Russlands machen, denen es in erster Linie um eine politische Entlastung des russischen Präsidenten geht. Hubert Seipel ist dabei leider keine Ausnahme.“
    Hubert Seipel, Putins Macht. Warum Europa Russland braucht (Hoffmann und Campe)
  • „Wider die merkwürdige Vergesslichkeit“: Der empathische Historiker: Jürgen Zarusky (1958 – 2019) und sein Engagement für die sowjetischen Opfer des NS-Regimes. „Im März 2019 starb Zarusky nach kurzer Krankheit im Alter von 60 Jahren. Nun sind zwei Aufsatzsammlungen von und mit ihm erschienen, die gerade zum 80. Jahrestag des Überfalls des NS-Staats auf die Sowjetunion die Lektüre sehr lohnen.“
    Jürgen Zarusky, Politische Justiz, Herrschaft, Widerstand. Aufsätze und Manuskripte. Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 122 (Verlag De Gruyter)Jürgen Zarusky, Sybille Steinbacher (Hg.), Der deutsch-sowjetische Krieg 1941-1945. Geschichte und Erinnerung. Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte, Band 18 (Wallstein-Verlag)
  • „Erdoğans Scherbenhaufen“: Cengiz Aktar erklärt präzise, wie die Türkei die Zukunft verspielte. „Aktar greift zur Erklärung auf die osmanische Geschichte zurück, beleuchtet die jahrhundertealte Interaktion zwischen der osmanisch-türkischen und der westlichen Welt, erläutert Verklärungen wie Missverständnisse zwischen den ‚ewigen Alter Egos‘, präzise, knapp und so hellsichtig wie schonungslos.“
    Cengiz Aktar, Die türkische Malaise. Ein kritischer Essay (Kolchis Verlag)

  • „Warum er zu tanzen anfing“: Nava Ebrahimi gewinnt mit guten Gründen den Ingeborg-Bachmann-Preis in einem spannenden, nicht immer triftigen Wettbewerb. „Ein vielschichtiger Text über den Umgang mit einem familiären Trauma und über die Frage, wie sich künstlerisch damit umgehen, wie sich davon erzählen lässt. Dazu eine Autorin, die etwas riskierte und diesem Risiko literarisch gewachsen war.“
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