Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Schreiben heißt leiden“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Komplott gegen Weimar“: Zu spät erkannte Bedrohung von rechts: Martin Sabrows brillante Studie über die Ermordung Walter Rathenau erscheint in einer neuen Ausgabe. „Mit dem Spürsinn und der Akribie eines Kriminalisten hat Martin Sabrow den Rathenaumord und die weitere Attentatsserie der frühen Weimarer Republik rekonstruiert, mit dem Weitblick und der Urteilskraft des Historikers zudem eine kritische Einordnung in Weimars Politik- und Justizgeschichte vorgenommen.“
    Martin Sabrow, Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution (Wallstein Verlag)
  • „Im Hades des Archivs auf der Lebensfülle Spuren“: Vom Indizienbeweis zum göttlichen Detail: Eine Edition präsentiert Aby Warburg in seinen Briefen. „Die Genese von Warburgs Arbeitsweise, Thesen und eigenwilligen Formulierungen lässt sich durch die Lektüre seiner Briefe detailliert nachverfolgen, die nun in einer zweibändigen, hervorragend kommentierten Edition im Rahmen der 1998 begonnenen Studienausgabe seiner ‚Gesammelten Schriften‘ vorliegt.“
    Aby Warburg, Briefe (hrsg. v. Michael Diers und Steffen Haug mit Thomas Helbig. Gesammelte Schriften, Studienausgabe, V.1/V.2; De Gruyter Verlag)
  • „Übergriffe in Gemeinschaft“: Nachlesen in Opferberichten und Prozessakten: Laura Wolters soziologische Studie zu Gewalt gegen Frauen. „Die lesende Teilnahme an der geschilderten Gewalt hat auch etwas Voyeuristisches. Gegen dieses Gefühl fordert Wolters eine Einsicht, die man ihrem Buch verdanken soll: dass der hier erbrachte Nachweis der ‚Normalität kollektiver sexueller Gewalt‘ überleiten soll zur Erkenntnis der ‚Gewalt der Normalität‘. Das ist eine wichtige Einsicht, die man hier aber nicht geschenkt bekommt. ‚Schreiben heißt leiden‘, bemerkt Wolters zum Abschluss ihrer Arbeit. Das gilt fürs Lesen manchmal auch.“
    Laura Wolters, Vom Antun und Erleiden. Eine Soziologie der Gruppenvergewaltigung; Hamburger Edition, HIS Verlag)

  • „‚Ich lasse mich nicht vertreiben'“: Die Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga steht in Simbabwe wegen eines friedlichen Protestes vor Gericht. Jetzt steht das Urteil bevor. Die Schriftstellerin im Interview über Meinungsfreiheit und Korruption in ihrem Land.
  • „Die Elefanten sind zurück“: Autorinnen und Kritiker treten beim Wettbewerb um den Bachmannpreis wieder live in Klagenfurt auf. Zur Eröffnung liest Anna Baar den Leuten dort die Leviten.

 

  • heute nichts
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